Umstellung auf Sommerzeit - Der Sonntag wird eine Stunde kürzer
In der Nacht von Samstag auf Sonntag werden die Uhren auf Sommerzeit umgestellt. In der Nacht fehlt dann eine Stunde - und das kann für einige Menschen belastend sein. Seit Jahren wird über den Sinn der Zeitumstellung gestritten.
Es ist wieder soweit: In der Nacht von Samstag zu Sonntag werden die Uhren eine Stunde vorgestellt auf die Sommerzeit – um 2 Uhr wird es dann direkt 3 Uhr. Der Sonntag ist also 60 Minuten kürzer.
Um sich zu merken, in welche Richtung die Uhr gestellt werden muss, gibt es verschiedene Eselsbrücken. Am bekanntesten dürfte der Vergleich mit den Gartenmöbeln sein: Im Sommer werden sie vor das Haus gestellt, im Herbst wieder zurück ins Haus. Oder es hilft das Bild, dass man die Uhr immer Richtung Sommer stellt: im Frühling nach vorn, im Herbst zurück.
Tagesrhythmus nach vorn verschieben, raus ans Tageslicht
Kritiker argumentieren, dass die zweimalige Umstellung pro Jahr den Biorhythmus von Menschen und auch von Nutztieren durcheinander bringt, vergleichbar mit einem Mini-Jetlag. Das führe bei vielen Menschen zu gesundheitlichen Problemen, darunter vor allem Schlafstörungen und Konzentrationsschwierigkeiten.
Menschen, die auf diese Zeitverschiebung sensibel reagieren, raten Schlafforscher, am Samstag etwas früher schlafen zu gehen beziehungsweise den gesamten Tagesrhythmus eine halbe Stunde nach vorne zu verschieben. Zudem kann es helfen, am Sonntagmorgen möglichst früh nach draußen ins Tageslicht zu gehen.
Seit Jahren Debatte um Zeitumstellung
Die Sommerzeit wurde in Deutschland 1980 im Zuge der Ölkrise eingeführt - aus Gründen der Energieeinsparung. Dahinter steckte die Überlegung, dass weniger Beleuchtung und damit weniger Strom verbraucht werden, wenn sich der Tagesablauf um eine Stunde nach vorn verschiebt. Kritiker führen aber seit jeher ins Feld, dass die Zeitumstellung ihren ursprünglichen Zweck nicht erfüllt. Laut Umweltbundesamt gibt es an der einen Stelle Einsparungen, an der anderen aber einen Mehrverbrauch.
Tatsächlich wird in der Europäische Union seit Jahren über ein Ende der Zeitumstellung diskutiert. Konkret plante sie das ab 2018, die EU-Kommission legte einen entsprechenden Gesetzentwurf vor. Das Europäische Parlament stimmte sogar zu, verschob aber das für 2019 geplante Ende der Zeitumstellung auf 2021. Doch die Mitgliedstaaten zogen nicht mit und legten die Pläne auf Eis.
Permanent Sommerzeit oder Normalzeit?
Nach einer im vergangenen Jahr veröffentlichten Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey würden sich die Menschen in Deutschland eher eine dauerhafte Sommer- als Winterzeit wünschen – obwohl die Winterzeit die "Normalzeit" ist.
Eine ständige Sommerzeit würde im Winter abends für längeres Tageslicht sorgen. Viele Befürworter sehen darin einen Gewinn für Gesundheit und Leistungsfähigkeit. Das würde aber bedeuten, dass es im Winter teilweise erst gegen 9 Uhr morgens hell würde. So würden etwa Schüler den morgendlichen Unterricht noch im Dunkeln absolvieren. Das erhöht nach Einschätzung mancher Mediziner die Gefahr von Depressionen.
Sendung: rbb24 Inforadio, 29.03.2025, 10.00 Uhr