Strausberg - Schwimmbad nach Chlorgas-Austritt bis September geschlossen

Im Januar kam es im Strausberger Schwimmbad zu einem Chlorgas-Austritt mit vielen Verletzten. Jetzt ist klar: Erst im September kann es wieder öffnen. Davon ist auch der Schwimmunterricht von Hunderten Schülern betroffen.
Das Schwimmbad in Strausberg (Märkisch-Oderland) bleibt nach dem Chlorgas-Austritt bis zum 8. September 2025 geschlossen.
Nach dem Unfall führen jetzt Sachverständige eine Gefährdungsbeurteilung durch, sagte Markus Derling von den Stadtwerken in Strausberg dem rbb am Mittwoch. "Im Ergebnis mussten wir feststellen, dass gerade wenn etwas im Umgang mit dem Chlorgas passiert, dass dann doch bestimmte Risiken da sind, die zu groß sind", so Derling
Ziel sei es nun, vom Chlorgas als Desinfektionsmittel wegzukommen und die bestehende Anlage umzurüsten, so Derling. Als Alternativen bestünden mehrere Optionen: "Einmal gibt es Chlor in gebundener Form oder Calciumhypochlorid. Das sind dann Stoffe, die als feste oder flüssige Stoffe in einer Emulsion eingebracht werden. Und dann gibt es auch noch die Elektrolyse." Welches Verfahren in Zukunft angewendet werden soll, werde sich in den nächsten Tagen entscheiden.
Auswirkungen auf Schulunterricht
Die für Monate geschlossene Halle hat auch Auswirkungen auf den Schwimmunterricht der Schulen in Strausberg. Nach Angaben des Landesministeriums für Bildung, Jugend und Sport sind 27 Grund- und Förderschulen mit rund 1.600 Schülerinnen und Schülern und acht weiterführende Schulen mit 900 Schülern betroffen.
Weiterhin hieß es in einer schriftlichen Stellungnahme des Bildungsministeriums, "der Schwimmunterricht soll so weit wie möglich nachgeholt werden." Außerdem sei den Schulen in diesem Schuljahr aufgrund der außerplanmäßigen Schließung des Bads vom Schulschwimmzentrum Brandenburg (SSZ) empfohlen worden, "die Schwimmnoten nur bei einer Verbesserung der Sportnote einfließen zu lassen."
Die Schüler der Vorstadtgrundschule Strausberg würden durch die Ausfälle bei der Notengebung keine Nachteile haben, sagte Schulleiter Sascha Huber: "Wir werden das anteilmäßig auf die Notengebung mit anrechnen und sind jetzt jetzt beim Ausrechnen, wie viele Stunden nicht stattgefunden haben."
Auch der Strausberger Kultur- und Sportclub ist von der Schließung betroffen. Er versuche gerade in den Schwimmhallen in Fürstenwalde und Kienbaum Trainingstermine zu bekommen, sagte KSC-Präsident Thomas Beutler: "Allerdings hängen wir dort natürlich nicht in hoher Priorität, sondern müssen uns hinten anstellen. Wir sind aber guter Dinge, dass wir dort wenigstens ein paar Hallenzeiten bekommen." Die Ausfälle des Schwimmtrainigs würden sich auch auf die kommende Wettkampf-Saison auswirken, so Beutler weiter.
Im Januar war es im Schwimmbadbetrieb zu einem Unfall gekommen, bei dem Chlorgas in die Raumluft übergegangen war. Dabei wurden 25 Menschen verletzt, darunter 17 Schülerinnen und Schüler. Neun Menschen waren ins Krankenhaus gekommen.
Die Ursache für den Chlorgas-Austritt ist weiterhin unbekannt. Die Frankfurter Staatsanwaltschaft ermittelt derzeit wegen möglicher Körperverletzung.
Sendung: Antenne Brandenburg, 26.02.2025, 16:40 Uhr