Drei Jahre Krieg - Tausende Menschen demonstrieren in Berlin für Frieden in der Ukraine

Mo 24.02.25 | 22:12 Uhr
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eilnehmer gehen während einer Demonstration zum Gedenken des dritten Jahrestags des russischen Angriffs auf die Ukraine über die Straße Unter den Linden. (Quelle: dpa/Sebastian Gollnow)
Video: rbb24 Abendschau | 24.02.2025 | Livebericht von Petra Gute | Bild: dpa/Sebastian Gollnow

Vor drei Jahren marschierten russische Truppen in die Ukraine ein, seitdem herrscht dort Krieg. Bei Demonstrationen in Berlin und Brandenburg bekunden Menschen ihre Solidarität mit der Ukraine - unter anderem vor einem blau-gelben Brandenburger Tor.

Zum dritten Jahrestag des russischen Angriffs auf die Ukraine am Montag leuchtet das Brandenburger Tor seit Sonnenuntergang in den Nationalfarben des Landes blau und gelb.

Zudem liefen am Abend Tausende Demonstranten über die Straße Unter den Linden vorbei an der russischen Botschaft zum Brandenburger Tor. Die Teilnehmer trugen Fahnen, Schilder und Transparente. Sprechchöre richteten sich gegen Russland. "Russia is a Terrorist State" stand auf Plakaten, auf weiteren wurden der russische Präsident Wladimir Putin und US-Präsident Donald Trump beschimpft. Polizei und Veranstalter sprachen von rund 8.000 Demonstrationsteilnehmern.

Gedenkveranstaltung zum dritten Jahrestag des russischen Angriffs auf die Ukraine. Bild: Sebastian Gollnow/dpa
Das blau-gelb angestrahlte Brandenburger Tor | Bild: Sebastian Gollnow/dpa

Wegner: "Müssen Ukraine weiter unterstützen"

Bei einer Kundgebung am Abend vor dem Brandenburger Tor drückte Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) der Ukraine seine Unterstützung aus. In seiner Rede sagte er, "dass wir den Aggressor, dass wir den Diktator Putin niemals gewinnen lassen". Die Ukrainer kämpften für die Grundwerte in Europa. "Es darf niemals einen Diktatfrieden geben. Es darf niemals einen Friedhofsfrieden geben. Es muss einen Frieden mit der Ukraine geben und nicht gegen die Ukraine."

Den Demonstranten rief Wegner zu: "In Wahrheit dauert der Krieg viel länger. Seit elf Jahren ist der Aggressor aus Russland in der Ukraine, mordet, tötet, deportiert Kinder nach Russland. Das ist unmenschlich, das ist widerlich, und das dürfen wir in Europa niemals wieder zulassen."

Aktionen in Brandenburg

In Cottbus nahmen etwa 130 Menschen an einer Kundgebung auf dem Altmarkt teil, zu dem die Initiative für Frieden und Freiheit in der Ukraine aufgerufen hatte. Die Initiatoren forderten die sofortige Beendigung des Angriffskrieges und den Rückzug der russischen Armee aus der Ukraine.

Unter dem Motto "Frieden stärken. Ukraine unterstützen" demonstrierten in Frankfurt (Oder) etwa 250 Menschen gegen den Krieg in der Ukraine. Die Kundgebung führte vom Marktplatz bis zur Friedenskirche. Initiiert wurde die Kundgebung von einem zivilgesellschaftlichen, deutsch-ukrainischen Bündnis.

In Potsdam sollte um 20 Uhr mit einer Friedenandacht in der Garnisonkirche an den dritten Jahrestag des Ukrainekrieges gedacht werden.

Nur Schätzungen zu Zahl der Kriegsopfer

Derzeit halten sich laut Bundesinnenministerium knapp 70.000 Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine in Berlin auf – zehn Prozent mehr als vor einem Jahr. In Brandenburg waren es demnach etwa 31.000, was einem Rückgang von 2,4 Prozent entspricht. Fast 60 Prozent der ukrainischen Geflüchteten sind den Angaben zufolge Frauen. Vor Kriegsbeginn lebten laut Daten des Bundesamtes für Statistik etwa 25.000 Ukrainer in Berlin und Brandenburg.

Am 24. Februar 2022 gab der russische Staatschef Wladimir Putin seinen Truppen im Morgengrauen den Befehl zum Einmarsch in das Nachbarland. Seitdem herrscht Krieg und die Ukraine sieht sich in ihrer Existenz bedroht. Genaue Zahlen gibt es nicht, aber Schätzungen zur Zahl der Toten in dem Krieg gehen in die Zehntausende und womöglich sogar Hunderttausende.

Sendung: Radioeins, 24.02.2025, 12:00 Uhr

Kommentarfunktion am 25.02.2025, 18:56 Uhr geschlossen

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119 Kommentare

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  1. 119.

    Das lesen Sie aus dem Kommentar des Brandenburger? Aber genau das ist doch das Problem, Ihr Kommentar, der nichts von dem richtig umsetzt.

    Dabei steht doch da genau die Ursache für die Kränkung der Ossis. Wie wollen Sie die Braunen verhindern, wenn Sie Ihre Narrative seit 30 Jahren bedienen? Das ist doch das Problem, welches übrigens mittlerweile alle kennen, Sie nicht?

    Natürlich wurde der Osten über den Köpfen der Ossis an Wessis verschachert, diese Kränkung haben die nie vergessen und auch wir müssen ehrlich damit umgehen, sonst verstehen wir nie, warum sie die AfD wählen.

  2. 118.

    Ich wünsche den Ukrainern den Erhalt ihrer Demokratie, den Erhalt der Freiheit. Allerdings werden Traumata des Krieges über Generationen uns begleiten und all das nur, weil ein alter Mann dem Wahn erlegen ist, uralte Grenzen des russischen Reiches wiederherzustellen. Was sind schon Menschen und souveräne Länder, wenn ein gelangweilter alter Mann sich das leisten kann, andere für sich zu opfern und zu morden. Wir müssen aufrüsten zum Schutz Europas. Nur Zusammenhalt und Stärke wird uns von dem Tyrannen schützen.

  3. 117.

    Ach, common, hört doch auf, Ihr ,,Russentrolle''. Darauf fällt niemend mehr rein. Dit ist verschenkte Zeit!

  4. 116.

    Nein, mit ihrem Kommentar verhöhnen sie die Opfer der DDR Diktatur, der Stasi und der russischen Besatzung. In der Diktatur hatten es nur jene gut, die sich anbiederten, Meinung übernahmen und mit gegen das Volk handelten. Macht hatten viele und einige von jenen verloren zur Wende diese Macht und schreiben dann diese schönen Kommentare. Von der wunderschönen Diktatur mit Zwangsadoption, Sterilisation, Zwangsarbeit, Jugendwerkhof und Gefängnis für Menschen mit anderen Meinungen und Schießbefehl an der Grenze, eingesperrte Menschen, man traute den eigenen Bürgern nicht, politische Gegner wurden zu Volksfeinden. Nie wieder Diktatur.

    1953 plünderten die Russen Ostdeutschland so, dass die Menschen auf die Straße gingen, sie hungerten, russische Panzer gegen Menschen. Viele Tote.

  5. 114.

    Glauben Sie wirklich Trump?
    Heute sagt doch Trump das eine und morgen das Gegenteil davon. Ich erinnere an seine Beziehung zum nordkoreanischen Diktator, der an einem Tag sein größter Feind und am nächsten Tag sein liebster Freund und am daruaffolgenden Tag wieder das Gegenteil war.

    Trump redet gern über sein "Erfolge" und wenn er keine hat, dann erfindet er welche. Aber glauben darf man ihm nichts, was nicht auch aus seriösen Quellen bestätigt ist. Trump ist keine seriöse Quelle.

    Vielleicht sind auch nur Friedenstruppen an der Ostgrenze der Ukraine gemeint.

  6. 113.

    Derweil Tweets der CDU:

    „Die Ukraine muss den Krieg gewinnen! Heute jährt sich der Angriff von Wladimir #Putin auf die #Ukraine bereits zum dritten Mal. Drei Jahre Krieg in Europa. Drei Jahre Tod und Leid in der Ukraine. Wir stehen fest an ihrer Seite und tun alles, um sie bei ihrem Recht auf Selbstverteidigung und einen gerechten Frieden zu unterstützen. Für Freiheit. Für Frieden. Für die Menschen in der Ukraine.“ (CDU-Tweet)

    Was „den Krieg gewinnen“ genau bedeuten soll, das beschreibt der CDU-Außenpolitiker Roderich Kiesewetter in diesem Tweet: „Was heißt das? Die #Ukraine in ihren legitimen Grenzen mit klarer Perspektive für Mitgliedschaft in #NATO UND #EU.”

    Je deutlicher westliche Darstellungen des Ukrainekriegs zusammenbrechen, in umso schrillerer Form beharrt die CDU auf eben diesen Darstellungen.

  7. 112.

    Ehrlich gesagt, es will auch keiner Märchen hören. Was das soll, wissen nur Sie allein.

  8. 111.

    Krrrrrr:
    "Antwort auf [Wolfgang ] vom 24.02.2025 um 21:38
    Was für ein weltfremder Unsinn.
    Sie fragen allen Ernstes, warum Putin in die Ukraine einmarschiert ist? Schonmal was von Nato-Osterweiterung gehört?"

    FALSCH!
    Putin hat in seinen beiden Reden zum Überfall betont, dass er Ukraine erobern will, weil die Ukraine zu Russland zu gehören hat, und nicht wegenb der NATO!

    Krrrrrr:
    "Schon 1998 gab es seitens der Nato die Zusicherung an Russland, dass sich die Nato als große Kriegsmacht sich nicht weiter, als bis zum Rhein ausdehnt."

    FALSCH!
    Es gab nie eine völkerrechtliche Zusicherung!

    Krrrrrr:
    "Jetzt steht die Nato direkt in Schlüpperweite und das auch noch mit Hilfe der Amis."

    Na und! Ist doch notwendig zur Verteidigung, wie Putin spätestens mit seinem imperialistischen Überfall auf die Ukraine bewiesen hat, und, solange Putin nicht von seinem Ziel ablässt, die Sowjetunion mit seinen "Bruder"staaten wieder herzustellen!

  9. 110.

    Ich finde es traurig, wenn man die Meinungsfreiheit in der Demokratie ausnutzt, um für den Diktator Putin, den Aggressor, der Kriegsverbrecher zu verantworten hat, Stimmung machen zu wollen. Das ist nämlich keine Meinung, Meinungen beinhalten Spuren von Wahrheit.

    Die Wahrheit als Lüge und Lüge für Wahrheit gibt es nur in Autoritären Systemen. Hier darf jeder der Wahrheit zusprechen.

  10. 109.

    Wollen Sie hier tatsächlich den Kriegsverbrecher Putin verteidigen? Ehrlich jetzt? Das ist nicht die TASS. Hier muss das nicht sein, es passt nicht zu uns, wir sind an Wahrheit und Demokratie interessiert, nicht an Diktatur und Meinungsdiktatur.

    Internationaler Haftbefehl wurde noch nicht aufgehoben. Der Genozid an den Ukrainern tatsächlich schon bestätigt.
    Ich gebe Ihnen gern die Quellen, falls Sie diese nicht finden sollten.

  11. 108.

    Ich war auch DDR-Bürger, aber für Leute, wie Euch, bin ich damals nicht auf die Straßen gegangen. Wir hatten uns vom Russendikat befreit, von der Deusch-Sowjetischen Zwangsfreundschaft und jetzt kommen die Faschisten aus dem Westen (Höcke usw.) und treiben Millionen Ostdeutsche Gleichgültige Egos, wieder unter russische Joch? Gehts noch? Denkt Ihr, wir sind so blöd und lassen Euch machen?

  12. 107.

    Warum plappern Sie alles von Russian Today nach, frag ich mich? Haben Sie keine eigene Meinung? Warum Unterstützen Sie den russischen Imperialismus, frag ich mich? Haben Sie keinen Respekt, vor dem Mut der Ukrainer, die für ihr Land sterben? Junge Männer, huderttausendfach. Putins junge Männer, die er in den Tod schickt? Kritiker Putins,, die dafür in russischen Lagern gefoltert werden?

  13. 106.

    Sind Sie von gestern? Oder warum kriegen Sie nichts von der aktuellen Bedrohung durch die Russen mit? Wir sind bereits im Krieg mit Russland - guten Morgen!

  14. 105.

    Das stimmt tatsächlich, Freiheit ist auch in purer Armut kostbarer als jeder Reichtum und dennoch haben die Ossis zu schnell sich dem Einverleiben hingegeben und das tut natürlich sehr weh, weil sie überhaupt kein Mitspracherecht hatten, in prekären Situationen hingen und erst heute aus Protest die braune Suppe von vorgestern wählen. Das ist diese tiefe Demütigung durch den Westen, das erträgt nicht jeder. Heute aber sind wir frei und könnten selbst die Demokratie verteidigen und schützen und das konstruktiv und was tun sie? Sie glauben jenen, die sie dahin zurückbringen, wo wir nicht einmal in der DDR waren. Das ist absolut irre und selbstzerstörerisch.

  15. 104.

    Realitätsverlust:
    ""Unser Engagement und unsere Solidarität ist ungebrochen. Europa steht zusammen. Berlin steht zusammen."
    Wie schon die Beteiligung an den Veranstaltungen zeigt, bleiben die Ukrainer mehrheitlich unter sich.
    Die Mehrheit der Ostdeutschen wünscht sich eine diplomatische Lösung und keine Waffenlieferungen."

    ... und ignoriert stoisch, dass Putin jede "diplomatische Lösung" ablehnt, nach der nicht die ganze Ukraine bekommt! Denn er hat bisher immer als Vorbedingung für Verhandlungen praktisch die bedingungslose Kapitulation der Ukraine gefordert! Und wir alle wissen, wie Putin mit Menschen umgeht, die ihn nicht verehren (Butscha, Nawalny etc.). Eine Eroberung durch Putin würde heißen: pseudo-"friedlicher" leiser Völkermord in der gesamten Ukraine statt lauter Krieg nur in einem Teil der Ukraine!

    Die Option "Verhandlungen statt Krieg" gibt es für Putin nicht! Für Putin gibt es nur die Option Kapitulation der Ukraine oder Angriffskrieg!

  16. 102.

    Sie verteidigen hier einen Aggressor, warum eigentlich? Niemand hier in Deutschland glaubt diese russische Propaganda und niemand möchte damit in Berührung kommen, aber Sie denken immerfort, hier wäre jemand, der ausgerechnet hier russische Propaganda Hören will. Da irren Sie sich, es ist dank der Demokratie möglich, dass das hier so geäußert werden kann und sicher haben Sie Ihre Gründe, warum Sie es tun. Aber Sie tun es definitiv nicht um der Wahrheit ins Gesicht zu sehen. Raus aus der Blase, die Welt ist eine andere.

  17. 101.

    Der Osten wurde ausgeweidet und im Westen neu aufgeteilt:
    "Ja, kann man ja heute auch überall nachlesen, dass der Ossi sich etwas mehr Zeit hätte nehmen müssen, um etwas zu vereinbaren, dass der Osten nicht ausgeweidet wird. Aber die Leute wollten ja nicht hören und hinterher machten sie alle lange Gesichter. Dabei hätte man Bedingungen stellen können, damit Ostdeutsche die Möglichkeit haben, ihre Betriebe, die ja immer schlecht geredet wurden, am Leben zu erhalten und selbst zu erwerben."

    Welche Bedingungen??? Die DDR war p l e i t e ! Da war nichts zu verhandeln! Es gab keine Alternative! Jede Verzögerung hätte die DDR noch pleiter (Ich weiß, das Wort gibt es nicht.) gemacht! Der Westen hat viel Geld in den Osten gesteckt - und einen Teil des Geldes wieder rausgeholt. Ohne der schnellen Wiedervereinigung wäre die DDR noch viel mehr verarmt!

  18. 100.

    ... und die Sowjetunion & Warschauer Pakt hatten Pläne, den Westen zu überfallen und stalinistische Terrordiktaturen zu errichten!

    Der hochgerüstete kalte Krieg war da immer noch besser als ein warmer Krieg mit sehr sehr sehr viel mehr Opfern!

    Ohne die NATO hätten wir in ganz Europa eine brutale stalinistische Diktatur mit Millionen Opfen gehabt! Da war der kalte Krieg schon sehr viel besser - zumindest für die Bevölkerung des demokratischen Westens!