Sperrkreis aufgehoben - Weltkriegsbombe in Frankfurt (Oder) erfolgreich entschärft

Mi 02.04.25 | 14:20 Uhr
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Mitarbeiter des Kampfmittelbseitigungsdienstes haben am 02.04.2025 erfolgreich eine Weltkriegsbome entschärft. (Quelle: rbb/Robert Schwaß)
rbb/Robert Schwaß
Audio: rbb Antenne Brandenburg | 02.04.2025 | Robert Schwaß | Bild: rbb/Robert Schwaß

In der Innenstadt von Frankfurt (Oder) ist am Mittwoch eine Splitterbombe unschädlich gemacht worden. Mehr als 2.000 Menschen mussten evakuiert werden. Nun können sie wieder in ihre Wohnungen zurück.

Eine Splitterbombe aus dem Zweiten Weltkrieg ist am Mittwochmittag in der Frankfurter Innenstadt (Oder) erfolgreich entschärft worden.

Experten des Kampfmittelbeseitigungsdienstes (KMBD) waren dafür im Einsatz. Der Zünder sei entfernt und anschließend gesprengt worden, sagte Jens-Marcel Ullrich, der für den Katastrophenschutz zuständige Beigeordnete der Stadt, auf Anfrage. Im Anschluss wurde die Bombe verladen. Der Sperrkreis ist seit 13 Uhr aufgehoben.

Insgesamt waren mehr als 2.000 Anwohner betroffen, die ihre Wohnungen vorübergehend nicht nutzen konnten. Für diejenigen, die nicht bei Verwandten oder Bekannten untergekommen sind, gab es eine Notunterkunft in der Brandenburg-Halle nicht weit von dem Wohngebiet entfernt. Insbesondere ältere Menschen hätten am Morgen nach Ullrichs Aussage dieses Angebot genutzt.

Auch ein Ärztehaus, mehrere Supermärkte, das Theater- und Konzerthaus Kleist-Forum und ein Mehrgenerationenhaus lagen im Sperrkreis. Mehrere Straßen wurden vorübergehend gesperrt.

Bei Bauarbeiten gefunden

Die Splitterbombe war am Montag bei Bauarbeiten in der Innenstadt von Frankfurt (Oder) gefunden worden. Bei dem Sprengkörper handele es sich um eine 250 Kilogramm schwere deutsche Splitterbombe, die mit einem russischen Zünder als Beutemunition eingesetzt worden sei, sagte Peer Bärsch vom Kampfmittelbeseitigungsdienst dem rbb. "Das war kein schwieriger Einsatz, der Zünder ging wirklich gut raus." Er sei weder verklemmt noch verkeilt gewesen.

Brandenburg hat nach Angaben des Innenministeriums bundesweit die meisten Flächen, die Kampfmittel wie Bomben und Granaten aus dem Zweiten Weltkrieg enthalten könnten. Im vergangenen Jahr wurden rund 340 Tonnen entdeckt, nach etwa 570 Tonnen im Jahr vorher. Erst in der vergangenen Woche mussten rund 1.000 Menschen in Prenzlau wegen einer Entschärfung vorübergehend ihre Wohnungen verlassen.

Sendung: Antenne Brandenburg, 31.03.2025, 17:30 Uhr

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31 Kommentare

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  1. 31.

    Ich staune nur wie lange das Teufelszeug in der Erde liegt ohne das was passiert. Ich möchte mir nicht vorstellen was passiert wenn so ein Bömbchen mitten in der Stadt plötzlich hoch geht.

  2. 30.

    Die genaue Lage des Blindgängers in der Karte wäre noch interessant, da dort oben 45 nicht so viel an Bebauung stand wie heute. Bebaut war Hohenzollernstraße am Hohenzollernplatz mit dem provisiroschen Löschteich 45, und an der Luisenstraße hoch bis zum Gut (war links der Straße) und dann weiter bis zum Realgymnasium, ansonsten war da oben nur noch der Friedhof (kleiner Rest heute Kleistpark).

  3. 29.

    "... nur kann ich da nicht von Beutemunition der Roten Armee erkennen, darum ging es mir." Es kann nur aus dem Angriff der Roten Armee nach Abzug der Festungstruppen der Wehrmacht stammen, wenn es deutscher Bauart ist und nicht aus dem Angriff 44, die Fernbomber der Engländer verwendeten keine Beutemunition bei solchen Langstreckenangriffen.

  4. 28.

    @Frankfurter, nur kann ich da nicht von Beutemunition der Roten Armee erkennen, darum ging es mir.

  5. 27.

    "Am 15. Februar 1944 erfolgte ein Angriff der britischen Luftwaffe. Um 20:35 Uhr wurde von der Luftschutzwarnzentrale der Stadt Voralarm gegeben. 24 Avro Lancaster Bomber flogen die Stadt an, allerdings warfen nur fünf ihre Bomben über der Stadt ab. Ziele waren eine vermutete Daimler-Benz-Fabrik und der heute stillgelegte Rangierbahnhof. Dafür führten die Flugzeuge 24 Luftminen, mit je 1.815 kg, 84 Sprengbomben, mit je 114 kg und 9,4 Tonnen Brandbomben mit sich. Allerdings wurde ein großer Teil der Bomben auf andere Orte im Raum Frankfurt bzw. Kreis Guben abgeworfen. Beim Angriff starben 58 Menschen im Alter zwischen zwei Monaten und 79 Jahren. Auch wurden 13 Scheinanlagen mit 75 Sprengbomben und zahlreichen Brandbomben angegriffen. Bahnanlagen wurden keine beschädigt, auch in Rüstungsbetrieben gab es nur unwesentliche Beschädigungen. Bei diesem Angriff wurde auch das Humanistische Friedrichsgymnasium nahe dem Bahnhof getroffen und schwer beschädigt."

  6. 26.

    "Frankfurt/Oder wurde im Februar 1944 von den Briten bombardiert." Die haben hauptsächlich das Tarnwerk außerhalb der eigentlichen Stadt bombardiert, in der eigentlichen Stadt kam da so gut wie nichts runter.

  7. 24.

    "... oder als Beutemunition durch Luftstreitkräfte der Sowjetunion eingesetzt worden" Nur das kommt in Ffo in Frage.

  8. 23.

    "Das ist der Wahnsinn, da liegen noch Tausende Minen und Bomben im Erdbereich!" Also direkt im bebauten Stadtgebiet von Ffo (ohne nach 45 eingemeindete Ortsteile) eher Nein, da fast keine Bomben auf Ffo bis 45 gefallen sind. Könnte man aber als Frankfurter (nach Ihrem Nick) wissen, da genug dazu selbst in der MOZ (zumeidt von Targiel) war.

  9. 22.

    Das ist der Wahnsinn, da liegen noch Tausende Minen und Bomben im Erdbereich! Wann soll das alles rausgeholt werden?

  10. 21.

    Mein Dank gilt allen Rettugnskräften und Psychologen! Das mit dem Duschen ist nur das Geringtste Problem!

  11. 20.

    Es ist zwar heute 1. April, aber es sollte doch klar sein, was im Artikel damit gemeint ist.

    Nota bene: ein anderer Nick im gleichen Kommentarbereich wäre zur Unterscheidung praktisch.

  12. 19.

    Wie kommen Sie denn darauf, hier Panik zu schüren? Ein anderer Nick wäre auch praktisch im gleichen Kommentarbereich.

  13. 17.

    Da muß ich Ihnen leider beipflichten! Die Lage ist sehr ernst!

  14. 16.

    Damit sich solche Dinge nicht wiederholen, ist es umso wichtiger, dass man sich verteidigen kann und eine überzeugende Abschreckung aufbaut, falls ein gewisser größenwahnsinniger und imperialistischer östlicher Nachbar auf dumme Gedanken kommt, aber natürlich auch andere potenzielle Aggressoren und diejenigen, die es noch werden wollen. Denn nur mit freundlichen Worten wird man solche Verbrecher, die das Völkerrecht missachten sowie die Friedens- und Nachkriegsordnung Europas zerstören wollen, sicherlich nicht von mlitärischer Gewalt abhalten können - es sei denn, wir unterwerfen uns, geben Länder freiwillig ab und machen uns erpressbar und zu Satellitenstaaten von menschenfeindlichen Autokraten. Was ist Ihnen lieber?

  15. 15.

    Viel Glück den Kampfmittelbeseitigern!
    Hoffentlich geht alles gut aus.
    Euren Job möchte ich nicht machen davor hätte ich viel zu viel Angst.

  16. 14.

    Im Frankfurter Stadtgebiet sind fast keine Bomben gefallen bis zum Ende der Kampfhandlungen, ergiebiger wäre der Eichwald, da dort ein Brückenkopf der Roten Armee war der bis zur Aufhebung der Festung mit erbitterten Kämpfen. Die Brände in der Innenstadt brachen erst nach Ende der eigentlichen Kampfhandlungen aus.

  17. 13.

    Richtig. Schade, daß der rbb trotz Lokalredaktion auf sowas nicht hinweist oder sogar direkt verlinkt.

  18. 12.

    rbb: Danke für die nachgereichte Karte mit dem betroffenen Gebiet. Das ist viel praktischer als viele Worte der Beschreibung. Es wäre schön, wenn das Standard werden könnte beim rbb bei solchen Themen.