Long Covid bei Kindern - Wenn das Bett zum Gefängnis wird

Mi 02.04.25 | 11:53 Uhr | Von Anja Meyer
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Marlene leidet unter Long Covid (Quelle: rbb)
rbb
Long Covid bei Kindern und Jugendlichen

Long Covid bei Kindern und Jugendlichen

Long Covid bei Kindern und Jugendlichen Long Covid bei Kindern und Jugendlichen7 Min
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Video: rbb24 Abendschau | 31.03.2025 | 19:30 Uhr | Bild: rbb

Berliner Long-Covid-Patienten fühlen sich noch immer schlecht versorgt. Besonders Eltern von erkrankten Kindern finden keine spezialisierten Ärzte. Ein Verein fordert eine Fachpraxis. Auf Unterstützung dafür hofft er bislang vergeblich. Von Anja Meyer

Draußen scheint es sonnig zu sein. Durch das Fenster, auf das Marlene von ihrem Bett aus schaut, kommt helleres Licht als in den Tagen zuvor. Das Fenster ist angekippt, frische Frühlingsluft strömt in ihr Kinderzimmer in einem Hinterhof in Berlin-Friedrichshain. Von draußen sind ganz leise ein paar Kinderstimmen zu hören. "Ich höre, wie die auf dem Spielplatz spielen und vermisse das einfach. Das ist so etwas Besonderes", sagt Marlene. “Und ich kann es nicht mehr machen. Es ist halt wie ein Gefängnis."

Das letzte Mal draußen? - Vor gut einem Jahr.

Das letzte Mal draußen war Marlene vor gut einem Jahr - für nicht einmal zehn Minuten. Ihre Eltern hatten sie aus dem vierten Stock heruntergetragen und im Rollstuhl in den Innenhof geschoben. "An dem Tag hatten wir das Gefühl, es wird besser werden", erinnert sich Marlene. Doch schnell wurde es zu viel. "Seitdem bin ich wieder bettlägerig."

Marlene Bothe ist 14 Jahre alt und leidet seit ihrer Corona-Infektion vor drei Jahren am Chronischen Fatigue-Syndrom (ME/CFS), der schwersten Form von Long Covid. Sie ist so schwach, dass sie maximal ins Bad gehen kann. An schlechten Tagen müssen ihre Eltern sie sogar dorthin tragen. Wenn sie sich überfordert, droht ein Crash, wie es Long-Covid-Patienten nennen. Ein krasser Rückschlag, nach denen es den Betroffenen manchmal wochenlang schlechter geht als zuvor.

Betroffene beklagen schlechte Versorgung

In Berlin leiden nach Schätzungen des Vereins "NichtGenesenKids" rund 6.000 Kinder und Jugendliche unter Long Covid. Nicht alle so schlimm wie Marlene, manche kommen auch mal allein aus der Wohnung heraus. Doch viele von ihnen sind bettlägerig, können nicht zur Schule gehen und finden keine Kinderarztpraxis, die so auf das Krankheitsbild spezialisiert ist, dass sie einen individuellen Therapieplan für die jungen Patientinnen und Patienten entwickeln können.

Das beklagen die Eltern, die sich in dem Verein zusammengeschlossen haben. So wie Marlenes Mutter Silke Heiduk-Bothe. Sie und ihr Mann wechseln sich mit der Pflege ihrer Tochter ab. Und recherchieren auf eigene Faust nach möglichen Therapien.

Krankheit verläuft bei jedem anders

Manche Medikamente sind gar nicht offiziell für die Behandlung zugelassen. Das liegt daran, dass die Krankheit so komplex ist und bei jedem anders verläuft. Im vergangenen Jahr schien etwa ein Nikotinpflaster Besserung für Marlene zu bringen. Bis zu einem gewissen Punkt. Jetzt probiert sie wieder etwas anderes.

Helfen würde Marlene eine enge medizinische Begleitung durch Spezialisten. "Wir brauchen jemanden, der sich konkret mit dieser Erkrankung auskennt und sich immer wieder auf den aktuellen Stand bringt und sich viel Zeit nimmt für seine Patienten", sagt Silke Heiduk-Bothe. "Und im Prinzip brauchen wir eine ärztliche Betreuung zu Hause, weil Marlene bettlägerig ist." Doch solch eine Betreuung gibt es in Berlin bislang nicht. Stattdessen sollen sich Betroffene zuerst an ihre Haus- und Kinderärzte wenden. Die jedoch hätten weder das Wissen noch die Zeit. Deshalb fordert der Verein eine Long-Covid-Ambulanz für Betroffene – für Erwachsene wie Kinder.

Silke Heiduk-Bothe, Mutter eines an Long Covid erkrankten Kindes (Quelle: rbb)
Bild: rbb

KVB sieht Versorgung als ausreichend

Die Versorgungsproblematik hatten sich am Montag auch die Parlamentarier im Gesundheitsausschuss des Berliner Abgeordnetenhauses vorgenommen. Aktuell betreibt die Kassenärztliche Vereinigung Berlin (KVB) ein Long-Covid-Netzwerk an der Charité [charite.de], jedoch nur zum freiwilligen Austausch. 124 Ärzte und Psychotherapeuten seien darin engagiert, die Patienten können laut "NichtGenesenKids" jedoch nicht einsehen, wer dabei ist und sich ehrenamtlich Fachwissen zum Krankheitsbild aneignet.

Laut KVB sind in Berlin insgesamt rund 12.000 Menschen an Long Covid erkrankt, die meisten von ihnen Frauen zwischen 50 und 64 Jahren. Sie sollen weiter zu ihren Hausärzten gehen. Eine Fachpraxis sei nicht geplant. Dazu sagte Gesundheitsstaatssekretärin Ellen Haußdörfer (SPD): "Wir haben eine Hochschulambulanz für Long Covid. Die ist schon da, die brauchen wir nicht extra neu einrichten, sondern es geht jetzt darum, dass wir die Versorgung der Betroffenen von der Hochschulambulanz in das hausärztliche System stärker unterstützen."

KVB-Vorstand verteidigt Fokus auf die Hausarzt-Praxen

In der rbb24 Abendschau vom Montag verteidigte der KVB-Vorstandsvorsitzende Burkhard Ruppert den Fokus auf die Hausarzt-Praxen. "Unser Angebot auch an die Selbsthilfegruppen ist es, sich direkt über die 116117 an uns zu wenden und darüber dann sich entsprechend einen Hausarzt zu suchen, der für die Versorgung dieser Kinder zuständig ist", sagte Ruppert im Studiogespräch. "Wir sind der Meinung, dass es eine Erkrankung ist, die im bestehenden System sehr gut aufgehoben ist."

Für Marlene und ihre Familie ist das alles keine Hilfe. Sie werden weiter auf eigene Faust nach möglichen Therapien suchen – mithilfe von anderen Betroffenen, die ihre Erfahrungen mit dem einen oder dem anderen Medikament gemacht haben. Immer in der Hoffnung, dass Marlene irgendwann wieder so fit ist, dass sie aus ihrem Bett herauskommt.

Sendung: rbb24 Abendschau, 31.03.2025, 19:30 Uhr

Anmerkung der Redaktion: Im Zuge der Recherchen hat sich herausgestellt, dass Silke Heiduk-Bothe bis Januar 2025 beim rbb befristet beschäftigt war. Der Kontakt zu ihr ist jedoch über den Verein zustande gekommen und steht nicht in Verbindung zu dem früheren Beschäftigungsverhältnis.

Beitrag von Anja Meyer

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33 Kommentare

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  1. 33.

    " Immer und immerwieder das Impf-Thema. "

    ist doch klar, die RNA Impfung war ein Novum, hilft sie gegen Corona oder verschlimmert sie gar den Verlauf einer Infektion?
    alles unklar, ich bin übrigens geimpft ohne nebenwirkung, ist womöglich aber nur Glück ?

  2. 32.

    " dass die Hausärzte sich gar nicht mit dieser Symptomatik beschäftigen wollen. "

    weil die einfach ratlos sind, auch EEG und MRT liefern keine Hinweise für einen therapeut. Ansatz

  3. 30.

    Immer und immerwieder das Impf-Thema. Oft kommt im Gespräch über meine Postcovidthematik als erstes die Frage: „Warst Du geimpft?“ Wozu dieses Frage? Mir erscheint es immer wieder, das es bei der Antwort vor allem um die Bestätigung der eigenen Impfzweifel geht.
    Das Erschreckende dabei ist, dass es bei diesen Leuten immer DIE ERSTE Frage ist. Keine Empathie, kein wirkliches Interesse.

    Auch hier wird das Thema des Beitrags ‚Lingcovid bei Kindern‘ sogleich mit dem Thema Impfungen anlasslos in Bezug gesetzt.

  4. 29.

    Das Problem Erschöpfung ist, dass Otto-Normal-Erna keine Vorstellung hat, was damit gemeint ist.
    Es ist eine Erschöpfung, der man NICHTS entgegenzusetzen hat, die auch nicht nach hinreichend Erholung wieder verschwindet.
    Habe selber einige Autoimmundispositionen und da gehört Fatigue schon lange ins "Programm". Ist also kein neues Phänomen. Wirkliche Behandlung bekommt man damit nicht.
    Im Falle Autoimmun gibt es immerhin gute und schlechte Phasen sowie Remissionen. Selber erlebt, aber leider auch Rückfall.

  5. 28.

    @Anja
    Sie können Ihren individuellen Fall und Verlauf nicht auf andere projizieren. Das verläuft bei jedem Mensch anders und jeder Mensch reagiert auch unterschiedlich auf Behandlung. Eigentlich Binsenweisheiten.

  6. 27.

    Und wer kommt für die Mehrkosten auf? Kein Hausarzt oder Kinderarzt kann bei den aktuellen Vergütungen Hausbesuche machen.

    Wir Ärzte sind Unternehmer und müssen auch wirtschaftlich agieren.

    Wenn die Vergütungen für Hausbesuche auf die tatsächlichen Kosten angehoben werden, sind viele Kollegen bestimmt zu Hausbesuchen bereit.

  7. 26.

    Das Problem Erschöpfung nach eigentlich nicht übermäßiger Belastung betrifft doch nicht nur die, wie auch immer, von C gebeutelten. Meine Mutter hatte das ihr ganzes Leben lang;mit zunehmendem Alter in zunehmendem Ausmaß. Der Arztbesuch, die allerkleinste Familienfeier, Krankenhausaufenthalte(!)- hinterher brauchte sie immer mehrere Tage, bis sie wieder einigermaßen fit war. Mitte der 80er Jahre sagte ein sehr kluger Arzt "Wir wissen, daß es diese Krankheit gibt. Wir haben aber keinen Namen dafür." Symptomatische Behandlung und auf sich selbst achtgeben, auf den Körper hören - mehr konnte er auch nicht tun. Wenigstens hat sie sich in ihrem Leiden wahrgenommen gefühlt. Bis dahin hieß es immer "Das gibt es nicht. Sie erzählen Unsinn." - Heutd heisst es Fatigue oder CES. Soweit ist die Medizin schon gekommen.

  8. 25.

    Sehr geehrte Frau Meyer,

    wenn Marlenes Eltern auch an alternativen Therapien und Informationen interessiert sind, können sie mich gerne kontaktieren.

    Mit freundlichen Grüßen

    E. Ostendorf

  9. 24.

    Meine Wahrnehmung als internistischer Hausarzt ist die, dass die Versorgung von Post Covid Patienten in Berlin nicht gut organisiert ist. Die Patienten haben spezielle Bedürfnisse - bspw. langes Warten führt zu Crashs, die eigentlich vermieden werden sollten. Mein Patient hat fast jedesmal einen 3d Crash, wenn sie zur POTS Ambulanz ins Virchow geht. Aus meiner Sicht sollte es dezentral Spechstunden geben - ruhige Sprechzimmer, mgl. ohne Warten; sehr gern auch Hausbesuche oder Videosprechstunde. Weitgehend ohne Regressangst bzgl. Heilmittel- und Med.verordnungen, welche oft off label erfolgen. Gerne auch interdiziplinär als Komplexbehandlung. Diese Fachambulanzen wären auch wichtig für die schwierigen sozialmedizinsichen Verfahren bei längerer Arbeitsunfähigkeit. Gern auch im fachlichen Austausch mit der Uni. Ich wäre bereit da mitzuarbeiten.

  10. 23.

    Aber dennoch könnten sich Ärzte ja kümmern, oder? Das Familien mit bettlägerigen Kindern keinen Arzt finden, der regelmässig nach Hause kommt und zum Beispiel Blutuntersuchungen vornimmt? Infusionen? Sauerstofftherapien? Kann man alles zumindestens versuchen, ist alles ambulant möglich....nach mehr als 3 Jahren gibt es bereits ausreichend Erkenntnisse, was zu Long Covid/ Post Vac führen kann, ergo auch schon Therapieansätze, die man zumindestens probieren könnte...

  11. 22.

    Meine Erfahrung als Post-Vac-Patientin ist, dass die Hausärzte sich gar nicht mit dieser Symptomatik beschäftigen wollen. Ich habe mehrere ausprobiert und schon alleine, wie immer angezweifelt wird, dass man körperlich krank ist, nicht seelisch, ist soooooo kräftezehrend. Ich bin in der Lage ZUM Arzt zu gehen, aber fast alle Arztbesuche strengen mich aufgrund der Gespräche so an, dass ich anschliessend wieder einen Rückfall habe. Ich habe aufgegeben, von der Schulmedizin Hilfe zu erhalten. Verlasse mich nur noch auf meine Heilpraktikerin, die mit mir gemeinsam ausprobiert, was meinen Zustand verbessert, was nicht. Es ist ein langer Prozess, der mich viel Geld kostet, aber wenigstens fühle ich mich aufgehoben und mit meinem Leiden gesehen. Ich bin bei allem nicht dauerhaft bettlägerig, war es "nur" im ersten halben Jahr, kann inzwischen auch wieder arbeiten, aber geheilt bin ich nicht und zur Zeit gehe ich auch davon aus, dass das nicht mehr passieren wird....

  12. 21.

    Meine Erfahrung als Post-Vac-Patientin ist, dass die Hausärzte sich gar nicht mit dieser Symptomatik beschäftigen wollen. Ich habe mehrere ausprobiert und schon alleine, wie immer angezweifelt wird, dass man körperlich krank ist, nicht seelisch, ist soooooo kräftezehrend. Ich bin in der Lage ZUM Arzt zu gehen, aber fast alle Arztbesuche strengen mich aufgrund der Gespräche so an, dass ich anschliessend wieder einen Rückfall habe. Ich habe aufgegeben, von der Schulmedizin Hilfe zu erhalten. Verlasse mich nur noch auf meine Heilpraktikerin, die mit mir gemeinsam ausprobiert, was meinen Zustand verbessert, was nicht. Es ist ein langer Prozess, der mich viel Geld kostet, aber wenigstens fühle ich mich aufgehoben und mit meinem Leiden gesehen. Ich bin bei allem nicht dauerhaft bettlägerig, war es "nur" im ersten halben Jahr, kann inzwischen auch wieder arbeiten, aber geheilt bin ich nicht und zur Zeit gehe ich auch davon aus, dass das nicht mehr passieren wird....

  13. 20.

    Bei dem Patienten, wo kein Hausbesuch gemacht wird, handelt es sich um einen PRIVATpatienten, Abrechnung sozusagen unbegrenzt möglich. Der KV 116117 Gyn wusste das ganz gut, der hat für "ich glaube, er muss ins KH" alles, was ihm einfiel, abgerechnet.... Die Realitäten sind übel...

  14. 19.

    Sehe ich genauso
    Typische Symptome eines Impfschadens.
    Hier kann eine Blutwäsche helfen

  15. 18.

    Ich denke, es ist eher eine Flucht.
    Mit entsprechender Hilfe findet man immer einen Weg hinaus. Der Wille und die Bereitschaft, die Komfortzone zu verlassen, sind unerlässlich.
    Ich bin 12/20 sehr schwer an Covid erkrankt und arbeite seit meiner Reha im Febr. 21 wieder.

  16. 17.

    Ich kann hier nicht herauslesen, ob das Kind geimpft war. Ist dem so, ist auch das sicherlich als Ursache in Betracht zu ziehen.

  17. 16.

    Bei KV Notdienst kommt immer ein approbierter Arzt. Und die Grundversorgung kann jeder Facharzt leisten.

    Das wir Hausärzte keine Hausbesuche mehr machen können, liegt an der miserablen Bezahlung für diese Leistung. Ich kann für die wenigen Euro nicht durch Berlin fahren, wohlmöglich noch bezahlt parken.

    Es wird Zeit, dass die Entlohung für uns niedergelassene Fachärzte deutlich erhöht wird. Erforderlich ist die Anhebung um mindestens 200 %.

    Schon jetzt ist es so, dass kein niedergelassener Arzt und keine Klinik mehr ohne einer großen Anzahl von Privatpatienten oder Selbstzahlern existieren können.

    Wenn ich als niedergelassener Allgemeinmedizinier nach Abzug aller Praxiskosten weniger verdiene als ein Assistenzarzt an einer Klinik, stimmt das System nicht. Und genau das ist bei fast allen Allgemeinmedizinern so.

    Wenn durch höhere Honorare die Beiträge steigen, ist es halt so. Medizin wird immer besser aber auch immer teurer.

  18. 15.

    Weder die 116117 noch die Hochschulambulanz können die Versorgung nicht abdecken. Longcovidfälle, die nicht schwer genug sind (obwohl man streckenweise nicht arbeitsfähig ist…), werden wegen Kapazitätsmangel von der Charité-LC-Ambulanz abgewiesen.
    Gibt es Hausärzte in Berlin, die LC-Expertise haben und noch Neu-Patienten aufnehmen?

    Der Herr von der KV redet schön daher - um sich den Rücken freizuhalten. Es ist alles ein Trauerspiel für die Betroffenen.

  19. 14.

    Das Problem fängt damit an, dass es Menschen gibt, die das Haus nicht verlassen können und deshalb NIE zu Arzt kommen können! Jedes Mal, wenn ich der Ärztin erkläre, dass mein Angehöriger NIE MEHR zu ihr kommen kann, ist die Behandlung beendet. Von der 116117 kam dann ein Gyn, als der Patient hoch fieberte und dehydriert war. Dank des RTW Teams wurde er ein wenig behandelt. Da ist eine fette Zuständigkeitslücke! Marlene kann das Haus nicht verlassen, sie kann nicht einfach zum Doc, womöglich zu diversen Ärzten, well alle "nicht zuständig" sind! Von zielgerichteter Behandlung war da noch gar nicht die Rede....

    Ich wünsche Marlene und allen anderen mindestens 11.999 Erkrankten (NUR 12.000, sehr witzig!) Genesung und vor allem eine respektvolle Behandlung....