Fußball | Hertha BSC - Durchwachsene Premiere von Stefan Leitl gegen Nürnberg: hinten hui, vorne naja

Fr 21.02.25 | 21:08 Uhr
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Hertha gegen Nürnberg (imago images/Daniel Lakomski)
Audio: rbb24 Inforadio | 21.02.2025 | Guido Ringel | Bild: imago images/Daniel Lakomski

Nach zuletzt vier Niederlagen in Folge und der Entlassung von Trainer Cristian Fiél konnte Hertha BSC den Abwärtstrend gegen den 1. FC Nürnberg zumindest im Ansatz stoppen. Vor allem defensiv zeigte sich die Mannschaft verbessert.

  • Tjark Ernst kehrt ins Hertha-Tor zurück
  • Hertha defensiv verbessert, offensiv wenig zwingend
  • Teile der Nürnberger Fans kommen wegen Problemen bei der Anreise verspätet im Stadion an

Beim Debüt des neuen Trainers Stefan Leitl ist Hertha BSC gegen den 1. FC Nürnberg am Freitagabend nicht über ein 0:0 hinausgekommen. In einer intensiven, aber ereignisarmen Partie bestimmten die Berliner das Geschehen, ohne aber klare Chancen herausspielen zu können. Durch den Punktgewinn rückt die Hertha vorläufig auf Rang zwölf der Tabelle, kann im weiteren Verlauf dieses 23. Spieltags aber wieder auf Platz 14 abrutschen.

Der Spielverlauf

Stefan Leitl änderte die Startelf der Hertha im Vergleich zur 1:2-Niederlage in Düsseldorf auf zwei Positionen. Im Tor begann Tjark Ernst für Marius Gersbeck. Im Sturm ersetzte Florian Niederlechner Michael Cuisance. Chancen aber sollten Mangelware bleiben. In den ersten 45 Minuten sorgte einzig ein Abschluss von Fabian Reese für Gefahr. Seine Volley-Abnahme mit dem linken Fuß geriet aber zu zentral (28.).

Mehr war nicht in der ersten Halbzeit, in der beide Mannschaften deutlich besser gegen den Ball agierten als mit. Immerhin der Einsatzwille stimmte. Die Berliner ackerten über den gesamten Platz und ließen keinen einzigen der ansonsten so gefürchteten Nürnberger Umschaltmomente zu.

An diesem Bild änderte sich auch mit Beginn der zweiten Halbzeit wenig. Hertha hatte mehr Ballbesitz, agierte aber zu statisch oder aber ungenau. Nürnberg verlegte sich komplett auf die Defensive. Ein Reese-Schuss ans Außennetz blieb somit lange Zeit das einzige Highlight (58.). Die Berliner wechselten folglich offensiv, brachten Luca Schuler und Michael Cuisance für Florian Niederlechner und den komplett wirkungslosen Michal Karbownik.

Mit schwindenden Kräften auf beiden Seiten wurde das Spiel in der Schlussphase dann auch tatsächlich etwas offener. Dennoch kam es bis auf einen zu tief angesetzten Lupfer-Versuch von Reese (79.) zu keiner weiteren Torchance der Berliner mehr. Nürnberg hingegen hatte nach Konter und durch Yilmaz die große Chance auf den späten Siegtreffer. Doch der linke Schienenspieler brachte freistehend vor Hertha-Torhüter Tjark Ernst und aus wenigen Metern nur einen Gewaltroller zu Stande (84.).

Pyrotechnik im Nürnberger Fanblock (imago images/O.Behrendt)Pyrotechnik im Nürnberger Gästeblock.

Spieler des Tages

Es ist fast ein bisschen langweilig und angesichts eines torlosen Unentschiedens auf den ersten Blick trotzdem auch ein wenig kontraintuitiv - aber wenn in diesem Spiel was ging, dann über Herthas Unterschiedsspieler schlechthin, über Fabian Reese. Zwar hatte der 27-Jährige auch schon flirrendere Auftritte hingelegt im Olympiastadion und erstaunlich wenig erfolgreiche Dribblings aufzuweisen. Dennoch gingen sämtliche Torchancen der Berliner auf sein Konto.

Einen ähnlich starken Auftritt hatte Pascal Klemens im defensiven Mittelfeld. Der nicht nur lief, lief, lief und lief, sondern auch offensiv durchaus zu gefallen wusste. Zwar spielte er keine überragenden Pässe, die zu direkten Torchancen führten, aber immer wieder sauber nach vorn. Wie stabil die Leistung von Klemens war, merkte man vor allem daran, dass sein Nebenmann Michal Karbownik erst bei seiner Auswechslung so richtig auffiel.

Was war denn da los?

Als man sich kurz vor Ende der ersten Halbzeit auf ein schönes Pausen-Nickerchen einstellen wollte, auch weil auf dem Rasen nur überschaubares Erregungspotential vorhanden war, wurde es plötzlich stimmungsvoll im Olympiastadion. Nicht etwa, weil einer der Spieler etwas Besonderes in den Abend stellte, sondern weil plötzlich Bewegung in den Gästeblock mit den Nürnberg-Fans kam.

Von einer Vollsperrung und Bahn-Verspätungen geplagt waren es vor allem die Ultras, die erst mit reichlich Verspätung zum Spiel erschienen. Und begeistert empfangen wurden. Eine weitere Folge der Verzögerung: Mit Beginn der zweiten Halbzeit hatten die Nürnberger Anhänger offenbar einiges nachzuholen in Sachen Pyrotechnik. Zwischen Minute 45 und 48 gab es demnach gehörig Feuerwerk - leider nur auf den Rängen.

Zählbares

  • 41.752 Zuschauer vermeldete die Hertha für das Duell gegen die Nürnberger - Minusrekord für die Saison
  • Gerade einmal drei Trainingseinheiten hatte Stefan Leitl mit seinem Team zur Verfügung, seit er als Coach der Hertha übernommen hatte Anfang der Woche. Der Fokus lag dabei auf der Defensive - und das sah man auch
  • Schlappe vier Torschüsse brachte Nürnberg im Laufe der Partie zu Stande. Kein Hertha-Gegner dieser Saison hatte weniger
  • Die Nr. 1 trägt Tjark Ernst, der gegen Nürnberg wieder im Tor stand. Blöd nur, dass beim Verlesen der Mannschaftsaufstellung das Bild von Marius Gersbeck eingeblendet wurde. Die Folge? Pfiffe der Fans. Stadionsprecher Fabian von Wachsmann nahm es mit Humor, sagte: "Wir fangen noch mal an."

Die Stimmen zum Spiel

Stefan Leitl: "Nicht die ganz große Freude, weil wir das Spiel natürlich gern gewonnen hätten. Aber ich habe eine Leistung meiner Mannschaft gesehen, mit der bin ich absolut ok. Es war der erste Punkt nach vier sieglosen Spielen und ich glaube, dass man heute gesehen hat, in welche Richtung wir gehen wollen. (…) Wir haben in der Halbzeitpause mal auf unseren Tacho geschaut, da waren zweieinhalb Kilometer mehr drauf als beim 1. FC Nürnberg. Das heißt die Jungs wollten unbedingt. Sie haben im Spiel gegen den Ball das umgesetzt, was wir haben wollten. Wir hatten unfassbar viele Ballgewinne, waren leider da nicht konkret genug, um ein Tor zu schießen. Aber gegen eine insgesamt tolle Nürnberger Mannschaft, die in der Rückrunde toll performte, waren wir heute schon das bessere Team."

Fabian Reese: "Wir haben gegen den Ball mit unser bestes Spiel gemacht, haben wenig zugelassen, keine Großchancen, hohe Ballgewinne erzielt. Ich glaube, wir haben den Gegner kontrolliert über 90 Minuten. Wir hatten mehrere Halbchancen, auch die ein oder andere recht gute Chance, wo wir einen Schritt zu spät kommen, wo wir vielleicht ein ganz bisschen ungenau spielen. Ich glaube, heute waren hier drei Punkte drin. Wir waren die bessere Mannschaft. Nichtsdestotrotz haben wie die Niederlagenserie beendet und ein ansprechendes Heimspiel geliefert."

Robin Knoche: "Die erste Halbzeit war nicht ganz so das, was wir uns vorgestellt haben. Defensiv standen wir eigentlich über das ganze Spiel kompakt, standen gut, haben eigentlich kaum irgendwelche Großchancen zugelassen. Was wir uns offensiv vorgenommen haben, die Umschaltmomente auszuspielen, hat heute nicht ganz so funktioniert. Gerade in der zweiten Halbzeit waren einige Möglichkeiten im Ansatz da. Das haben wir nicht sauber genug ausgespielt."

Der Liveticker zum Nachlesen

Sendung: rbb24, 21.02.2025, 22 Uhr

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9 Kommentare

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  1. 9.

    Klingt wie Nils, heißt „Nilson“ und gibt sich etwas milder. Nürnberg muss man erst mal kleinhalten: drittbeste Offensive und zur Zeit einen Lauf…
    Hertha war sehr bemüht und eigentlich auch deutlich besser, allerdings vorne unentschlossen und wenig einfallsreich. Reese hat sich aufgerieben, hat aber nach langer Verletzung und OP logischerweise noch nicht die Kraft und Stärke.
    Irgendwie etwas weniger flatterhaft als unter Fiel. Die nächsten Spiele werden es zeigen. Aber die Verheißung nach Aufregenden Fussball vom Anfang der Saison ist weg. Wer weiß, wie nächste Saison wird. Die Dame braucht einen langen Atem.
    Vor zwei Wochen hätte die Hertha dieses Spiel noch verloren.

  2. 8.

    Festzuhalten ist, das dieses ganze Spiel lediglich Mittelmaß war, und der Reese immernoch künstlich Hochgejubelt wird.
    Ein gerechtes Unendschieden zwischen zwei schwach spielende Zweitligamannschaften.
    Von Nürnberg bin ich sehr enttäuscht, die hatte ich viel stärker eingeschätzt. Hertha steht dort wo sie hingehören, im Abstiegskampf. Eine Wende war dieses Spiel nicht.

  3. 7.

    Mensch Hertha kann noch eng werden, wenn die hinter euch weiter punkten

  4. 6.

    so, so
    "Letztlich brachte Hertha einen Versuch mehr aufs Tor."
    zählen kann sehr schwer sein:
    Nürnberg: 4 Torschüsse - Reese 4 Torschüsse, dazu 1 weiterer Torschuss oder waren es doch 12 weitere Torschüsse ...

  5. 5.

    Ich zitiere mal:
    "Schlappe VIER Torschüsse brachte Nürnberg im Laufe der Partie zu Stande. Kein Hertha-Gegner dieser Saison hatte weniger" - Nun, Herthas Unterschiedsspieler schlechthin, Fabian Reese, traf neben dem Netz auch nichts zählbares. Dafür aber erstaunlich wenig erfolgreiche Dribblings aufzuweisen.
    Letztlich brachte Hertha einen Versuch mehr aufs Tor.
    Damit steht es am Ende 5:4. Und dafür gibt es nur EINEN Punkt.
    Reicht aber dazu, die mittelmäßige Leistung schön zu reden. "Na, also. Ein akzeptabler Einstand für Leitl. der den Abwärtstrend Herthas stoppen konnte und mit etwas mehr Glück gar drei Punkte gewonnen hätte." Eskapismus pur.

  6. 4.

    Bekleckert hat sich die Hertha wahrlich nicht,aber Mühe gegeben. Gegen ELV wirds schwer und Schalke ist auch nicht ohne. Ich glaube der Leitl ist froh nicht verloren zu haben.Viel, viel Arbeit. Hoffentlich wird er dafür auch anständig bezahlt. Wieviel Kohle kann die Hertha in den Katakomben des Oly noch finden? .Schitt das Stadion gehört der Stadt Berlin und demnach auch die Fundsachen.So ein Mist aber auch.

  7. 3.

    Konnte ja auch eigentlich nur besser werden, obwohl es offensiv wie immer zu lau war.

  8. 2.

    Na, also. Ein akzeptabler Einstand für Leitl. der den Abwärtstrend Herthas stoppen konnte und mit etwas mehr Glück gar drei Punkte gewonnen hätte.

  9. 1.

    Auf ein gutes Spiel. Viel Glück dem Club.
    Auswärtssieg !!