Berlin und Brandenburg - Bahn-Baustellen: Reisende müssen dieses Jahr mit vielen Einschränkungen rechnen

Mi 26.02.25 | 18:16 Uhr
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Symbolbild: Deutsche Bahn Baustelle - Gleisbauarbeiten. (Quelle: dpa/Hoppe)
Video: rbb24 Brandenburg Aktuell | 26.02.2025 | Marissa Boll | Bild: dpa/Hoppe

Die Bahn soll pünktlicher werden. Dafür sind umfangreiche Baumaßnahmen und Sanierungen in der Region vorgesehen. Reisende müssen oft Geduld mitbringen, ehe es besser werden soll.

Auf die Fahrgäste der Deutschen Bahn in Berlin und Brandenburg kommen in diesem Jahr erhebliche Einschränkungen zu. Der Konzern treibt mehrere Bauvorhaben an Bahnhöfen, Fern-, Regional und S-Bahnstrecken voran, die die Bahn in beiden Bundesländern pünktlicher und zuverlässiger machen sollen, wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte.

Bahnsprecher: "Alle Hauptstrecken um Berlin betroffen"

"Im Grunde haben wir alle Hauptstrecken am Wickel, die von Berlin aus wegführen", sagte der Konzernbevollmächtigte für Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern, Alexander Kaczmarek. Insgesamt werden ihm zufolge geschätzte 750 bis 800 Millionen Euro verbaut.

Bereits seit längerem bekannt sind die laufende Großbaustelle am Berliner Hauptbahnhof sowie die mehrmonatigen Arbeiten auf der Strecke zwischen Berlin und Hamburg. Am Hauptbahnhof sind bis Mitte April halbseitig die Gleise im Tiefgeschoss gesperrt, an zwei verlängerten Wochenenden sind sogar alle acht Gleise dicht. Und die wichtige Fernverkehrsstrecke zwischen Hamburg und Berlin wird von August an neun Monate lang komplett gesperrt und rundum saniert.

"Um den Zustand der Infrastruktur auf der vielbefahrenen Strecke Hamburg - Berlin zu verbessern und wiederkehrende Baustellen künftig zu vermeiden, haben wir uns für eine Generalsanierung entschieden", sagte Wolfgang Weinhold, Programmleiter Generalsanierung der "DB InfraGO". "Es ist uns bewusst, dass die Arbeiten insbesondere für Pendlerinnen und Pendler im ländlichen Raum sowie im Umfeld der Metropolregionen Einschränkungen mit sich bringen."

Wichtiger Baustein "Dresdner Bahn" soll ab Ende 2025 ans Netz

Die größte Inbetriebnahme in diesem Jahr sei die Dresdner Bahn zwischen Berlin Südkreuz und Blankenfelde, sagte Kaczmarek. Die 16 Kilometer, die vom Südkreuz geradewegs in den Süden gehen, würden das Netz in der Stadt "auf links drehen". "Das ist der wichtigste Baustein, der uns noch gefehlt hat für den Knoten Berlin", sagte Kaczmarek.

Derzeit müssten alle Züge in Richtung Süden über die Anhalter Bahn. Von Ende des Jahres könnten sie den direkten Weg der Dresdner Bahn nach Blankenfelde nehmen. Dadurch würden nicht nur zehn Minuten auf dem Weg nach Dresden gespart, sondern die Züge müssten sich nicht mehr mit "lauter ICEs aus Erfurt, Frankfurt, Nürnberg, München, Stuttgart" drängeln. Vom 25. Juli bis 4. August ist nach Bahn-Angaben ein Bus-Ersatzverkehr zwischen Priesterweg und Blankenfelde, vom 25. August bis zum 22. September zwischen Mahlow und Blankenfelde geplant.

"Anhalter Bahn" soll Strecke Berlin - München entlasten

Auf der wichtigen Verbindung zwischen Berlin und Halle/Saale - der sogenannten Anhalter Bahn - wird weitergebaut. Diese Strecke sei der Bahn wichtig, weil das Fahrgastaufkommen zwischen Berlin und München explodiere. Man wolle im 30-Minuten-Takt nach München fahren und mehr Sprinter-Züge einsetzen, sagte Kaczmarek. "Aber bevor das alles so funktionieren kann, muss die Strecke eben auch erneuert werden", sagte Kaczmarek. In diesem Jahr werden zwischen Südkreuz und Niedergörsdorf vom 24. September bis zum 13. Dezember Gleise und Weichen erneuert. Es werde zu Vollsperrungen kommen, Fernzüge würden umgeleitet, sagte Kaczmarek.

Fertigstellung "Lehrter Stammbahn" 2034 geplant

Beginnen wird der lange geplante Ausbau der Lehrter Stammbahn von Vorsfelde bei Wolfsburg über Stendal bis nach Wustermark. Von Juni 2025 bis Dezember 2026 sollen im ersten Schritt zwischen Großwudicke in Brandenburg und Stendal in Sachsen-Anhalt neue Ausweich- und Überholmöglichkeiten geschaffen werden. 2034 soll das gesamte Projekt in Betrieb genommen werden. Ziel sind kürzere Fahrzeiten im Personen- und Güterverkehr.

Auch am Berliner Bahnhof Alexanderplatz stehen der Bahn zufolge umfangreiche Sanierungsarbeiten an. Ende dieses Jahres müssten dazu die Geschäfte raus, dann werde entkernt und saniert. Voraussichtlich werde man Ende 2029 fertig sein, allerdings sei der Bauauftrag noch nicht vergeben, hieß es.

Sendung: rbb24 Brandenburg Aktuell, 26.02.2025, 19:30 Uhr

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29 Kommentare

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  1. 29.

    >"Dies ist bei der DB AG nicht der Fall."
    Der Bund und damit auch die bundesdeutsche Politik haben durch ihre Aktien ein Alleinbestimmungsrecht über die Strategien des Unternehmens Deutsche Bahn AG. Es ist immer noch ein bundeseigenes Unternehmen und damit Staatsbetrieb.

  2. 28.

    Kurz nachdem es in Königs Wusterhausen los ging, haben wir uns zwei gebrauchte Autos geholt. Auch wenn die SEV ok sind. Dadurch, dass bis 2030 in der Region (RB36, RE1, RE2 usw.) und in Berlin drin umfangreiche Bahnbaustellen laufen und kommen, ist der Alltag planbarer mit den Autos. Danach sehen wir dann wie es bei der Bahn läuft im Zusammenspiel mit bisherigen und hoffentlich endlich neuen (Plus-) Buslinien, im Stundentakt, ob wir die Autos wieder abschaffen.

  3. 27.

    Da haben Sie recht, ich verreise auch nie, das letztemal war Malle vor 13 Jahren. Hab auch nur GS. Aber ich hab nen kleinen Balkon, Kasten Bier, was will man mehr?

  4. 26.

    Entweder Störungen auf der Strecke, durch marode Technik oder Weichen, oder Bauarbeiten. Dann die Bahnhöfe.
    Ob die Bahn jemals durch diese Maßnahme pünktlich wird.? Es bedarf auch eines dauerhaften politischen Willen einen Staatsbetrieb am laufen zu halten. Das gilt technisch wie Personell.
    Da jedoch die Politik immer weniger vorhersagbar wird, fehlt mir im Moment der Glaube an einer bestandsfähigen Besserung.

  5. 25.

    Falsch.

    Auch in der Praxis. Nur weil die Aktien nicht gehandelt werden, ist es noch lange kein "Staatsbetrieb". Die VEB und Kombinate im Osten waren Staatsbetriebe, die gehörten auch "allen Werktätigen", auch volkseigentum genannt.

    Dies ist bei der DB AG nicht der Fall.

  6. 24.

    Die Nichtverfügbarkeit lässt sich durch den Kauf eines eigenen fahrbaren Untersatzes umgehen.

  7. 23.

    >"Das ist aber nicht schlimm. Denn die Deutschen reisen so wieso zu viel!"
    Oh doch. So 3 mal im Jahr Fernreisen für je eine Woche sind guter deutscher Durchschnitt. Also schlecht gehts uns nicht.
    >"ich verreise schon seit 18 Jahren nicht mehr (Grundsicherung) und es fehlt mir auch nicht. man kann auch hier schöne Sachen der natur sehen! "
    Bravo! Das mache ich seit Jahrzehnten nur so. Auch wenn ich mir weite Reisen mit dem Flieger leisten könnte, gibt es im klimagewandelten Sommer in Deutschland wirklich nette Ecke zum Baden, Natur sehen, Entschleunigen. McPom ist da echt schon ne richtig nette Ecke. Und man kommt aus dem nördlichen Berlin und Nordumland dort auch super hin mit ÖPNV, bis in die Müritzregion oder an die Ostsee. Ist mehr was für ÖPNV Junkies und Menschenfreunde. SEV und Fahrplanänderungen schweißen ein Nutzerkollektiv unterhaltsam zusammen. ;-))

  8. 22.

    Das ist aber nicht schlimm. Denn die Deutschen reisen so wieso zu viel! Man kann ruhig mal 1 Jahr nicht verreisen! Was ist daran so schlimm? ich verreise schon seit 18 Jahren nicht mehr (Grundsicherung) und es fehlt mir auch nicht. man kann auch hier schöne Sachen der natur sehen!

  9. 21.

    Ich hätte auch vor 10-15-20 Jahren nicht gedacht, auch bei Neuprojekten wie Berliner Hauptbahnhof, das Schienengebundener Wirtschafts- plus Personen-Verkehr plus DB-ÖPNV so ausgereizt wird und so geschwinde verschleißen würde.
    Es konnte doch wirklich keiner ahnen, das das in Deutschland mobile sich tatsächlich so an die Schiene binden würde, trotz Vorgaben von EU und deutscher Politik.

  10. 20.

    >"Es ist eine Schande, dass die privatwirtschaftlich organisierte DB ihre Strecken derart schlecht unterhalten hat, das nun längerfristige Sperrungen erforderlich sind."
    Falsch. Die DB ist ein Bundesunternehmen. Dem Papier nach zwar eine Aktiengesellschaft, aber alle Aktien gehören der Bundesrepublik, also uns allen. Dass von 1994 bis 2014 die Strecken und die Instandhaltung auf Verschleiß runtergefahren wurden, war politische Vorgabe der Bundesregierungen in diesen Jahren. Es sollten Kosten gespart werden. Aber wie das im Leben so ist: Wer lange spart, zahlt dann richtig drauf. Nämlich jetzt, wo die Bahn-Infrastruktur landesweit auf einen Schlag überholt werden muss.

  11. 19.

    Es ist eine Schande, dass die privatwirtschaftlich organisierte DB ihre Strecken derart schlecht unterhalten hat, das nun längerfristige Sperrungen erforderlich sind. Hauptsache das Management erhält trotz katastrophaler Betriebsergebnisse millionenschwere Bonuszahlungen.

  12. 18.

    Das ist richtig; aber nicht jeder verfügt über einen eigenen fahrbaren Untersatz. Deshalb sollte die Einrichtung eines vernünftigen öffentlichen Ersatzverkehrs oberste Priorität haben. Im Übrigen begrüße ich grundsätzlich den überfälligen Ausbau und die Ertüchtigung der Bahninfrastruktur. Allerdings sollte das Augenmerk nicht nur auf den "Rennstrecken" zwischen den Metropolen liegen. Der ländliche Raum braucht ebenfalls einen guten Anschluss an das Netz. Selbst dort gibt es Menschen, die -aus den verschiedensten Gründen- das Haus verlassen und größere Entfernungen überwinden wollen.-
    Freundlicher Rat am Rande: Ein Thread gewinnt nicht dadurch an Übersichtlichkeit, dass gleiche Nicknames verwendet werden.

  13. 17.

    Ich hätte auch vor 10-15-20 Jahren nicht gedacht, auch bei Neuprojekten wie Berliner Hauptbahnhof, das Schienengebundener Wirtschafts- plus Personen-Verkehr plus DB-ÖPNV so ausgereizt wird und so geschwinde verschleißen würde.
    Es konnte doch wirklich keiner ahnen, das das in Deutschland mobile sich tatsächlich so an die Schiene binden würde, trotz Vorgaben von EU und deutscher Politik.

  14. 16.

    „ Reisende müssen dieses Jahr mit vielen Einschränkungen rechnen“
    Und wo ist hier der Unterschied zu den letzten zehn Jahren?

  15. 15.

    "Wichtiger Baustein "Dresdner Bahn" soll ab Ende 2025 ans Netz"
    Ja fein, dass zumindest diese Teilstrecke pünktlich fertig wird. Wir ziehen im Januar 26 nach Zossen, um aus dem immer lauteren Köpenick rauszukommen und haben damit geplant. Eigentlich auch mit dem Fertigbau vom Bahnhof in Zossen und einem 30er Takt nach Berlin rein. Aber da kann wohl die Bahn nix für.

  16. 14.

    "Das nenne ich zynisch". Nur wenn man nicht versteht, wie es gemeint ist.

  17. 12.

    man kann ersatzweise auch mal das eigene Auto nehmen, noch ist das nicht verboten.

  18. 10.

    Und wir stehen uns dann in Birkengrund, Hundezahne oder Radis wegen der zu vielen ICE's, die sehr gerne bummelich sind, die Räder eckig. Stammgäste des RE3, RE4 oder der sogenannten S-Bahn Mitteldeutschland können manch traurige Lieder davon singen. Der Fernverkehr muss ausgedünnt werden. Oder ganz schnell ein 4-gleisiger Ausbau der Strecke zwischen Berlin und Leipzig/Halle. Aber das erlebe ich nicht mehr, ich bin ja immerhin schon 50.:-)