Große Polizeipräsenz - Berliner Demos zum Al-Kuds-Tag verlaufen friedlich

Sa 29.03.25 | 21:13 Uhr
Teilnehmer halten am 29.03.2025 palästinensische und andere Fahnen bei der Kundgebung mit dem Titel «Jemen, Palästina, Libanon - Frieden im Nahen Osten» nahe der amerikanischen Botschaft. (Quelle: dpa-Bildfunk/Carsten Koall)
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Video: rbb24 Abendschau | 29.03.2025 | Uwe Wichert/M. Schmitz | Bild: dpa-Bildfunk/Carsten Koall

In Berlin haben am Samstag, dem Al-Kuds-Tag, mehrere pro-palästinensische, aber auch pro-israelische Demonstrationen stattgefunden. Die Veranstaltungen standen unter besonderer Beobachtung der Polizei. Insgesamt demonstrierten auf drei Kundgebungen 600 Personen.

Befürchtet wurde zuvor, dass verbotene antisemitische Parolen gerufen oder Symbole gezeigt werden. Laut Beobachtungen eines rbb-Reporters verliefen sowohl am Potsdamer Platz als auch am Oranienplatz die Demos friedlich. Die Demonstranten trugen zum Teil palästinensische Fahnen, aber auch Flaggen vom Libanon und Jemen. Besondere Vorkommnisse und Festnahmen habe es nicht gegeben, so die Polizei. Keine der Demos trug laut Polizei "Al Kuds" im Titel. Ausnahme war hier eine Gegendemonstration in Charlottenburg.

In der Vergangenheit kam es zu Gewaltausbrüchen am Al-Kuds-Tag

Am Al-Kuds-Tag zum Ende des muslimischen Fastenmonats Ramadan ruft der Iran jedes Jahr zur Eroberung Jerusalems auf. Al-Kuds ist der arabische Name für Jerusalem. Hintergrund ist die Besetzung Ost-Jerusalems durch Israel während des Sechstagekrieges 1967.

Vor allem aus Sorge um Gewaltausbrüche und antisemitische Provokationen und Aufrufe waren in den vergangenen Jahren in Berlin mehrfach Demos und Kundgebungen am Al-Kuds-Tag verboten worden. Wenn die Demos und Proteste dann stattfanden, wurden sie von größeren Polizeiaufgeboten begleitet, um sie zu schützen und um Auseinandersetzungen mit anderen Gruppen zu verhindern.

Demonstration anlässlich des Al-Kuds-Tages am Oranienplatz in Berlin-Kreuzberg. (Bild: rbb)
Demonstration am Kreuzberger Oranienplatz | Bild: rbb

Demo mit pro-palästinensischem Ansinnen am Brandenburger Tor gestartet

Geplant war für Samstagnachmittag eine größere Demonstration, die ursprünglich an der Botschaft Saudi-Arabiens in Tiergarten beginnen sollte. Sie wurde an das Brandenburger Tor verlegt und wurde unter dem Titel "Jemen, Palästina, Libanon - Frieden im Nahen Osten" mit 700 Teilnehmern angemeldet. Am Nachmittag teilte die Polizei mit, dass sich die Demo am Brandenburger Tor umformiert hätte und etwa 50 Personen vor Ort seien. Mit Hilfe eines Dolmetschers hatte die Polizei deren Pamphlete geprüft.

500 Menschen wurden wiederum am Potsdamer Platz zu einer Demonstration mit dem Titel "Solidarität mit Palästina. Keine Waffenlieferungen an Israel" erwartet. Laut Polizei waren rund 200 bis 300 Teilnehmende vor Ort, ihnen standen zeitweise bis zu zehn Teilnehmer einer Gegendemonstration gegenüber.

Auch am Oranienplatz in Kreuzberg wurde demonstriert. Bis zu 400 Personen waren laut Polizei vor Ort. Die Versammlungsleitung beendete die Demo gegen 16:30 Uhr. Auch hier blieb es friedlich. Laut einem rbb-Reporter zerstreuten sich die Teilnehmer bereits vor dem offiziellen Ende der Demonstration.

Insgesamt erfolgten in diesen drei Demonstrationen zwei Festnahmen und vier Strafanzeigen wegen zweimaliger Beleidigung, Volksverhetzung und wegen des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger und terroristischer Organisationen, wie die Polizei mitteilte.

Demonstration gegen die Al-Kuds-Demonstration am 29.03.2025 am Kurfürstendamm/Adenauerplatz. (Quelle: rbb/Alice Kuropka)
Bis zu 200 Menschen ziehen vom Adenauerplatz Richtung Wittenbergplatz. | Bild: rbb/Alice Kuropka

Zu einer Gegenkundgebung auf dem Kurfürstendamm wurden zuvor etwa 300 Demonstranten erwartet. Die Strecke führte vom Adenauerplatz in Charlottenburg zum Wittenbergplatz in Schöneberg. Zum Start der pro-israelischen Demo versammelten sich am Mittag nach Schätzung einer rbb-Reporterin vor Ort etwa 200 Menschen, laut Deutscher Presse-Agentur waren es etwa 50 bis 100 Demonstranten.

1.000 Polizisten in Berlin im Einsatz

Wegen der Demonstrationen, eines Neonazi-Aufmarsches in Marzahn-Hellersdorf sowie des Spiels von Hertha BSC war die Polizei am Samstag mit 1.000 Einsatzkräften in der Stadt unterwegs. Es kam zudem entlang der Demorouten zu Verkehrseinschränkungen.

Zentralratspräsident Schuster kritisiert Aufmärsche

Der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, zeigte sich im Vorfeld besorgt über die Demos zum Al-Kuds-Tag. Das Ende des Ramadans sei eigentlich ein Fest der inneren Einkehr und Hoffnung. "Es ist schon fast tragisch, dass muslimische Fanatiker - angestachelt aus dem Iran - diesen Anlass immer wieder nutzen, um Hass gegen Israel und Juden zu propagieren." Schuster forderte zuvor, die Demonstrationen zu verbieten und rief die muslimischen Verbände dazu auf, sich aktiv gegen diesen Missbrauch zu positionieren.

Sendung: rbb24 Abendschau, 29.03.2025, 19:30 Uhr

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