Maul- und Klauenseuche - Überwachungszone zwar aufgehoben, aber Sperrzone in Märkisch-Oderland gilt weiter

Di 25.02.25 | 12:04 Uhr
Männer in Schutzkleidung gehen am 10.01.2025 zu einem Stall im Landkreis Märkisch-Oderland. In dem Kreis gibt es Fälle von Maul- und Klauenseuche. (Quelle: dpa-Bildfunk/Sebastian Gollnow)
Audio: Antenne Brandenburg | 25.02.2025 | Sabine Tzitschke | Bild: dpa-Bildfunk/Sebastian Gollnow

Die sogenannte Überwachungszone zur Eindämmung der Maul- und Klauenseuche (MKS) in Ostbrandenburg und Berlin ist seit Dienstag aufgehoben. Das teilte das Brandenburger Agrarministerium in Potsdam dem rbb-Studio Frankfurt (Oder) mit. Ein damit verbundener Sperrkreis rund um den Ausgangspunkt - einem landwirtschaftlichen Betrieb in Hönow (Märkisch-Oderland) - gelte jedoch wegen EU-Auflagen bis Mitte April weiter. Erst dann könnte Deutschland wieder als MKS-frei bezeichnet werden, was insbesondere für die Fleischwirtschaft von Bedeutung ist.

Die MKS war am 10. Januar bei drei verendeten Wasserbüffeln in dem besagten Betrieb in Hönow per Laboruntersuchungen festgestellt worden. Daraufhin waren in den Landkreisen Barnim, Märkisch-Oderland und Oder-Spree sowie in Teilen des Landes Berlin Überwachungszonen zum Schutz vor einer weiteren Ausbreitung der hochansteckenden und für insbesondere Paarhufer gefährlichen Tierseuche eingerichtet worden.

Neben den betroffenen Kreisen war auch das Land, der Bund, Seuchenspezialisten, Jäger sowie Bauern in den darauffolgenden Tagen und Wochen mit den Eindämmungsmaßnahmen beschäftigt. Auch Tierparks und Zoos waren von den Einschränkungen betroffen.

8 Millionen Euro Schaden

In der Herde im Ort Hönow nicht weit von der Berliner Stadtgrenze waren damals wahrscheinlich alle 14 Tiere an der MKS erkrankt. Drei Wasserbüffel waren auf der Weide verendet. Weitere elf wurden vorsorglich getötet. Bei ihnen seien ebenfalls typische Symptome sichtbar gewesen, hieß es vom Kreis Märkisch-Oderland. Weitere Tiere mussten daraufhin auch in anderen Beständen entnommen werden. Die Schäden, die die MKS bislang in Brandenburg verursacht hat, werden auf acht Millionen Euro geschätzt.

Einen Teil der Kosten für insbesondere Landwirte wird dabei von der Tierseuchen-Kasse übernommen. Darin müssen alle Halter einzahlen. Sollte ein Tier im Zuge der Seuchenbekämpfung (vorsorglich) getötet werden müssen, wird durch die Kasse eine Entschädigung gezahlt.

Das Land will sich weiter dafür einsetzen, dass betroffene Landwirte in Brandenburg einen finanziellen Ausgleich erhalten - über Zahlungen aus der Tierseuchen-Kasse hinaus, heißt es aus dem Ministerium. Betriebe mussten etwa Milch wegschütten oder Schlachthöfe nahmen Schweine nicht ab.

Jedoch sind die indirekten Kosten enorm. Mit dem Ausbruch der MKS in Brandenburg, war auch das gesamte Bundesland und auch die Bundesrepublik als ganzes von Einschränkungen betroffen. So wurden von internationalen Märkten Exportbeschränkungen für Deutschland ausgesprochen. Die Fleischwirtschaft ging beispielsweise von Einbußen von einer halben Milliarde Euro aus.

Sendung: Antenne Brandenburg, 25.02.2025, 10:30 Uhr

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