
Razzia in Berlin
Die Explosion einer Kugelbombe in der Silvesternacht hinterließ in Berlin-Schöneberg ein Bild der Verwüstung. Nun hat die Polizei Wohnungen von mehreren Tatverdächtigen in Schöneberg und Neukölln durchsucht.
Knapp drei Monate nach der Explosion einer illegalen Kugelbombe mit schweren Schäden in Berlin-Schöneberg hat die Polizei Verdächtige identifiziert. Rund 150 Polizisten durchsuchten am Donnerstagmorgen deren Wohnungen in den Stadtteilen Schöneberg und Neukölln, wie Polizei und Staatsanwaltschaft mitteilten.
Den Angaben der Berliner Staatsanwaltschaft zufolge richten sich die Ermittlungen gegen acht Tatverdächtige zwischen 20 und 25 Jahren. Sie sollen in der Silvesternacht in der Schöneberger Vorbergstraße eine Kugelbombe gezündet haben. Durch die Explosion wurden Häuserfassaden und Autos schwer beschädigt, viele Fensterscheiben gingen zu Bruch. Ein Feuerwehrsprecher sprach damals von einem "Schlachtfeld", das der wohl nicht zugelassene Sprengkörper hinterlassen habe.
Den Durchsuchungen waren intensive Ermittlungen des Landeskriminalamtes vorausgegangen. Den Tatverdächtigen wird Landfriedensbruch, gefährliche Körperverletzung und das Herbeiführen einer Sprengstoffexplosion vorgeworfen.
Die Polizei veröffentlichte auf der Plattform X einen Videoausschnitt vom Einsatz. Darauf ist zu sehen, wie schwer bewaffnete Polizisten leise die Treppen hochsteigen in einem Wohnblock an der Pallasstraße. Es wird an eine Tür gehämmert. Dann folgt der Ruf "Polizei".
Bei den Durchsuchungen stellten die Beamten nach eigenen Angaben unter anderem Mobiltelefone sicher, deren Daten jetzt ausgewertet werden sollen. Außerdem seien pyrotechnische Gegenstände, Betäubungsmittel und eine Schreckschusswaffe während der Maßnahmen gefunden und beschlagnahmt worden. Festnahmen erfolgten demnach nicht.
Die Explosion so eines Feuerwerkskörpers hinterließ auch in Tegel großen Schaden: Ein siebenjähriger Junge erlitt lebensgefährliche Verletzungen und wurde notoperiert. Ein 41-jähriger Mann erlitt Bein- und Handverletzungen und wurde mehrfach operiert. Laut Polizei wurden sechs weitere Menschen - drei Kinder, eine Jugendliche und zwei Erwachsene - leicht verletzt.
Um die Täter zu ermitteln, richtete die Polizei ein Hinweisportal ein. Hinweise aus der Bevölkerung führten Mitte Januar bereits dazu, dass ein 17-Jähriger als Verdächtiger für den Vorfall in Tegel ermittelt wurde. Nun wurden auch die mutmaßlichen Täter im Fall der Explosion in Schöneberg ausfindig gemacht. Zuletzt hieß es von der Polizei, zu dem Vorfall seien mehr als 30 Hinweise eingegangen. Dazu gehörten Videos und Fotos.
Kugelbomben sind wegen ihrer hohen Explosionskraft hierzulande nicht für den Allgemeingebrauch zugelassen.
Sendung: rbb24, 27.3.2025, 13:00 Uhr