Fälle, bei denen Menschen zum Beispiel bewusstlos sind
Notärzte sollen innerhalb von zehn Minuten vor Ort sein
Neues Triage-System beim Berliner Notruf
Wer die 112 in Berlin wählt, wird seit dieser Woche mit einem neuen System eingestuft, wie dringend er wirklich Hilfe benötigt. Dadurch sollen Rettungsdienste entlastet und Notfälle besser versorgt werden können.
Die Berliner Feuerwehr priorisiert eingehende Notrufe ab sofort nach einem neuen Schema, um sie systematisch nach Dringlichkeit abarbeiten zu können.
Angesichts einer zunehmenden Zahl an Notrufen habe die Feuerwehr die Rettungseinsätze der vergangenen Jahre analysiert, sagte Feuerwehrsprecher Vinzenz Kasch dem rbb bereits im Februar bei der Ankündigung der Neuorganisation. Das neue Notruf-Schema soll den Rettungsdienst entlasten und dafür sorgen, dass Notfälle schnellstmöglich versorgt werden.
Wer die 112 wählt, wird ab sofort in eine von fünf Kategorien eingeteilt.
Notrufe, bei denen es sich eindeutig um ungefährliche Situationen handelt, kann die Feuerwehr an den Bereitschaftsdienst der Kassenärztlichen Vereinigung (KV Berlin) weiterleiten. Das soll auch künftig mit allen Fällen geschehen, die unter die Kategorie 5 mit der niedrigsten Priorität fallen.
Auch in der Vergangenheit wurden Notfälle in Gruppen eingeteilt. Die neuen Kategorien sind allerdings viel genauer und sollen für den jeweiligen Notfall viel besser die nötigen Einsatzmittel bestimmen können, wie Feuerwehrsprecher Kevin Bartke gegenüber rbb|24 bestätigte.
Im Vorfeld wurden fast drei Millionen Patientendaten von Rettungsdienst und Krankenhäusern ausgewertet. Dadurch konnten Zusammenhänge zwischen Informationen, die beim Notruf übermittelt werden, und den darauf folgenden Diagnosen hergestellt werden. Erst auf Basis dieser Informationen wird nach Angaben der Feuerwehr eine wirksame Triage möglich, die zwar Prioritäten bevorzugt, dabei aber an anderer Stelle das Patientenwohl nicht gefährdet.
Jedem Anrufer wird auf Basis der gewonnenen Erkenntnisse des Notrufgesprächs ein Code zugeordnet. Für jeden Code erfolgt vorab eine Zuordnung von geeigneten Einsatzmitteln. Zum Schluss treffe die Ärztliche Leitung des Rettungsdienstes die Entscheidung über die Freigabe und sie werde an das Einsatzleitsystem der Feuerwehrleitstelle weitergegeben und beim jeweiligen Notfall angewandt, so der Feuerwehrsprecher.
Aufgrund einer Überlastung der Berliner Rettungsdienste hält die Berliner Feuerwehr das klassische System, nach dem die Anrufer der Reihe nach abgearbeitet werden, für nicht mehr leistungsfähig genug. Ressourcen müssen demnach dort zum Einsatz kommen, wo sie am dringendsten benötigt werden.
Sendung: rbb24 Inforadio, 25.03.2025, 17:30 Uhr
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