Bundesverkehrsminister - Wissing: Bund stellt 150 Millionen Euro für Erneuerung der A100-Brücke bereit

Di 01.04.25 | 20:23 Uhr
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Bauarbeiter arbeiten auf der gesperrten Ringbahnbrücke der A100 am Dreieck Funkturm in Berlin. (Quelle: dpa/Sebastian Gollnow)
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Audio: rbb24 Inforadio | 01.04.2025 | Giuliana Koch | Bild: dpa/Sebastian Gollnow

Seit Mitte März ist die Brücke der A100 am Berliner Funkturm für den Verkehr gesperrt. Auto- und S-Bahnverkehr sind massiv beeinträchtigt. Der Bundesverkehrsminister hat nun eine rasche Geldspritze für den Ersatzbau zugesagt.

Die Bundesregierung stellt für den zügigen Ersatzneubau der maroden A100-Brücke in Berlin trotz der vorläufigen Haushaltsführung rund 150 Millionen Euro bereit. "Damit haben wir die Finanzierung gesichert, um den Ersatzneubau schnellstmöglich errichten zu können", sagte Bundesverkehrsminister Volker Wissing (parteilos) am Dienstag der Funke-Mediengruppe. "Jetzt gilt es, dass alle Beteiligten an einem gemeinsamen Strang ziehen."

Es soll demnach ein Lenkungskreis eingesetzt werden, der unter der Leitung des Verkehrsministeriums stehe. Mit dem Geld könnten die nötigen Ausschreibungen zügig auf den Weg gebracht werden, hieß es von der bundeseigenen Autobahn-Gesellschaft, die für die Brücke verantwortlich ist, auf Anfrage.

Autoverkehr auf und Bahnverkehr unter der Brücke gesperrt

Der dreispurige Bau war Mitte März aufgrund eines sich ausbreitenden Risses im Tragwerk kurzfristig für den Autoverkehr gesperrt worden. Die Fahrzeuge werden aktuell über eine Spur auf der Gegenfahrbahn geleitet.

Der Schwerlastverkehr allerdings muss einen Umweg durch die umliegenden Straßen nehmen. Der Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf befürchtet deshalb gravierende Schäden an der Asphaltdecke oder den darunter liegenden Wasserleitungen.

Seit vergangener Woche ist auch der S-Bahnverkehr, der unter der Ringbahnbrücke hindurchführte, eingestellt. Das betrifft die Linien S41, S42 und S46. Zwischen den Bahnhöfen Westend und Halensee verkehren stattdessen Busse. Wie lange die Sperrungen andauern, ist noch unklar. Die Autobahn-Gesellschaft prüft derzeit, ob das Bauwerk sofort abgerissen oder zunächst abgestützt wird, um die Sicherheit zu gewährleisten. Erste Vorbereitungsarbeiten für Abriss und Stützung haben laut der Autobahn GmbH bereits begonnen.

Brückenerneuerung war bereits geplant

Die Brücke gehört zum Berliner Autobahndreieck Funkturm, einem der am stärksten belasteten Verkehrsknoten in Deutschland. Täglich fuhren rund 230.000 Fahrzeuge über die Verbindung und etwa 95.000 über die Brücke. Bei ihrem Bau 1963 sollte die Ringbahnbrücke rund 25.000 Autos pro Tag tragen können.

Sperrung und Neubau der Brücke waren ursprünglich später vorgesehen, sie sind Teil der geplanten Umgestaltung des Autobahndreiecks Funkturm. Doch wegen der massiven Verkehrsbehinderungen muss es nun schnell gehen: Maßnahmen sollen vorgezogen, Abläufe beschleunigt, das Planfeststellungsverfahren in Teilen gerafft werden.

Sendung: rbb24 Inforadio, 01.04.2025, 20:00 Uhr

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24 Kommentare

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  1. 24.

    Ich hoffe, das ist der Aprilscherz des rbb: Daß die Brücke wieder aufgebaut werden soll und mit soviel Geld? Abreißen ja und so schnell wie möglich, damit die S-Bahn und die Güterzüge auf dem Innenring wieder fahren können. Aber wozu soll die Brücke wieder aufgebaut werden? Damit schafft man sich die Gefahr, daß in wenigen Jahrzehnten wieder die gleiche Katastrophe sich ereignet. Ich würde generell verbieten, Autobahnbrücken über Eisenbahngleise zu bauen, um zu vermeiden, daß irgendwann der Zugverkehr wegen derer Einsturzgefahr eingestellt werden muß. Die 150 Mio.€ sollen verwendet werden, um den Verkehr auf die Eisenbahn zu bringen und nicht um Autobahnbrücken zu bauen, die in wenigen Jahrzehnten wieder einstürzen und damit den Zugverkehr gefährden können.

  2. 22.

    Ist ja auch dem Bund sein "Brückenschrott" muss er ja auch das Geld stellen... Verstehe die Meldung nicht ganz.

  3. 21.

    Das ist doch seit Jahren das Problem, der Preis spielt keine Rolle, keiner weiß so richtig wie er bei all der Bürokratie das Geld abrufen kann. Viele Projekte sind doch aus dem Grund gescheitert! Und wenn es dann nach Jahren mal jemand schafft, dann sind die Preise schon völlig andere.

  4. 20.

    Geschäftsführend bis die neuen, ich weiß nicht wie ich sie nennen soll, übernommen haben.

  5. 18.

    Hmmm 01.04 diesen Jahres , der Verkehrsminister ist doch nicht mehr im Amt.

  6. 17.

    Mein Beitrag bezog sich auf den Vorschlag von Chris MOL, dass genau dies 1 : 1 geschehen solle, damit sofort & gleich losgelegt werden kann.

  7. 16.

    Wie sehr wird sich ihr Leben verändern wenn sie die Bausumme kennen?

    "150 Millionen Euro für eine einzige Brücke erscheinen extrem teuer"

    Die Brücke steht nicht auf dem freien Feld mit 360° Baufreiheit.

  8. 15.

    Ach ja, unsere Google-Bauingenieure mal wieder.

  9. 14.

    Die übrigen Mittel für die sogenannte Einheitswippe sollten für den Wiederaufbau der Brücke mit verwendet werden. Dieses Politikerprojekt benötigt doch sowieso kein normaler Bürger. Hat bisher leider auch schon etliche Millionen € gekostet. Ich habe wiederholt schon leider ergebnislos solche Politikererinnerungsbauwerke
    kritisiert, doch das interessiert niemand. Und die erneuerte Brücke sollte auch für die 40Tonner LKW entsprechend ausgelegt werden , mit Grüßen an die FDP-Befürworter.

  10. 13.

    Mich als Steuerzahler interessiert die Summe. 150 Millionen Euro für eine einzige Brücke erscheinen extrem teuer, wenn man überlegt das sonst Radfahrwege für ein paar Millionen gestrichen werden.

  11. 12.

    Oh, hat man im fast angeschlossenen Planfeststellungverfahren zum Neubau dieser Brücke alte Aussagen zum Baugrund verwendet. Ich habe es anders als Sie nicht im Detail verfolgt.

  12. 11.

    Für den ÖPNV ist das Land Berlin zuständig. Dessen Kunden treten aber weder in noch auf Pedale und sind damit seit Jahren für den Senat nur das Feigenblatt einer klientelorientierten Verkehrspolitik. Manche Bezirke bremsen den sogar mit Wonne aus und pollern oft genutzte SEV-Routen oder gar planmäßig genutzte Bushaltestellen weg.

  13. 10.

    Vor einem Jahr fand die Erörterung im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens statt. Wo klemmt es, dass man jetzt noch etwas straffen könnte.

  14. 9.

    "Nach gesunden Menschenverstand könnte alles sehr schnell gehen. Theoretisch...?"

    Kein einziges Bauwerk, was jemals errichtet wurde, wurde ausschließlich nach einem so bez. "gesunden Menschenverstand" errichtet. Zudem sind die Kenntnisse über Baugrund und Belastung 2025 größer als Jene der Mitt- Endfünfziger, als dieses Bauwerk geplant wurde. Beim Bau der Kölner U-Bahn verließ man sich, was den Untergrund angeht, auf Karten von vor über 100 Jahren. Das Ergebnis in Richtung Kölner Stadtarchiv ist bekannt. ;-

  15. 8.

    Wie da hat noch keine angefangen?

    Da werden seit Tagen schon Abrissarbeiten"Vorbereitungen" gemacht .
    Schutzplanken,Schutzwände,Stromkabels,Rohre,Laternen,Schilder von denn Verzeichenbrücken usw abgebaut bzw entfernt.

    Genauso werden gerade Baustraßen/Wege angefertig für die Baufahrzeuge .

    Tja und das sehe ich so gut weil ich da wohne und auf die gesperrte Autobahn gucken kann.

  16. 7.

    Wen interessiert die summe. Die könnte von mit aus vier mal so hoch sein wenn es dafür doppelt so schnell fertig ist.

    aber sie haben ja noch nicht mal richtig angefangen. als ob alle so tun als ob jemand anderes verantwortlich ist.
    da muss mal jetzt einer auf den tisch kloppen und sagen das es oberste priorität hat.

    da stehn jeden tag zehntausende menschen im stau.

  17. 6.

    Es ist nicht allein Behördenproblem, es ist ein gesamtgesellschaftliches Problem, dem auch Behörden augesetzt sind und worauf sie sich nur beziehen können. Sie sind ja keine "terra incognita".

    Da ist ein Fahrkorb auf Baustellen für sechs Personen ausgerichtet. Dann gibts da noch den neuen Lehrling, deshalb darf der auch mitfahren. Dann sind es schon mal sieben. Kündet sich jemand von höherer Warte an, sind es ggf. noch einmal mehr. Am Ende stürzt das Ding irgendwann ab und niemand hat eine Erklärung, warum.

    Während der Restaurierungszeit des Dachgewölbes von Notre Dame wird penibel darauf geachtet, dass in dem hölzernen Dachaufbau niemand raucht. Nach Arbeitsschluss gelten dann diese Anweisungen nicht mehr, obwohl alle noch oben sind. Gewohnheitsmäßig wird sich sogleich die Lulle angezündet und einer schnippst dann das Ding weg.

  18. 5.

    Wenn eine neue Brüvke gebaut werden soll, warum sprengt man die alte marode Brücke dann nicht umgehend, damit die S-Bahn wieder fahren kann?
    Aber dass das mit dem Neubau schnell gehen wird, bezweifel ich. Planfeststellungsverfahren... Und wenn keines, dann Klagen warum keines... Umweltverträglichkeitsprüfung... Und dann ist eventuell eine Echsenart im Bereich der Ringbahngleise vermutet... Und wegen der Bausumme muss dass doch wohl EU-weit ausgeschrieben werden.