Gesundheitsministerium - Mehr Ausbildungsverträge in der Pflege in Brandenburg

Mo 31.03.25 | 11:50 Uhr
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Eine Bewohnerin eines Pflegeheims wird von einer Pflegerin einen Gang entlang geschoben. (Quelle: dpa/Marijan Murat)
dpa/Marijan Murat
Audio: Antenne Brandenburg | 31.03.2025 | Oliver Meurers | Bild: dpa/Marijan Murat

In der Pflege in Brandenburg hat die Zahl der Ausbildungsverträge im vergangenen Jahr um mehr als ein Viertel zugenommen. Während 2023 noch 1.395 Verträge gezählt wurden, waren es im Vorjahr 1.746, wie das Gesundheitsministerium am Montag mitteilte.

Ende 2024 machten demnach 3.951 Menschen eine Ausbildung zur Pflegefachfrau oder zum Pflegefachmann. Das war ein leichter Anstieg von einem Prozentpunkt. Rund drei Viertel aller Azubis sind demnach Frauen.

Ministerin ruft zu Pflegeausbildung auf

"Pflegekräfte werden immer und überall gebraucht", sagte Sozialministerin Britta Müller (parteilos, für BSW). Sie rief junge Leute vor dem Schulabschluss dazu auf, eine Ausbildung in der Pflege in den Blick zu nehmen. In der Pflege werden dringend Fachkräfte gesucht, weil die Zahl der Menschen steigt, die auf Hilfe in Krankenhäusern, Pflegediensten und -einrichtungen angewiesen sind.

Seit Anfang 2020 gibt es die generalistische Pflegeausbildung. Darin wurden die drei bis dahin getrennten Berufe der Altenpflege, der Gesundheits- und Krankenpflege sowie der Gesundheits- und Kinderkrankenpflege zusammengeführt. Im Land Brandenburg bieten nach Angaben des Ministeriums aktuell 31 Pflegeschulen die generalistische Pflegeausbildung an.

Wer die Bachelorstudiengänge Pflege oder Pflegewissenschaft studiert, erhält inzwischen zudem eine angemessene Ausbildungsvergütung.

Sendung: Antenne Brandenburg, 31.03.2025, 12:00 Uhr

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9 Kommentare

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  1. 9.

    Wer mit der Motivation und Vorstellung in ein Seniorenheim eine Tätigkeit aufnimmt weil er glaubt sich berufen zu fühlen den Hilfsbedürftigen was gutes zu tun der wird schnell enttäuscht sein. Blauäugig nimmt man die Tätigkeit auf. Eine junge Frau sitzt auf der Treppe zur Umkleide, heult Rotz und Wasser. Jeder Neuling würde denken, ein Bewohner gestorben der ihr am Herzen lag? Nein, dem ist nicht so, zersetzt durch Mobbing.

  2. 8.

    Klingt nach eigenen Erfahrungen. Verstehe ich gut.
    Zur Selbsthygiene gehört ein Maß an Abstand, also helfen ohne ein Helfersyndrom zu entwickeln. Das Helfersyndrom ist das Ideal des Arbeitgebers, denn es sorgt dafür, dass Angestellte es als Muss und Pflicht betrachten unbezahlt länger zu bleiben, um die Arbeit zu Ende zu bringen. Wenn jemand anfängt, in der Verniedlichungsform von "seinen" Bewohnern und Patienten zu sprechen, müssen alle Glocken bimmeln, denn dann ist die Phase erreicht, wo nach dem Schießen der Ausgangstür nie Feierabend ist. Kaputtgespielt.

  3. 7.

    Durchaus! Leider kenne ich Narzissten, die privat alles kaputt gemacht haben, was es nur gab. Gehe durch die Hölle! Und dann stellt man sich vor, so eine rastet aus. Was für einen Narzissten völlig normal ist. Da möchte ich kein Patient sein. Um Gottes Willen, niemals!

  4. 6.

    Was sich vielleicht auch niemand vorstellen kann. Es sind nicht überwiegend Herzens Gute Menschen die Pflegekräfte, so manch ein Narzisst, der schon mit außergewöhnlichen Umgangsformen vertraut ist kommt da an seine Grenzen! Auch das macht diesen Job nicht einfach.

  5. 5.

    Ganz einfach für alle, auch Angehörige! Aus dem Grund haben wir seid 40 Jahren Pflegenotstand. Schon vor über 20 Jahren wurden im TV Filme gezeigt, wo heimlich aufgezeichnet wurde wie Pflegekräfte arbeiten die völlig überlastet sind. Die meisten sagen, immer mehr Gehalt löst das Problem nicht, Personal heißt das Zauberwort. Viele stellen auch ganz einfach keine Hilfskräfte ein, weil das Personal der größte Kostenfaktor ist. Dann bleibt zu wenig für die Chefetage übrig! Einen zwingenden Personalschlüssel gibt es nicht. Nachts eine Pflegekraft für 50 Bewohner, 40 mal Windel wechseln, Betten beziehen, Toilettengänge. Man muss das selbst erlebt haben, weil es sonst unglaubwürdig klingt!

  6. 3.

    Die Abbrecher ist das eine, da gibt es noch Auszubildende die ihre Prüfung nicht schaffen, weil täglich bis an die Grenzen geschuftet werden musste und zu wenig Zeit oder zu gestresst Theorie zu lernen. Und die die rausfliegen, weil sie sich nicht "verheizen" lassen.

  7. 2.

    Nach einem Probetag habe ich freiwillig abgesagt. Die Zustände sind menschenunwürdig.

  8. 1.

    Klingt jetzt erstmal zu schön um wahr zu sein. Wobei bei der Abbrecherquote nicht so viel vom Zuwachs übrig bleibt. Frage wäre, ob der Zuwachs an Azubis in der Pflege nur an der neuen Ausbildung zum pflegefachassistenten lag.