Grünheide - US-Autobauer Tesla informiert Anwohner über Erweiterungspläne

Mo 15.01.24 | 14:43 Uhr
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Der US-Autobauer Tesla wirbt offensiv für seine Erweiterungspläne in Grünheide (Oder-Spree). (Foto: rbb)
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Video: rbb24 Brandenburg Aktuell | 14.01.2024 | Robert Schwaß | Bild: rbb

Nach einer Roadshow durch die Orte in der Umgebung des Tesla-Standorts in Oder-Spree setzt der US-Autobauer seine neue Werbekampagne fort. Eine Art Tag der offenen Tür soll Anwohnenden die Firmenerweiterung schmackhaft machen.

Der Elektro-Autobauer Tesla hat am Sonntag auf einer Veranstaltung in seinem Werk in Grünheide (Oder-Spree) bei den Anwohnern für die geplante Erweiterung des Geländes geworben. Zahlreiche Gesprächspartner, darunter Vertreter von Tesla, der Deutschen Bahn, der Gemeinde Grünheide und vom Landkreis Oder-Spree gaben Auskunft über den Bebauungsplan und die damit verbundenen Infrastrukturprojekte.

Rund 1.200 Interessierte aus der Region nahmen laut der Gemeinde Grünheide die Gelegenheit wahrgenommen, um sich zu informieren. Unter ihnen war auch Anette Stamm aus Woltersdorf. "Das, was man in der Presse liest, finde ich sehr oft negativ, wie die Probleme dargestellt werden", sagte sie. Jetzt wollte sie mit eigenen Augen sehen, wie die Probleme angegangen würden.

Tesla will die Erweiterungen Anwohnenden schmackhaft machen

Nicht nur negative, auch mal die positiven Seiten zeigen, das sei am Sonntag auch das Ziel gewesen, hieß es von einigen Tesla-Angestellten gegenüber dem rbb. Doch offiziell mit dem rbb sprechen durfte und wollte niemand.

Dafür diskutierten die Mitarbeiter mit Anwohnern über die Erweiterung. Zu den bisherigen 300 Hektar sollen nochmal rund 100 weitere dazukommen. Der US-Auobauer will auf dieser Fläche eine Kita, eine Lagerhalle und einen Güterbahnhof errichten und somit den Straßenverkehr in der Werksumgebung entlasten.

Neben der geplanten Erweiterung des Geländes strebt Tesla den Ausbau der Fabrik auf dem bestehenden Gelände an. Beantragt ist, die Produktion von geplanten 500.000 Autos im Jahr auf eine Million im Jahr zu verdoppeln. Derzeit stellt das Unternehmen nach eigenen Angaben mehr als 250.000 Fahrzeuge jährlich her.

Bei einigen wie Besucher Bernd Dehn hinterlässt das Eindruck: "Ich sehe sehr viel Positives", sagte er. "Es sind so viele Sachen geplant, die viel besser für die Gegend hier sind: Die Anbindungen werden besser, der Takt von der Bahn nach Berlin rein wird besser, die Fahrradwege. Und auf die Umwelt hat das meiner Meinung nach nicht so große Auswirkungen.“

Umweltverbände und Bürgerinitiativen bleiben bei ihrem "Nein"

Das sehen Umweltgruppen und Bürgerinitiativen anders. Auch sie waren am Sonntag vor Ort, um sich zu informieren. Der Fabrik-Ausbau sei nicht notwendig, so der Tenor. So sei beispielsweise ein Güterbahnhof schon im letzten Bebauungsplan genehmigt worden, führte Marten Lange-Siebenthaler, Ortsbeiratsmitglied im Grünheider Ortsteil Hangelsberg, an. Er engagiert sich nach eigenen Angaben zudem im Nabu-Kreisverband Fürstenwalde. "Es ist so, dass wir hier über 300 Hektar haben, die hier beansprucht werden sollen. Und diese weiteren 100 Hektar sind nicht notwendig und nicht tragbar. Das ist eine Kette ohne Ende", sagte Lange-Siebenthaler.

Der Bebauungsplan bedeute "noch mehr Rodung, noch mehr Versiegelung, noch mehr Gefahren für unsere Wasserversorgung, noch mehr Baustellen und Lkw-Verkehr in unserer Gemeinde", kritisierte Manu Hoyer von der Bürgerinitiative Grünheide.

Um für die Erweiterungspläne zu werben, hat Tesla die Gemeinde von der Geheimhaltungspflicht in Steuersachen befreit, damit öffentlich wird, dass das Unternehmen im Jahr 2022 sechs Millionen Euro Gewerbesteuer bezahlt hat.

Bebauungsplan noch nicht beschlossen

Der Beschluss der Gemeindevertreter für den Bebauungsplan steht noch aus. An diesem Montag startet dazu eine Einwohnerbefragung. Das Ergebnis sei nicht bindend und diene als Stimmungsbild, an dem sich zahlreichen Gemeindevertreter bei ihrer Entscheidung zum Bebauungsplan orientieren wollen, hieß es vorab.

In der vergangenen Woche hatte Tesla angekündigt, die Fertigung Ende Januar vorübergehend zu stoppen. Durch Angriffe von Huthi-Rebellen auf Schiffe vor dem Jemen im Roten Meer sei die Lieferkette unterbrochen.

Tesla sei deshalb im Zeitraum zwischen dem 29. Januar und 11. Februar dazu gezwungen, die Fahrzeugfertigung in der sogenannten Gigafactory Berlin-Brandenburg mit Ausnahme einiger weniger Teilbereiche ruhen zu lassen, teilte das Unternehmen mit. Ab dem 12. Februar solle die Produktion wieder vollumfänglich aufgenommen werden.

Der US-Autobauer Tesla wirbt offensiv für seine Erweiterungspläne in Grünheide (Oder-Spree). (Foto: rbb)

Sendung: Antenne Brandenburg, 15.01.2024, 14:10 Uhr

49 Kommentare

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  1. 48.

    Wossi, es liegt an Ihnen, Ihre wiederkehrenden Behauptungen mit belastbaren Zahlen zu belegen, nicht an mir.

  2. 47.

    Die Anwohner haben zu keinem Zeitpunkt Chancen. Die Gemeindevertreter entscheiden. Aber nur einmal, mit Ja/Nein. Nach einem „Ja“ ist dann (fast) alles erlaubt. Was auch richtig ist, wenn man die mächtigen Eigentümerrechte nicht beschneidet.

  3. 46.

    Sie sind es, der 10 T zusätzliche (!) Beschäftigte im Land der Teslaansiedlung falsch zurechnet. Und die Lohnsteuereinnahmen gleich mit. Das ist nicht Tesla zuzurechnen. Schon gar nicht Kleinsteinnahmen, angesichts der volkswirtschaftlichen Ausgaben der Allgemeinheit. „Linke Tasche , rechte Tasche“? Wenn Sie etwas der Ansiedlung direkt zurechnen, was nicht stimmt, dann beweisen Sie es doch....(Wer alles durchs Werktor läuft reicht da nicht aus)

  4. 45.

    Liefern Sie doch andere Zahlen mit anderen Zeitfenstern. Da kommt dann die Wahrheit noch drastischer ans Tageslicht.

  5. 44.

    Lassen Sie uns die Entwicklung abwarten...
    Was meinen Sie, wie sich der (Länder)Finanzausgleich für das Nehmerland Brandenburg bei 6% Wachstum explosionsartig entwickeln wird. Das hat er nämlich ab 2022. Mal sehen wie es weitergeht.. auch mit den Schulden, den Zinsen dafür usw.
    Als Geberland würde man verzweifeln?

  6. 43.

    Wossi, meine Frage bezog sich bei Tesla konkret auf Soll und Haben. Antwort waren irgendwelche Allgemeinplätze, die sich nur schwer mit Tesla in Verbindung bringen lassen. Brandenburg ist doch nicht nur Tesla. Es hat auch Zuwanderung und Arbeitsplatzverluste gegeben. Eine solche Investition wirkt auch über einen längeren Zeitraum. Wie trübe sehe es denn aus ohne diese Einnahmen?
    Die Wasserproblematik besteht auch ohne Tesla, da der Zuzug in die Region ungebremst ist. Dank Gewerbesteuereinnahmen lässt sich dieses Problem aber angehen. Das habe ich Ihnen auch schon vorgerechnet.

  7. 41.

    Wie immer.

    Sie müssen mal richtig lesen.
    Es ist ja bekannt, Sie verwechseln mal so einfach Herrn Bähler mit Herrn Haberkorn, können landwirtschaftliche Maßeinheiten nicht richtig deuten, vergessen ganz plötzlich das PCK, erinnern sich vor lauter angeblicher maroder Brunnen nicht an marode Wasserleitungen im Kronprinzessinnenweg, lesen nicht richtig Artikel und beschuldigen mich, daß ich Grunderwerbssteuer und Gewerbesteuer nicht deuten kann, verstehen Herrn Klink nicht mal im Ansatz.
    Ich rate Ihnen, lassen Sie's einfach oder pilgern Sie mal auf dem Jakobsweg.

  8. 40.

    Die Kennzahlen, die unbestechlich sind, lügen nicht. Sie sind wahr. BIP pro Kopf, Lohnsteuereinnahmen und Gewerbesteuern sind unbestechlich. Sie können nicht schön gerechnet werden. Auch wenn Sie dies (vergeblich) versuchen. „Josti“ hat übrigens von einem Gewinn für die Region gesprochen. Die richtigen (!) Zahlen belegen das gerade nicht. Aber, es gibt eine Vorstellung davon, wie sich eine Region gut entwickeln könnte... wenn der Standort stimmen würde. Dies ist bei Tesla aber so gründlich „in die Hose gegangen“. Wiedereinmal. Ob irgendeinmal neue gute Leute kommen die es können?

  9. 39.

    Wossi, Sie gehen wieder einmal mit den falschen Zahlen hausieren. Das Gros der Einstellungen erfolgte bei Tesla erst ab dem 2. Halbjahr 2022. Sie lassen dabei gerne bewusst auch Sondereffekte durch Russlands Krieg gegen die Ukraine unberücksichtigt etc.

  10. 38.

    Ich habe mit bei Naturraum für Generationen informiert. Die Firma wurde von Landwirten gegründet.

    Alfred Neumann

  11. 37.

    Überraschung! Der Jakbosweg verläuft gar nicht durch das geplante Werksgelände.
    https://www.brandenburger-jakobswege.de/unsere-wege/suedroute-frankfurt-berlin

  12. 36.

    Oh weh, oh kraus , Tesla bringt uns wohl das Aus!

  13. 35.

    Wissen Sie eigentlich, wie sich das BIP pro Kopf entwickelt hat? Es ist gesunken! :-( trotz Tesla.
    Die Anzahl der sozialversicherten Arbeitsverhältnisse im Juni 22: Die Bevölkerung wuchs seit 2013 um 4,9%, die Zahl der SV-Pflichtigen nur um 1,8%.. Das bedeutet, dass die Arbeitskräfte bei Tesla NICHT zusätzlich sind. Umschichtungen?
    Arbeitslosenzahlen haben sich sogar verschlechtert.
    Lohnsteuereinnahmen sind nicht gestiegen, im Gegenteil, trotz Zuzug.
    Steuereinnahmen aus Industieansiedlungen wie Tesla u.a. gerne auch vor und nach der Ansiedlung fehlen gleich ganz und es gibt sogar Neuverschuldungen mit „Tricks“...
    Die Wasserpreise und Rationierungen sind der Anfang einer Versteppung.

  14. 33.

    Anders als Ihr "Tesla-Mitarbeiter" sind dem RBB einige der Flächen der Neuaufforstungen bekannt. Stöbern Sie mal hier im Archiv. In dem Zusammenhang wurde bekannt, dass Firmen wie "Naturraum für Generationen" sich auch einige Jahre um die Neuanpflanzungen kümmern müssen, da sonst die Forstbehörde den neuen Wald nicht abnimmt. Für viele Flächen hat es sogar ein öffentliches Planfeststellungsverfahren geben müssen, weil mehr als nur "hier mal ein Baum und dort noch einer" neu angepflanzt worden ist.

  15. 32.

    Herr Neumann, dann schauen Sie sich die Preise für Ackerland an! Ackerland ist wertvoll, natürlich abhängig von Bodenwertzahl und Lage. Mit ihren Beiträgen zu den Bauernprotesten haben Sie bewiesen, das Landwirtschaft nicht so ihr Ding ist. Auch nicht verwunderlich als Grostädter.

  16. 31.

    Schon vor langer Zeit warnte ich.

    Hände weg vom Jakobsweg!
    Nein, man musste den Jakobsweg durch eine Bushaltestellenanlage unterbrechen. Jetzt will man noch näher heranrücken.
    Soll es dem spirituellen Weg genauso ergehen, wie der Alten Poststraße - nicht mehr historisch nutzbar?
    Dann gibt es eine Grünheider Sehenswürdigkeit weniger.

    Schaun ma mal!

  17. 30.

    Ach Wossi, Sie geben sich doch mit nichts zufrieden und sind deshalb hier schon merhfach mit falsch zugeordneten Zahlen hausieren gegangen.

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