Spitzentreffen in Berlin - Abstützen offenbar keine Option: Marode A100-Brücke soll Neubau weichen
Der Verkehr im Berliner Westen ist durch die Sperrung der A100-Brücke am Funkturm stark beeinträchtigt. Bei einem Spitzentreffen ging es darum, die Brücke möglichst schnell neu zu bauen. Das fordert auch der Regierende Bürgermeister.
Hinweis: Dieser Beitrag wird nicht mehr aktualisiert. Die Autobahn GmbH hat am Mittwoch mitgeteilt, die Brücke noch im April abzureißen. Alles Weitere dazu finden Sie hier.
Bei der Ringbahnbrücke am Autobahndreieck Funkturm stehen die Zeichen auf Neubau. Das geht aus einer Mitteilung der Senatsverwaltung für Mobilität nach einem Spitzentreffen zur A100 am Dienstagabend hervor. "Kapazitäten beim Brückenbau sind vorhanden, gerade auch wenn es darum geht, innovativ und möglichst schnell zu bauen", so die Verkehrsverwaltung.
Bei dem Treffen, an dem neben Vertreter des Landes Berlin auch die Autobahn GmbH, das Bundesministerium für Digitales und Verkehr, die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) und die Deutsche Bahn teilnahmen, wurde auch über den Ablauf weiterer Bauarbeiten gesprochen.
Wie der rbb aus dem Kreis der Teilnehmenden erfuhr, scheint ein kompletter Abriss und Neubau unausweichlich: Die Brücke lediglich abzustützen ist offenbar keine Option.
Wegner dringt auf schnellen Neubau
Auch Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) dringt darauf, die Ringbahnbrücke so schnell wie möglich neu zu bauen. Zwei Jahre wären eine gute Zeit, auch wenn das eine ziemliche Belastung bedeute, sagte er am Mittwochmorgen dem rbb.
"Ziel ist, die konkreten Auswirkungen auf die Mobilität in und um Berlin, bei BVG und S-Bahn und den innerstädtischen Auto- und Wirtschaftsverkehr so gering wie möglich zu halten", hieß es in der Mitteilung der Verkehrsverwaltung.
Es müssten alle Möglichkeiten genutzt werden, um Planungs- und Genehmigungsverfahren zu beschleunigen, so Wegner. Es solle dann möglichst rund um die Uhr gebaut werden. Er begrüßte, dass der Bund am Dienstag zugesagt hat, 150 Millionen Euro für eine neue Brücke bereitzustellen.
Bessere Kommunikation vereinbart
Auf dem Spitzentreffen am Dienstag wurde derweil auch beschlossen, die Kommunikation künftig stark zu verbessern. Dafür soll in der Verkehrsverwaltung eine eigene Steuerungsgruppe geschaffen werden. In den vergangenen Wochen war es mehrfach zu Verwirrungen und Problemen gekommen, weil Informationen nicht ordentlich weitergegeben und Maßnahmen teils extrem kurzfristig oder gar nicht angekündigt wurden - etwa die Sperrung der Brücke oder der Ringbahn. Zudem soll es regelmäßige Treffen aller Akteure geben, das nächste ist bereits für kommenden Freitag geplant.
Im betroffenen Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf zeigte man sich zufrieden mit dem Ergebnis. Es sei gut, so der zuständige Bezirksstadtrat für Verkehr Oliver Schruoffeneger (Grüne), dass nun die Zuständigkeiten geklärt seien.
So sieht es an der gesperrten Ringbahnbrücke aus
S-Bahnring unterbrochen
Die Autobahnbrücke der A100 wurde Mitte März wegen eines sich ausbreitenden Risses zunächst für den Autoverkehr in Richtung Norden gesperrt. Wenig später wurde auch der darunter verlaufende S-Bahn-Verkehr eingestellt.
Auf der Stadtautobahn am Dreieck Funkturm gibt es inzwischen in die nördliche Richtung aktuell eine Notspur auf der Gegenfahrbahn. Die ist allerdings für schwere Lkw gesperrt, die Fahrzeuge müssen durch die Straßen in Charlottenburg-Wilmersdorf fahren oder sollen die A100 über den Berliner Ring weiträumig umfahren.
An der Kreuzung Spandauer Damm Ecke Königin-Elisabeth-Straße wurden am Freitag die Ampelschaltungen und Fahrbahnmarkierungen angepasst. So soll der Autoverkehr nach Norden besser zurück auf die A100 geführt werden.

Die Ringbahn ist zwischen Halensee und Westend in beide Richtungen unterbrochen. Betroffen sind die S41, S42 sowie die S46. Die Stationen Messe/Nord und Westkreuz werden bis auf Weiteres von diesen Linien nicht angefahren. Das aktuelle Konzept habe sich als "robusteste Variante erwiesen", um einen "möglichst stabilen und verlässlichen Betrieb" zu gewährleisten, hieß es von der S-Bahn.
Der Bahnhof Messe Nord/ZOB wird über den Ersatzverkehr mit Bussen sowie die U2 erreicht. Von Halensee gibt es einen 20-Minuten-Takt zum S-Bahnhof Charlottenburg und damit einen Anschluss an die Stadtbahn. Die fährt auch das Westkreuz an, also die Linien S3, S5, S7 oder S9. Die S46 fährt nur zwischen Königs Wusterhausen und Bundesplatz. Die Haltestelle Westkreuz werde von den Ringbahnen nicht angefahren, da dort Wendemöglichkeiten fehlen, so der Berliner S-Bahn-Geschäftsführer Peter Buchner.

Sendung: rbb24 Inforadio, 02.04.2025, 7:40 Uhr