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Audio: rbb24 Inforadio | 01.04.2023 | Tabea Kunze | Quelle: IMAGO / Pressefoto Baumann

3:0 gegen Stuttgart

Union gewinnt eiskalt, effizient und mit etwas Glück

Mit 3:0 hat sich Union Berlin am Samstag gegen den VfB Stuttgart durchgesetzt. Becker, Behrens und ein Ex-Unioner erzielten die Tore. Die Köpenicker bewegen sich immer weiter in Richtung Champions League.

Der 1. FC Union Berlin macht einen weiteren Schritt in Richtung Champions League: Am Samstagnachmittag holten die Köpenicker einen 3:0-Heimsieg gegen den VfB Stuttgart. Im ersten Durchgang hatte der FCU Glück, nach dem Seitenwechsel zeigte das Team von Urs Fischer eine deutliche Leistungssteigerung. Becker, Behrens und Ex-Unioner Haraguchi (per Eigentor) erzielten die Treffer.

Sechs Änderungen in Unions Startelf

Im Vergleich zum 2:0-Heimsieg gegen Eintracht Frankfurt vor der Länderspielpause stellte Union-Coach Urs Fischer seine Startelf auf sechs Positionen um: Stammkeeper Frederik Rönnow stand aufgrund muskulärer Beschwerden nicht zur Verfügung und wurde durch Lennart Grill ersetzt. Außerdem rotierten Jerome Roussillon, Diogo Leite, Aissa Laidouni, Christopher Trimmel und Kevin Behrens für Niko Gießelmann, Timo Baumgartl, Josip Juranovic, Paul Seguin und Jordan Siebatcheu in die Startformation.

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Die Gäste aus Stuttgart tauchten nach einer sehr ruhigen Anfangsphase erstmals gefährlich vor dem gegnerischen Tor auf. Waldemar Anton fand mit einer Hereingabe von rechts Juan Jose Perea, der allerdings nicht genug Wucht hinter seinen Kopfball bekam (13.). Union ließ den VfB aufbauen und machte zunächst kaum Anstalten, selbst zielstrebig in Richtung Tor zu spielen. Die vielen hohen Bälle, die die Stuttgarter nach vorne schlugen, waren für die Eisernen jedoch lösbare Aufgaben.

In der 29. Minute hatten die Köpenicker dann allerdings auch Glück: Dan-Axel Zagadou kam nach einer Flanke von Enzo Millot völlig frei und nur wenige Meter vor dem Unioner Kasten zum Kopfball, nickte das Leder aber darüber (29.). Auf der anderen Seite zielte auch Kevin Behrens mit seinem Versuch per Kopf zu hoch (31.).

In der 34. Minute lag der Ball schließlich erstmals im Tor: VfB-Keeper Fabian Bredlow schlug einen langen Abschlag auf Perea, Unions Torwart Grill verschätzte sich und schoss Perea an, der plötzlich frei war und nur noch einzuschieben brauchte. Das Videomaterial zeigte jedoch sehr deutlich, dass Perea den Ball mithilfe seiner Hände mitgenommen hatte - Schiedsrichter Florian Badstübner pfiff den Treffer folgerichtig zurück. Ein Abschluss Sheraldo Beckers aus spitzem Winkel verfehlte das Ziel sehr deutlich (41.). Grill war gegen Tiago Tomas zur Stelle und verhinderte den Rückstand (43.). Und so lautete der Pausenstand nach einer recht zerfahrenen und umkämpften ersten Halbzeit 0:0.

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Union nach der Pause effizient und eiskalt

Die Eisernen kamen mit viel Schwung aus der Kabine – und zügig zu aussichtsreichen Chancen. Janik Haberer schoss nach Zusammenspiel mit Behrens knapp neben den Kasten (48.), in der 51. Minute schlugen die Eisernen aber zu: Roussillon flankte butterweich ins Zentrum, wo Becker mit ausgestrecktem Bein artistisch zur 1:0-Führung vollendete. Nicht einmal fünf Minuten später ließ Rani Khedira eine Möglichkeit zum 2:0 ungenutzt (55.). Stuttgart hatte in dieser Phase keinen Zugriff auf das Spiel.

Erst eine Standardsituation sorgte für Gefahr vor dem Unioner Tor: Abermals war es Zagadou, der zum Kopfball kam und nur knapp daneben nickte (59.). Nach einer guten Stunde machte Union schließlich alles klar: Behrens war nach einem Abpraller zur Stelle, stand nicht im Abseits und erzielte das 2:0 (65.). In der 68. Minute war es dann wiederum Behrens, der eine scharfe Hereingabe ins Zentrum schlug, die vom Ex-Unioner Genki Haraguchi ins eigene Tor befördert wurde. Der Stuttgarter Anhang stellte im Laufe der zweiten Halbzeit den Support ein. Und es blieb dabei: Union hatte in den entscheidenden Momenten das Glück auf seiner Seite - auch, als Grill und Roussillon in der 75. Minute einen Anschlusstreffer des VfB verhinderten.

Dank einer deutlichen Leistungssteigerung im zweiten Durchgang verdienten sich die Eisernen einen 3:0-Heimsieg gegen Stuttgart, auch wenn das Ergebnis in der Höhe wohl etwas zu deutlich ausfiel. Mit nun 51 Punkten belegt Union weiterhin den 3. Platz – und kommt einer Qualifikation für die Champions League immer näher. Der VfB bleibt dagegen das Schlusslicht der Bundesliga.

Die Kurzanalyse

Im Heimspiel gegen den VfB Stuttgart zeigte der 1. FC Union Berlin zwei Gesichter. Im ersten Durchgang agierte die Mannschaft von Trainer Urs Fischer zu passiv und hatte viel Glück, dass sie nicht in Rückstand geriet. Die Köpenicker waren zunächst selbst zu ungefährlich, gerade auch nach Standardsituationen, die normalerweise zu den Stärken der Eisernen zählen.

Nach dem Seitenwechsel verdiente sich der FCU dann allerdings mit Offensivdrang und Effizienz den Dreier. Sheraldo Becker erzielte erstmals seit dem 9. November 2022 wieder ein Bundesliga-Tor, Jerome Roussillon schlug immer wieder gute Hereingaben vor den Stuttgarter Kasten und auch Kevin Behrens strahlte viel Torgefahr aus. Die Eisernen brauchten – wie so oft – nicht viele gute Chancen, um zu treffen und fuhren letztlich einen ungefährdeten Heimsieg ein. Auch weil der VfB nach den Gegentoren nicht zurück zu seinem Spiel fand – und in entscheidenden Momenten wiederum das Glück nicht auf seiner Seite hatte.

Union behauptet sich im Rennen um die Champions-League-Plätze und baut den Vorsprung auf die Verfolger aus Freiburg und Leipzig, die ihrerseits Punkte liegen ließen, sogar noch aus. Am kommenden Samstag reisen die Köpenicker dann zum Spitzenspiel nach Dortmund.

Sendung: rbb24 Inforadio, 01.04.2023, 15:30 Uhr

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