Barnim - Hunderte Menschen protestieren in Bernau gegen mögliche Waldrodung

Sa 25.01.25 | 21:29 Uhr
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500 Menschen protestieren in Bernau gegen die mögliche Abholzung eines Waldstuecks. (Foto: Montag/rbb)
Bild: Montag/rbb

Mit einer Menschenkette haben am Samstag in Bernau (Barnim) rund 500 Leute gegen die geplante Abholzung eines sechs Hektar großen Waldstückes am Stadtrand demonstriert. Sie wollen den geplanten Bau eines Gewerbegebiets stoppen, dem die Stadtverordnetenversammlung im vergangenen September zugestimmt hatte.

Die Bürgerinitiative "BernauerWaldRetten" hat gegen die vorgesehene Waldrodung eine Petition mit mehr als 1.000 Unterschriften gesammelt und Mitte Dezember bei der Stadt Bernau eingereicht, so Jonathan Etzold, Sprecher der Bürgerinitiative. Am Donnerstag kommt es deshalb zur Anhörung der Initiative in der Bernauer Stadtverordnetenversammlung. "Im nächsten Schritt wollen wir die Stadtverordneten überzeugen, dass es in der kommenden Sitzung zu einem Aufhebungsbeschluss kommt", sagte Etzold dem rbb.

Pläne für Gewerbegebiet gibt es schon seit zwei Jahren

Die Pläne für das Gewerbegebiet gibt es laut Etzold schon seit zwei Jahren, damals sei er selbst noch Stadtverordneter (Bündnis 90/Die Grünen) gewesen. Einwände gegen das Projekt hätten jedoch kaum Gehör gefunden. Im März vergangenen Jahres sei die Stadtverordnetenversammlung dann beauftragt worden, ein Planungsverfahren für einen Bebauungsplan einzuleiten, so der Sprecher der Initiative. "Tatsächlich gab es dann einen Beschluss im September, dass ein B-Plan-Verfahren eingeleitet wird und der Flächennutzungsplan geändert werden soll". Als Reaktion darauf habe sich die Bürgerinitiative Ende November gegründet, um die Planungen zu stoppen.

Wald dient als Lärmschutz und CO2-Speicher

Der Wald in der Wandlitzer Chaussee befindet sich am Rande des Naturparks Barnim. Die Initiative sei davon überzeugt, dass er für das Stadtklima in Bernau sehr wichtig ist, erklärte Etzold. Der Wald stelle für die Anwohnenden auch einen Lärmschutz für die nahe Autobahn A11 da. Zugleich sei er ein wichtiger Kohlendioxid-Speicher und Hort der Biodiversität.

Etzold, der zugleich auch Kreisverbandsvorsitzender des Naturschutzbund Deutschland im Barnim (NABU) ist, sagte, dass der Wald natürlich gewachsen sei und über 30 verschiedene Gehölzarten sowie 20 Brutvogelarten beheimate. Genauere Untersuchungen zur Artenvielfalt müssten jedoch noch durchgeführt werden.

Sendung: rbb24 Brandenburg aktuell, 25.01.2025, 19:30 Uhr

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7 Kommentare

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  1. 7.

    Das Gewerbegebiet ist beschlossen und kommt. Gut so!

  2. 5.

    Ich finde man sollte auch die Firmen schließen in denen die Demonstranten arbeiten und die Firmengebiete dann wieder aufforsten. Das währe ehrlich.

  3. 4.

    Wenn finanzkräftige Investoren für ihre Profitinteressen Natur und Landschaft vernichten wollen, behandelt die Politik Naturschutzaspekte üblicherweise nachrangig, egal wie laut getönt wird.

  4. 3.

    Ein Unding! Für den Flächenfraß und überflüssigen Gewerbepark, Wald zu vernichten?
    Haben die die Glocken noch nicht gehört?
    War sagt diese afd-Truppe dazu?

  5. 2.

    Ich wünsche den Bernauern viel Glück und Erfolg das der Wald nicht abgeholzt wird für ein Gewerbebetrieb. Sie sollten sich auch nicht unter Druck setzen lassen mit der Argumentation dass es um Arbeitsplätze geht. Das argumentieren die Investoren und ihre Lobbyisten ja gerne.

  6. 1.

    Sehr gut, und generell: Schluss mit Wirtschaftswachstum!