Umstrittener Neubau - Abrissarbeiten am Jahn-Sportpark in Prenzlauer Berg haben begonnen

Di 08.10.24 | 17:03 Uhr
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Abriss Jahnsportpark (Abriss Jahnsportpark )
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Audio: radioeins vom rbb | 08.10.2024 | Alexandra Nestmann | Bild: picture alliance/dpa | Jens Kalaene

Am Dienstagvormittag haben die Abrissarbeiten am Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark in Berlin-Prenzlauer Berg begonnen. Mit mehreren Baggern wurden erste Gebäude abgetragen. Das bestätigte auch Innen- und Sportsenatorin Iris Spranger.

"Der Abriss hat heute früh begonnen, so habe ich die Nachricht bekommen von der
Senatsverwaltung für Stadtentwicklung", erklärte sie auf einer Pressekonferenz.

Zuvor hatte der Verband "NaturFreunde Berlin" allerdings angekündigt, einen Eilantrag an das Berliner Verwaltungsgericht stellen zu wollen, um die Abrissarbeiten zu stoppen. Der Grund sei die nicht ausreichende Berücksichtigung des Artenschutzes, da eine hohe Anzahl von Bruthöhlen für 25 Vogel- und neun Fledermausarten durch die Baumaßnahmen verloren gehen würden und von der Berliner Senatsverwaltung bisher noch nicht ersetzt worden seien. Das sei ein Verstoß gegen sogenannte CEF-Maßnahmen.

Antrag bisher nicht eingegangen

Das Verwaltungsgericht erklärte auf rbb-Nachfrage am Dienstagnachmittag, dass ein solcher Antrag bisher nicht eingegangen sei. Bereits am Montag bestätigte das Gericht aber, dass es zu erheblichen Verzögerungen kommen könnte, sollte ein solcher Antrag eingehen. Die Berliner Senatsverwaltung wehrt sich gegen die Vorwürfe und teilte über ihre Pressestelle mit, dass sämtliche CEF-Maßnahmen korrekt umgesetzt werden.

Auf dem Gelände soll ein neues Stadion mit einer Sitzkapazität von 20.000 Plätzen als Kernstück des neuen Sportparks gebaut werden. Der Senat plant eine voll inklusive Anlage im Ortsteil Prenzlauer Berg. Auf der riesigen Fläche sind unter anderem weitere Tennis-, Fußball- und Volleyballplätze vorgesehen. Außerdem soll eine neue Multisporthalle entstehen.

Das Projekt wurde von Beginn an kritisiert, da Abriss und Neubau des Stadions mittlerweile 182 Millionen Euro kosten soll und damit doppelt so viel, wie ursprünglich geplant. Die Bürgerinitiative Jahnsportpark sammelte in einer Petition über 14.000 Unterschriften, um die Maßnahmen zu verhindern. Aus ihrer Sicht seien ein Abriss und Neubau des Jahnstadions weder nötig noch finanziell nachhaltig. Die Bürgerinitiative hat sich auch dem Vorwurf der "NaturFreunde Berlin" angeschlossen.

Sendung: radioeins vom rbb, 08.10.2024, 16:30 Uhr

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6 Kommentare

  1. 6.

    Der Bau wird sich verzögern die Kosten explodieren und mit etwas Glück haben wir am Ende eine halbfertige Bauruine wie beim Elbetower.

  2. 5.

    Das Geld muss weg. ^^ also ich finde einen Neubau völlig unnötig. Das geld sollte lieber in die BVG, kommunalen Wohnungsbau für Berliner oder den schuldenabbau gesteckt werden.

  3. 4.

    Da die Planungen und die Finanzierung vom Rot-Rot-Grünen Senat beschlossen wurden und solche Projekte gleichfalls vom Bund mitfinanziert werden, wird das neue Areal plus Stadion gebaut. Des Weiteren nennen sich solche Projekte Infrastrukturprojekte, die dem Allgemeinwohl zugutekommen. Ergo, kein Bauruine oder Verkauf oder Sonstiges.

  4. 3.

    Es geht ja um seltene Tiere, "Manuel".
    Aber interessant, dass Sie in diesem Zusammenhang von "DDR" schreiben...
    Kalter Krieger bis in den Tod, was?

  5. 2.

    Da Berlin schon jetzt keine 182 Millionen hat und die Kosten sicherlich weiter steigen, wird es nie zu einem Neubau kommen. Nach 5 Jahren Brachfläche wird das Gelände meistbietend verkauft. Dann gibt es unbezahlbare Wohnungsbau. Wetten?

  6. 1.

    Wenn jede bauliche Veränderung und jeder Neubau wegen irgendwelcher "Bruthölen", Fledermäuse, Echsen oder Käfer abgesagt wird, dann werden überhaupt keine Bauarbeiten mehr durchgeführt und Berlin sieht in ein paar Jahren aus wie früher die Häuser in der "DDR".

    Artenschutz in allen Ehren, man sollte aber aus idelologisch begrenzter Sichtweise nicht jeden Fortschritt verhindern.

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