Staatsschutz ermittelt - Vermummte sollen Jugendclub in Senftenberg angegriffen haben

Mo 03.03.25 | 15:19 Uhr
Symbolbild: Ein Polizeiauto in Berlin am 22.12.2024. (Quelle: Thomas Bartilla/Geisler-Fotopress)
Audio: rbb24 Brandenburg aktuell | 03.03.2025 | Rico Herkner | Bild: Thomas Bartilla/Geisler-Fotopress

Der Jugendclub "Jamm" in Senftenberg (Oberspreewald-Lausitz) soll am Wochenende von mehreren Personen angegriffen worden sein. Der Vorfall sei am Samstag passiert, meldete die Polizeidirektion Süd am Montag.

Besucher des Clubs hätten gegen 23 Uhr gemeldet, dass rund 40 Personen das Gebäude mit Steinen bewerfen, sagte ein Polizeisprecher dem rbb. Entsprechend viele Polizeikräfte seien daraufhin ausgerückt, auch Streifenwagen der Bundespolizei seien zur Verstärkung dazugekommen. Wie viele Kräfte es insgesamt waren, teilte die Polizei auf Nachfrage nicht mit.

Politischer Hintergrund?

Als die Beamten an dem Jugendclub eintrafen, hätten sie weder vor Ort noch im Umfeld Tatverdächtige antreffen können. Laut Polizei lagen vor dem Gebäude mehrere Steine, beschädigt wurde das Gebäude nach ersten Erkenntnissen aber nicht. Es sei auch niemand verletzt worden.

"Gleichwohl haben wir mit den Gästen des Jugendclubs gesprochen, haben auch unabhängige Zeugen finden können, die den Vorgang so wie geschildert bestätigt haben", sagte Polizeisprecher Maik Kettlitz dem rbb. "Von daher haben wir konkrete Ermittlungen durch die Kriminalpolizei in Senftenberg aufgenommen und auch Unterstützung des Staatsschutzes angefordert, da ein politischer Hintergrund nicht ausgeschlossen werden kann." Nun werde ermittelt, wer die Täter waren und was der Hintergrund der Tat ist.

Vereinsmitglied: Erster Vorfall dieser Art

Auch ein Mitglied des Vereins "Jamm" in Senftenberg hat sich am Montag gegenüber dem rbb zu dem Vorfall geäußert. Demnach seien Samstagabend bereits vor dem Angriff mehrere fremde Autos aufgefallen, die in der Nähe des Clubs geparkt hätten, sagte das Vereinsmitglied, das nicht namentlich genannt werden möchte.

Dann hätten sie eine Gruppe vermummter Personen vom Bahnhof aus auf sie zukommen sehen, seien ins Gebäude geflüchtet und hätten die Tür noch rechtzeitig schließen können. Direkt danach seien die Steine an Tür und Hauswand geflogen. Zum Zeitpunkt des Angriffs seien etwa 15 Gäste im Club gewesen. Gerade die Jüngeren seien unter Schock gewesen, so das Vereinsmitglied. Ähnliche Vorfälle habe er in der Vergangenheit noch nicht erlebt.

Senftenbergs Bürgermeister Andreas Pfeiffer (CDU) verurteilt den Angriff derweil "auf das Schärfste". In einer Antwort an den rbb schrieb er, dass die Sicherheit in der Seestadt auch und vor allem nachts das oberste Gebot sei.

Sendung: Brandenburg aktuell, 03.03.2025, 19:30 Uhr

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