Volleyball-Champions-League - Mit der Akupunkturmatte ins Viertelfinale

Trotz der etwas überraschenden Hinspiel-Niederlage gegen Lüneburg zeigen sich die BR Volleys vor dem Champions-League-Rückspiel entspannt. Das liegt an der Personal-Situation. Und an einem sehr ausgeschlafenen Zuspieler.
Schaute man nur auf die Zahlen, durfte man schon von einer Überraschung sprechen. Mit 2:3 Sätzen verloren die BR Volleys das Hinspiel um den Viertelfinal-Einzug in der Champions League, im deutschen Duell bei der SVG Lüneburg. In den 38 Aufeinandertreffen zuvor hatten die Berliner satte 32 Mal als Sieger den Platz verlassen. Von den letzten 23 Partien hatte Lüneburg überhaupt nur eine für sich entscheiden können. Und dann das. Zumal die Volleys in dieser Saison als durchaus formstark gelten dürfen.
In der heimischen Bundesliga steht die Zwischenbilanz bei 22 Siegen aus 22 Spielen. Ganze vier Sätze haben Berlins Gegner in diesem Zeitraum für sich entscheiden können. Zwar liegt Lüneburg mit 19 Siegen aus 22 Begegnungen auf einem starken zweiten Rang. Dennoch wären die meisten Beobachter vor dem Kräftemessen auf internationaler Bühne wohl von einem Sieg der Volleys ausgegangen. Wenn nicht, ja wenn nicht die große Erkältungswelle die Runde gemacht hätte beim deutschen Rekord- und Dauermeister.
Gute Ausgangslage
"Vor Lüneburg waren acht, neun Leute krank. Wir waren zu fünft im Training", sagt dann auch Volleys-Zuspieler Johannes Tille gegenüber dem rbb-Fernsehen und vor dem Rückspiel in der Berliner Max-Schmeling-Halle am Mittwoch, den 26. Februar (19:30 Uhr). Weshalb die knappe Hinspiel-Niederlage quasi zum Erfolg umgewertet wird im Verein. Man habe eine gute Ausgangslage geschaffen für das Rückspiel, sagte Geschäftsführer Kaweh Niroomand, der angesichts der Umstände konstatierte: "Kein Spieler bei uns hat Normalform erreicht."
Die Lesart vor dem zweiten Duell gegen Lüneburg ist somit klar. Mit einem vollständigen, gesundeten Kader sollte der Sprung ins Viertelfinale wohl zu schaffen sein. Am besten mit einem 3:0- oder 3:1-Sieg, der jeweils das direkte Weiterkommen sichern würde. Aber auch vor einem Golden Set, der bei einem 3:2-Satzstand nach fünf gespielten Durchgängen angesagt wäre, ist in Berlin niemandem bange. "Wir haben besser, härter und länger trainiert - das ist das, was wir brauchen", sagt Zuspieler Tille.
Akupunkturmatte und Mittagsschlaf als Geheimrezept
Auf ihn dürfte es einmal mehr besonders ankommen am Mittwoch. Schließlich sagt nicht nur Mitspieler Ruben Schott, Tille sei der beste Zuspieler, den Deutschland im Moment habe: "Er ist ein sehr unbekümmerter und bodenständiger Junge, dem das Volleyballspielen in die Wiege gelegt wurde. Er ist keiner, der sich großartig auf Spiele vorbereitet."
Wobei das nur bedingt stimmt, schließlich leistet sich Tille eine ganz besondere Vorbereitung - reichlich Schlaf. Bis zu eineinhalb Stunden dauert so ein Mittagsschlaf vor den Spielen bei ihm. Weil Schlaf eine wichtige Rehabilitationsmaßnahme ist, wie längst auch die Medizin weiß. Und weil Mittagspausen vor den Begegnungen gern mal vier bis fünf Stunden dauern bei den Volleys.
"Ich bin niemand, der da gern vor dem Fernseher sitzt oder am Handy hängt. Die Augen fokussieren sich dann nur auf das Nahe. Im Volleyball möchte ich weitsichtig bleiben", wurde Tille unlängst im Berliner Tagesspiegel [www.tagesspiegel.de] zitiert. Fun-Fact für alle, die ihre Höchstleistungen am Abend gern ausgeschlafen angehen wollen: Tille leitet seine Erholungs-Schlummis gern damit ein, sich auf eine Akupunkturmatte zu legen: "Der Rücken wird dadurch schön durchblutet, dadurch werde ich super müde."
Trainer Joel Banks übernimmt die Niederlande
Ab Sommer dann wird Tille seine Routinen jenseits von Berlin verfolgen - wenn er Berlin verlässt, um in der polnischen Liga aufzuspielen. In Polen hat Volleyball einen insgesamt höheren Stellenwert als in Deutschland. Die Liga zählt zu den besten der Welt. Was neben den höheren Verdienstmöglichkeiten durchaus ausschlaggebend war für Tille, nach zweieinhalb Jahren bei den Volleys den Sprung zu wagen: "Ich wollte ein bisschen mehr Herausforderung in jedem einzelnen Spiel."
Ob das Rückspiel gegen Lüneburg zur Herausforderung oder Pflichtveranstaltung wird, wird sich zeigen. Motiviert dürften Tille und Co. auf jeden Fall in diese Begegnung gehen. Er habe in seiner Zeit alles erreicht, was zu erreichen war, so Tille, "abgesehen vom Final Four in der Champions League. Mal schauen, ob es dieses Jahr noch etwas wird. Es ist auf jeden Fall mein Traum."
Welche Träume sein Trainer Joel Banks so hat, ist nicht weiter bekannt. Sollte der Posten des Nationaltrainers dabei sein, dürfte er nun erleichtert aufatmen. Schließlich wurde inzwischen bekannt, dass der 49-jährige Engländer von Sommer an die niederländische Nationalmannschaft übernimmt. Sein Vertrag mit den Berlinern hingegen läuft am Ende dieser Saison aus. Die Entscheidung, inwieweit die BR Volleys das Arbeitsverhältnis mit Banks über das Saisonende hinaus verlängern werden, steht noch aus. Doppelbeschäftigungen von Trainern bei Nationalteams und im Verein sind im Volleyball allerdings durchaus üblich.
So ein Einzug ins Viertelfinale der Champions League dürfte bei den weiteren Gesprächen aber ganz sicher helfen.
Sendung: rbb24 Inforadio, 24.02.2025, 17:15 Uhr
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