Krankenhausreform - Menschenkette protestiert in Hennigsdorf gegen Teilschließung des Klinikums

Mo 31.03.25 | 11:10 Uhr
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Mehr als 2.000 Menschen haben am Sonntag in Hennigsdorf (Oberhavel) gegen die Teilschließung des ansässigen Klinikums protestiert. (Quelle: rbb)
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Audio: Antenne Brandenburg | 30.03.2025 | Bürgermeister Thomas Günther | Bild: rbb

Mehr als 2.000 Menschen haben am Sonntag in Hennigsdorf (Oberhavel) gegen die Teilschließung des ansässigen Klinikums protestiert. Dazu bildeten sie eine Menschenkette vom Zentrum zum Krankenhaus.

Die Aktion wurde von der Stadtverwaltung geplant. Bürgermeister Thomas Günther (SPD) sagte dem rbb, dass das ein sehr starkes Zeichen sei, das von den Menschen aus Hennigsdorf an einem Sonntagnachmittag gesetzt werde.

Bereits mehr als 20.000 Unterschriften gesammelt

"Wir hatten noch relativ wenig Vorbereitungszeit", so Günther, "aber man merkt, dass es den Menschen am Herzen liegt, dass die medizinische Versorgung mit dem Krankenhaus, den stationären Betten und der Rettungsstelle hier erhalten bleibt." Die Menschen seien bei so etwas sehr sensibel und gingen auch deshalb auf die Straße.

"Es gibt genügend ältere Leute, die auf die Öffentlichen Verkehrsmittel angewiesen sind und dass die Busse hier nicht all zu oft fahren, ist ja auch bekannt", sagte der Veltener Stadtverordnete Frank Steinburg (SPD). Auch deshalb sei es "ganz wichtig", den Standort des Krankenhauses in Hennigsdorf zu erhalten.

Am 30.03.2025 bildeten rund 2.000 Menschen eine Menschenkette in Hennigsdorf. (Quelle: rbb)

Es seien auch Unterschriften für das Krankenhaus gesammelt worden, berichtete die Stadtverordnete Petra Winkel (Die Unabhängigen - Bürger für Hennigsdorf) im Gespräch mit dem rbb. Mittlerweile seien fast 23.000 Unterschriften zusammengekommen.

Im Rahmen der Krankenhausreform plant der Landkreis, die stationäre Behandlung nach Oranienburg zu verlegen. Die endgültige Entscheidung trifft ein Sonderkreistag am 9. April.

Sendung: Antenne Brandenburg, 30.03.2025, 15:00 Uhr

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22 Kommentare

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  1. 22.

    Wer bitte wird hier missachtet? Die Alternative zur Konzentration der Versorgung an einem Standort wäre unter den absehbaren Vorgaben der Krankenhausreform die Schließung beider Standorte, weil diese jeweils alleine die neuen Qualitätsanforderungen voraussichtlich nicht mehr erfüllen können.
    Natürlich könnte man mit der Entscheidung darüber noch abwarten. Aber dann läuft man Gefahr, genauso dumm dazustehen wie Dresden mit seiner Carola-Brücke oder Berlin mit der A100-Brücke oder diverse Kommunen mit zu wenig Kindergartenplätzen und und und... Kaum zeigt die Politik einmal, dass sie auch vorausschauend agieren kann, ist es einigen auch wieder nicht recht.
    Abgesehen davon wäre eine Zusammenführung beider Standorte auch ohne die Krankenhausreform sinnvoll. Mit der Krankenhausreform wird sie unbedingt notwendig.

  2. 21.

    Das ist natürlich schade. Aber wenn die Modernisierung der Krankenhausversorgung (die nicht nur die Qualität und Wirtschaftlichkeit der Versorgung verbessern kann, sondern auch die Arbeitsbedingung für die Beschäftigten) Sie dazu bringt, Ihren Beruf aufzugeben, drängt sich der Eindruck auf, dass es Ihnen damit nie (oder schon länger nicht mehr) so richtig ernst war.

  3. 20.

    Gut gewählt. Selber Schuld. Als Fachkraft werde ich nicht mitumziehen sondern gleich die Branche wechseln.
    Wo waren die 27.000 betroffenen Einwohner Hennigsdorfs???

  4. 19.

    Mir tun die Menschen da leid, die einfach mißachtet werden!

  5. 18.

    Wie soll denn Flächendeckend die Medizinische Versorgung besser werden, wenn man Krankenhäuser schließt?
    Im Gegenteil, die Versorgung wird noch schlimmer, als sie ohnehin schon ist.

  6. 17.

    Damit habe ich kein Problem, ich bin Privat versichert. Es gibt immer zeitnahe Termine.

  7. 16.

    Deutschland mit Dänemark vergleichen ?
    Also auf diese Idee kommen nur Leute die Lange Weile haben.

  8. 15.

    Genau so ist es. Dänemark hatte den Mut und den Durchsetzungswilen zur Zentralisierung. Am Ende haben alle profitiert, die Steuerzahler, die Patienten und vor allem auch das Gesundheitspersonal. Aber hierzulande hängt jeder Bürgermeister an "seiner" Klinik und 10 Minuten mehr Fahrt werden als Untergang des Gesundheitssystems beschworen. Dass dann aber vor Ort die medizinische Betreuung nur Mittelmaß ist, wird ignoriert. Wir verschwenden zu viel Geld für zu viele Krankenhausbetten, die dann natürlich auch belegt werden wollen, um kostendeckend zu sein. Das bedeutet unnötige Aufenthalte und vor allem Operationen. Es liegt also nicht wirklich im Sinne der Patienten. Die profitieren viel mehr von einer exzellenten Betreuung, wenn es wirklich notwendig ist. Das hat Dänemark erkannt und gegen alle Widerstände, die es auch dort gab, erfolgreich umgesetzt und jetzt sind alle zufrieden damit.

  9. 14.

    Was mich wundert ist, dass das Haus Gransee überhaupt nicht zur Diskussion stand. M.E. ist Hennigsdorf erst vor kurzem mit einem teuren supermodernen OP Saal ausgestattet worden, ist Lehrkrankenhaus der Charite, hat eine Strokeunit...hat gute Fachkräfte. Jetzt zu sagen, die Hennigsdorf Befürworter könnten doch auch nach Berlin ausweichen.....Seit wann plant ein Landkreis die medizinische Versorgung seiner Bürger mit dem Nachbarbundesland?Genauso könnte man argumentieren, dass Gransee auch nur 35 Minuten von Neuruppin entfernt ist, dort gibt es auch Krannkenhäuser und man bleibt in Brandenburg. Die Behauptung eine Versorgung bliebe ja mit den Fachpraxen ist lächerlich. Wenn das Krankenhaus leergezogen ist, ist auch das Labor, MRT, Röntgen usw. weg. Warum sollte sich dann dort ein Orthopäde, MS Zentrum oder andere Praxen niederlassen? Bisher war deren Vorteil doch das Nutzen der Kapazitäten des Krankenhauses und der Austausch mit den Chefärzten des Krankenhauses. Siehe MS Zentrum.

  10. 13.

    Im Landkreis TF, bestehend aus den Atkreisen Luckenwalde, Jüterbog und Zossen, wurden die Krankenhäuser Zossen und Jüterbog schon vor längerer Zeit geschlossen. Übrig blieben Luckenwalde und Ludwigsfelde. Damals, um die Wendezeit dauerte es trotz höherer Krankenhausdichte gefühlt Stunden, bis der Barkas-Krankentransport alle Bahnübergänge passiert hatte und endlich ankam. Das ist heute anders, es gibt flächendeckend Rettungsdienste, die ziemlich schnell vor Ort sind. Wenn Hennigsdorf eine Poliklinik hat, dann ist das mehr als anderswo. Wenn wegen Personalmangel Stationen des Krankenhauses schließen, n0tzt das Bett im Krankenhaus wenig. Warum tun die Menschen immer so, als fiele minütlich jemand wegen Schlaganfall oder Herzinfarkt um? Sehen Sie sich die Karte des LK TF an, wie weit die Wege von Orten wie Dahme/Mark, Glashütte oder Zesch nach Ludwigsfelde oder Luckenwalde sind. Von einer höheren Sterblichkeit mangels ärztlicher Versorgung in dieser Gegend hörte ich bis dato nichts.

  11. 12.

    Danke, ist ja auch der Grund, warum keiner in Berlin lebt, sondern alle uffm Land ! Und meckern und besserwissen tun Sie auch noch besser als Berliner.

  12. 11.

    Das ist im Moment viel zu kurz gedacht. Wie soll eine Aufstockung in Oranienburg funktionieren. Verkehr ist jetzt schon Katastrophe.
    Lösung ist ein komplett ebenerdiger Neubau auf dem alten Flugplatz nahe der B 96 neu.

  13. 10.

    Passt doch ….. dann bauen wir in Berlin aus bei den schlimmen Verhältnissen.

  14. 9.

    Dann viel Spaß irgendwo in Berlin einen Termin innerhalb von Monaten zu erhalten.

    Anschließend viel Spaß bei der Anreise, wenn wieder mal alles streikt und der Individualverkehr durch Baustellen ausgebremst wird. Danach dann viel Spaß bei der Parkplatzsuche, falls Sie mit Auto anreisen. Planen Sie dafür schon mal ein Extrabudget ein.

  15. 8.

    Alle Fachrichtungen unter einem Dach= interdisziplinäre Versorgung, es wären keine Verlegungen mehr zwischen den Kliniken nötig (das waren 1400 Fahrten durch den Rettungsdienst letztes Jahr, hab ich neulich gelesen) und viel kürzere Wege im Notfall für einen großen Teil der Bewohner im Kreis. Ein Krankenhaus mit den Notfallfachrichtungen an der südlichen Grenze ist einfach ungünstig.

  16. 7.

    Das wäre wiederum zu weit nördlich, die Bevölkerungsballung ist in der Mitte und im Süden viel höher.

  17. 6.

    Das ist doch wirtschaftlich verständlich. Berlin ist nahe und Oranienburg. Also ist doch die Schließung verständlich. Es ist alles bequem zu erreichen.

  18. 5.

    Es ist bitter, aber dennoch völlig richtig. Mehr Schwerpunkte setzen um überhaupt noch eine adäquate Versorgung zu ermöglichen. Ein Blick nach Dänemark sollte Mut zur Zentralisierung geben. Dort gibt es mittlerweile die beste medizinische Versorgung die man sich vorstellen kann.

  19. 4.

    @Julia|Oranienburg|Sonntag, 30.03.2025 | 17:00 Uhr
    "...für einen erheblichen Teil des Landkreises eine WESENTLICHE Verbesserung der medizinischen Versorgung bedeuten würde, insbesondere für die Nordlichter, die aktuell bis zu 50 (!) Minuten mit dem Rettungsdienst reisen müssen, wenn sie einen Schlaganfall, einen Herzinfarkt oder einen größeren Knochenbruch haben. ..."

    Wenn es darum gehen würde sollte man konsequenterweise das Krankenhaus Gransee viel stärker ausbauen und Oranienburg zusammenkürzen bzw. sich wie früher auf alles rund um Geburt und Kinder konzentrieren, den Rest viel stärker in Gransee und Hennigsdorf ansiedeln, da wäre wohl vor Ort auch viel mehr Platz für 500 Betten.

  20. 3.

    Und das hat jetzt was gebracht???? Ich denke nicht das sich an der Schließung was ändert.