Umstellung auf Sommerzeit - Der Sonntag wird eine Stunde kürzer

Sa 29.03.25 | 11:23 Uhr
  24
Ein Mann liegt morgens im Bett und reibt sich müde das Gesicht. (Quelle: dpa/Christin Klose)
dpa/Christin Klose
Audio: rbb24 Inforadio | 29.03.2025 | Jonas Ziegler | Bild: dpa/Christin Klose

In der Nacht von Samstag auf Sonntag werden die Uhren auf Sommerzeit umgestellt. In der Nacht fehlt dann eine Stunde - und das kann für einige Menschen belastend sein. Seit Jahren wird über den Sinn der Zeitumstellung gestritten.

Es ist wieder soweit: In der Nacht von Samstag zu Sonntag werden die Uhren eine Stunde vorgestellt auf die Sommerzeit – um 2 Uhr wird es dann direkt 3 Uhr. Der Sonntag ist also 60 Minuten kürzer.

Um sich zu merken, in welche Richtung die Uhr gestellt werden muss, gibt es verschiedene Eselsbrücken. Am bekanntesten dürfte der Vergleich mit den Gartenmöbeln sein: Im Sommer werden sie vor das Haus gestellt, im Herbst wieder zurück ins Haus. Oder es hilft das Bild, dass man die Uhr immer Richtung Sommer stellt: im Frühling nach vorn, im Herbst zurück.

Tagesrhythmus nach vorn verschieben, raus ans Tageslicht

Kritiker argumentieren, dass die zweimalige Umstellung pro Jahr den Biorhythmus von Menschen und auch von Nutztieren durcheinander bringt, vergleichbar mit einem Mini-Jetlag. Das führe bei vielen Menschen zu gesundheitlichen Problemen, darunter vor allem Schlafstörungen und Konzentrationsschwierigkeiten.

Menschen, die auf diese Zeitverschiebung sensibel reagieren, raten Schlafforscher, am Samstag etwas früher schlafen zu gehen beziehungsweise den gesamten Tagesrhythmus eine halbe Stunde nach vorne zu verschieben. Zudem kann es helfen, am Sonntagmorgen möglichst früh nach draußen ins Tageslicht zu gehen.

Seit Jahren Debatte um Zeitumstellung

Die Sommerzeit wurde in Deutschland 1980 im Zuge der Ölkrise eingeführt - aus Gründen der Energieeinsparung. Dahinter steckte die Überlegung, dass weniger Beleuchtung und damit weniger Strom verbraucht werden, wenn sich der Tagesablauf um eine Stunde nach vorn verschiebt. Kritiker führen aber seit jeher ins Feld, dass die Zeitumstellung ihren ursprünglichen Zweck nicht erfüllt. Laut Umweltbundesamt gibt es an der einen Stelle Einsparungen, an der anderen aber einen Mehrverbrauch.

Tatsächlich wird in der Europäische Union seit Jahren über ein Ende der Zeitumstellung diskutiert. Konkret plante sie das ab 2018, die EU-Kommission legte einen entsprechenden Gesetzentwurf vor. Das Europäische Parlament stimmte sogar zu, verschob aber das für 2019 geplante Ende der Zeitumstellung auf 2021. Doch die Mitgliedstaaten zogen nicht mit und legten die Pläne auf Eis.

Permanent Sommerzeit oder Normalzeit?

Nach einer im vergangenen Jahr veröffentlichten Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey würden sich die Menschen in Deutschland eher eine dauerhafte Sommer- als Winterzeit wünschen – obwohl die Winterzeit die "Normalzeit" ist.

Eine ständige Sommerzeit würde im Winter abends für längeres Tageslicht sorgen. Viele Befürworter sehen darin einen Gewinn für Gesundheit und Leistungsfähigkeit. Das würde aber bedeuten, dass es im Winter teilweise erst gegen 9 Uhr morgens hell würde. So würden etwa Schüler den morgendlichen Unterricht noch im Dunkeln absolvieren. Das erhöht nach Einschätzung mancher Mediziner die Gefahr von Depressionen.

Sendung: rbb24 Inforadio, 29.03.2025, 10.00 Uhr

Nächster Artikel

24 Kommentare

Wir schließen die Kommentarfunktion, wenn die Zahl der Kommentare so groß ist, dass sie nicht mehr zeitnah moderiert werden können. Weiter schließen wir die Kommentarfunktion, wenn die Kommentare sich nicht mehr auf das Thema beziehen oder eine Vielzahl der Kommentare die Regeln unserer Kommentarrichtlinien verletzt. Bei älteren Beiträgen wird die Kommentarfunktion automatisch geschlossen.

  1. 24.

    Ich habe gar nicht gewusst das Tiere die Uhr lesen können. Für die fängt der Tag an, wenn die Sonne aufgeht und endet, wenn die Sonne untergeht. Das einzige was anders ist, das das Futter mal früher oder später kommt. Wird dem Tier solange egal sein, wie es überhaupt kommt.

  2. 23.

    Vielleicht sollten Sie sich einfach mal etwas mehr mit dem uns angeborenen Biorhythmus befassen. Es gibt bereits seit den 1970er Jahren umfangreiche medizinische Studien dazu.

  3. 21.

    „Ergo, diese 1Stunde 2x jährlich wird übergewertet, da der Mensch einer schneller Anpassung fähig ist, besonders in dieser Sache, das zeigt einfach die Praxis.“
    Erstens stimmt das wissenschaftlich nicht und zweitens suggeriert ihr Verb „anpassen“, als ob es sich dabei um ein Naturereignis handelt.

  4. 20.

    Diese 1Stunde Zeitumstellung am Wochenende, und dann so ein nachhaltiges durcheeinander iim Biorhythmus der Kids?
    Gewöhnlich gehen die Kinds am Wochenende später ins Bett, und stehen später auf, und am Monntag fängt der gewohnte "Trott" ohne Probleme wieder an, oder?. Wie ist es erst in Ferien, wochenlang bei einem geänderten Biorhythmus, und dann wieder eine Umstellung?

    Ergo, diese 1Stunde 2x jährlich wird übergewertet, da der Mensch einer schneller Anpassung fähig ist, besonders in dieser Sache, das zeigt einfach die Praxis.

    Übrigens, die schlechtere Leistungen der Schüler, werden vieleicht jeden Monntag zu beobachten sein, genauso wie in der übrigen Arbeitswelt, da gilt für den Monntag das Selbe.

  5. 19.

    „Ohne Sommerzeit wäre es im Sommer um 3 Uhr früh schon taghell. Wer hat was davon“

    Das liegt daran, dass sie um 3:00 Uhr das Licht einschalten. Sowas kann einem Schichtarbeiter schon mal passieren.

  6. 18.

    Während meiner ersten beiden Schuljahre im Schuldienst (BaWü) gab es noch keine Zeitumstellung. In den folgenden Jahren musste ich bei der Umstellung auf die Sommerzeit regelmäßig erleben, wie die Schüler mit Müdigkeit kämpften und weniger leistungsfähig waren, und das ausgerechnet zu einer Zeit, in der die letzten Klassenarbeiten geschrieben werden und es um die Versetzung in die nächste Klasse geht. Ebenfalls fanden bei uns (Realschule) in dieser Zeit auch die Vorbereitungen für die Abschlussprüfung und die Abschlussprüfung selbst statt.
    Schülern könnte man mit der Abschaffung der Sommerzeit bessere Bedingungen für gute Noten erreichen und damit für einen erfolgreicheren Einstieg ins Berufsleben sorgen.
    Mir ist es wichtiger, Schülern gute Startchancen fürs Leben zu schaffen, als dass es für Freizeitbeschäftigungen abends länger hell ist. Deshalb bin ich gegen die Sommerzeit.

  7. 17.

    Als Schichtarbeiter muss ich schmunzeln über die Mimosen einiger wegen dem Biorhythmus wegen einer Stunde.
    Ohne Sommerzeit wäre es im Sommer um 3 Uhr früh schon taghell. Wer hat was davon?

  8. 16.

    Der zweite Artikel zu diesem Thema den man kommentieren darf. Bei vielen anderen gibt es nicht die Möglichkeit.

  9. 15.

    Ganz einfach in dem Artikel Jetlag-Phase wurde überwiegend damit argumentiert aber dieser Artikel war schon geschlossen. Danach folgte dieser hier einfach nur nervig.
    Ich wünsche Ihnen einen schönen Start mit ihrem Biorhythmus.

  10. 14.

    Deutschland ist den weitaus größten Teil seiner Geschichte ohne Sommerzeit (oder gar Hochsommerzeit) sehr gut ausgekommen, die beiden Kriege mal ausgenommen. Warum beteiligt sich Deutschland weiter an dieser Ausnahmeregelung, die es nur noch in Westeuropa und Teilen von Nordamerika gibt und sonst nirgends auf der Welt?

  11. 13.

    Jedes Jahr die gleichen Diskussionen - echt zum Spätaufstehen. Stellt doch die Uhr erst Mittags eine Stunde vor, dann ist zumindest die Nacht nicht kürzer.

  12. 12.

    Die EU hatt zuletzt entschieden, dass sich die Länder auf eine einheitliche Zeit einigen. Doch das wird leider nicht passieren. Damit wird es weiterhin die teils kuriosen Probleme bei der Benutzung der öffentlichen Verkehrsmittel geben, und bei unseren bäuerlichen Betrieben werden sich die Tiere nicht an die Umstellung der Uhrzeit gewöhnen. Am besten,wir fragen mal bei den Grünen zu ihren Vorstellungen nach.
    Ich persönlich bin für dieNormalzeit vor 1980,bevor dieser Unsinn beschlossen wurde. Und das sind 45 Jahre. Denkt auch einmal an die Kinder in den Kinder- und Schuleinrichtungen und deren Eltern, die es mit der Zeitumsellung nicht so einfach haben, und nicht nur an die persönlichen Vorteile. Unsere neue Regierung wird das Problem ebenfalls auf später -wenn überhaupt- verschieben.

  13. 11.

    Die Winterzeit (Normalzeit) sollte wieder "normal" werden und auch so bleiben...!!! Alles andere, ständig vor und zurück stellen, macht irgendwie keenen Sinn...!!!

  14. 10.

    Hihi, ich hab meine Wanduhr gar nicht umgestellt. Hier gab es also zwei Zeiten.
    Für die Kids: und warum verschiebt man dann nicht "einfach" den Schulstart?

  15. 9.

    Zeitabhängige Zeitwechsel sind ja in Wirklichkeit die Folge oder besser der Fix von politisch verhunzten (völlig überdehnten) ortsbasierten Zeitzonen.
    Das ist auch der Grund warum wir uns innerhalb der MEZ auf keine Normalzeit mehr einigen können, denn der östliche Rand (Polen) besteht auf die Winterzeit und der westliche Rand (Spanien) auf die Sommerzeit.

  16. 8.

    Weil die Erde eine elliptische Bahn um die Sonne beschreibt (Drehachse mal außen vor) und beispielsweise MEZ einfach zu groß ist.

  17. 7.

    Mir macht die Zeitumstellung nichts aus, zumal sich heutzutage die meisten Uhren automatisch umstellen, und der entsprechende Aufwand entfällt. Eine einzige Stunde ist im Übrigen wohl auch kaum zu spüren. Wer z. B. von Deutschland nach Großbritannien oder Portugal reist, wird wegen der Mini-Zeitumstellung (ebenfalls eine Stunde) auch nicht gleich über "Jetlag" klagen - man passt sich einfach der Ortszeit an, und spätestens am nächsten Tag alles ist gut.

    Die Sommerzeit liebe ich vor allem deshalb, weil die Abende noch lange genug hell sind, um (auch späte) Feierabende in freier Natur genießen zu können, während ich morgens um drei oder vier Uhr noch kein Sonnenlicht im Schlafzimmer brauche. So hat eben jeder seine persönlichen Prioritäten und Vorlieben.

  18. 6.

    Was soll dieser Seitenhieb? Im Artikel ist weder von Biergartenfans noch von Rentnern die Rede.

    Mir persönlich ist es egal, ob Sommer- oder Winterzeit ist. Als Rentnerin kann ich glücklicherweise meinem Biorhythmus entsprechend leben und der kennt keine Uhrzeiten. Früher hatte ich allerdings unter dem Wechsel immer zu leiden. Und das geht ja leider vielen Menschen so. Es dauert trotz aller Tricks immer eine Weile, bis man die Jetlag-Phase überwunden hat. Deshalb finde ich, dass man auf die ständige Wechselei verzichten sollte, zumal sie wirtschaftlich keine Vorteile bringt.

  19. 5.

    Also KI brauchts dafür ganz sicher nicht, weil die Berechnung der lokalen natürlichen Sonnenzeit auf der Erde mit nicht relativistischer Bewegung kein zu komplexes bzw. ein geschlossen beschreibbares Problem darstellt.Für die Messung benötigt man Atomuhren und für den Ort GNSS (besitzt ja bereits Atomuhren).Allerdings wären damit sich mit der Bewegung ändernde Fahrpläne und andere zeitabhängige Dinge ein komplexes Problem.Deswegen teilte man die Erde analog zu den planaren Abbildungen auch zeitlich über die Längengrade in zeitliche Apfelsinenschalenzonen in denen ein- und dieselbe Zeit gilt. Nur aus verschiedensten Gründen fummelte man praktisch an dieser Quantisierung auch wieder herum. Hier gehrts aber nicht um ortsabhängige Zeit sondern um zeitabhängige Zeit. Die ist im Zuge der Vergewaltigung der UNC-Zeitzonen entstanden. Damit fixt man nun beispielsweise im Sommer und Winder die Ränder der MEZ, weil der Erde eine elliptische Bahn um die Sonne beschreibt und die Zeitzone ist.