Online-Umfrage - Berliner Schüler meiden Gang auf Toilette wegen mangelnder Hygiene

Mi 26.03.25 | 13:46 Uhr
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Demolierte Behinderten-Toilette in einer Berliner Schule. (Quelle: dpa/Hans Wiedl)
Audio: rbb24 Abendschau | 26.03.2025 | Arndt Breitfeld | Bild: dpa/Hans Wiedl

Die Sauberkeit von Berliner Schulen bewerten Schüler, Eltern und Schulbeschäftigte im Durchschnitt mit der Note 3 auf einer Skala von 1 bis 5, wobei 5 das schlechteste ist. Das ist das Ergebnis einer Online-Befragung zur Zufriedenheit mit Sauberkeit und Reinigung an den Schulen, deren Ergebnisse am Mittwoch vorgestellt wurden. Sie wurde von der Bildungsverwaltung in Auftrag gegeben und vom Amt für Statistik Berlin-Brandenburg durchgeführt.

Schülerinnen und Schüler bewerten demnach die Toiletten am schlechtesten, nämlich mit 4. Die Toiletten und Klassenzimmer gehören zu den Räumen, in denen den Befragten die Sauberkeit am wichtigsten ist. Gleichzeitig zählen diese Bereiche zu den am schlechtesten bewerteten. Mit einer 2,8 schnitten die Klassenräume allerdings noch deutlich besser ab als die Toiletten.

In den Klassenräumen sind die Befragten mit Tischen, Fußböden und Fensterbänken besonders unzufrieden. In den Toiletten werden die Kabinenwände, Fußböden und vor allem die WCs und Urinale als besonders schmutzig empfunden. Knapp die Hälfte der Befragten vermeidet es daher, in der Schule auf Toilette zu gehen.

Hausmeister sollen Mängel per Tablet melden

Hausmeister vermuten der Umfrage zufolge als Ursachen für mangelnde Sauberkeit in Schulen vor allem, dass zu schlecht gereinigt werde. Dieses Jahr sollen sie laut Schulbaustaatssekretär Torsten Kühne (CDU) Tablets erhalten, um Schäden und Mängel melden zu können. Auch das Verhalten von Schülerinnen und Schülern trägt aus Sicht der Befragungs-Teilnehmer dazu bei, wie sauber eine Schule ist.

"Der erste wichtige Schritt ist jetzt die verbesserte Kontrolle der Reinigungsleistung", sagte Kühne. Nur, wenn Mangelleistungen sauber dokumentiert seien, könne man vermeiden, dass "schwarze Schafe" nicht bei der nächsten Ausschreibung wieder am Start seien, sagte Kühne mit Blick auf Reinigungsfirmen. Ein weiterer Baustein sei eine Verstetigung der Tagesreinigung an den Schulen. Diese sei aber auch abhängig von der Haushaltslage. Bei der Tagesreinigung säubert das Personal die Schulen auch im laufenden Betrieb, Toiletten und andere stark genutzte Bereiche wie Treppenhäuser können häufiger gereinigt werden.

Teilnehmerzahl unter den Erwartungen

An der freiwilligen, repräsentativen Online-Befragung zum Thema saubere Schulen haben sich mehr als 20.000 Menschen beteiligt. Darunter waren Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte und andere Schulbeschäftigte, Schulhausmeister sowie Eltern von 694 Schulen. Ihre Rückmeldungen gaben sie größtenteils von Oktober bis Dezember 2023. Für Eltern reichte der Zeitraum von November 2023 bis Januar 2024.

"Insgesamt haben wir über 230.000 Personen angesprochen. Über 20.000 haben letztendlich an der Befragung teilgenommen", sagte Referatsleiter Jörg Höhne vom Amt für Statistik. Der Rücklauf der Online-Befragung von weniger als zehn Prozent habe unter den Erwartungen gelegen, sei aber ausreichend.

Sendung: rbb24 Abendschau, 25.03.2025, 19:30 Uhr

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37 Kommentare

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  1. 37.

    Das kann ich mir gut vorstellen, in diesem Land ist für alles Geld da für Schulen in jeder Beziehung nicht.
    Ich kann allerdings nur von Berlin sprechen.

  2. 36.

    Nicht nur heutzutage werden die schulischen Waschräume und Toiletten verschmutzt, verstopft oder und demoliert. Es war bereits zu meiner Schulzeit an der POS in den 1970'er Jahren so. Zumindest in der Oberstufe war es allemal besser sich eine ruhige Ecke auf dem Schulhof zu suchen oder einfach "hochzuziehen".

    In der Gegenwart ist es nur noch schlimmer geworden.

    Viele andere Kommentatoren haben hier gute Ansätze zur Abhilfe des Problems genannt. Meine lasse ich lieber außen vor, da sie zu krass wären.

    Zum Schluss noch ein alter Spruch zum Schmunzeln als Abschluss zur Verschmutzung von Toiletten beim Toilettengang. (Verfasser Goethe und Schiller ©1799 in ihrer Schrift über den Dilettantismus lt. Suchmaschine:

    "Auch in dieser edlen Kunst gibt es Diletttanten. Könner treffen in das Loch, Stümper auf die Kanten!"

  3. 35.

    Was meinen Sie mit "früher"? Schon in den 80er Jahren waren die Schultoilletten verdreckt und unbenutzbar. Reinigungskräfte kamen erst nach Schulschluss gegen 16 Uhr. Zumindest im Wedding war das so. Bei jedem Elternabend waren die Toilletten DAS Thema. So fragten Eltern, ob es überhaupt welche gibt, denn wir Schüler sind- kaum nach Hause gekommen- sofort durchgestartet auf die saubere Toillette zu Hause, In der Schule hat man sich das bis Schulschluss verkniffen.

  4. 34.

    Als Kloprofi @Staakener hätten Sie gerne noch dazu erwöhnen dürfen, dass die von Ihnen genannten Feuchttücher aber auch nicht in die Kanalisation gehören, da sie sich nicht zersetzen, höngenbleiben und für Rohrverstopfungen sorgen. Und damit zum Problem beitragen. Die gehören ind en hoffentlich entleerten Mülleimer, der in jeder Toilette stehen sollte.

    Man sollte die Kosten für die Pflege und Verunreinigung der Toiletten umlegen auf Lehrer (deren Klos) und Schüler, bzw. deren Eltern. Vielleicht klappt's dann mit der enstprechenden Erziehung auch besser.

  5. 33.

    Schon mal drüber nachgedacht, wer die Toiletten in diesen Zustand versetzt? Tipp: Der Hausmeister mit dem Tablett war es wahrscheinlich nicht…

  6. 32.

    Auf öffentlichen Toiletten hinsetzen wenn man nicht muß - nee danke. Dafür gibt es aber die kleinen feuchten Tücher für "danach". Die passen in jede Börse. Notfalls auch das Scheibenputztuch von der letzten Autowäsche aus dem Seitenfach.
    Schon fallen mir die Haltegriffe in den Öffis ein. Da kriegt man ja 'ne Griebe.

    Aber @Maya, wenn ich an meine aktive Zeit als Toilettentieftaucher denke. Hinterm Traps wirds richtig spannend. Das ist dann die Stelle wo die Putzfee nicht hinkommt und der Hausmeister das Handtuch wirft. Klassenbücher, Autoschlüssel vom Rex, Stullenpakete, Sportsachen - mit inbrunst ins Rohr gestopft und keiner wars gewesen. Um nur mal beim Schulklo zu bleiben und auch nicht unanständig zu werden.

  7. 30.

    Da frag ich mich ganz ehrlich wer benutzt diese Toiletten eigentlich mfg.

  8. 29.

    Stimme Ihnen zu. Alleine schon das Pinkeln im Stehen……….Und dabei ja nichts anfassen. Denn sonst müßte man sich ja noch die Hände waschen. Männer machens vor. Alles schon gesehen.

  9. 28.

    Früher gab es schuleigene Reinigungskräfte. Da waren auch did Toiletten in Ordnung. Jetzt ist billig gefragt. Und billiger ist nicht besser. Selbst wenn klar ist, die eine Billigfirma schlecht arbeitet, muss sie wieder beauftragt werden, wenn sie in der Ausschreibung die günstigste ist. Was will man da erwarten. Andererseits stellt sich die Frage, wer die Schülertoiletten denn so zurichtet, dass sie so schlimm aussehen. Da fehlt es auch bei der Erziehung, in der Schule und auch im Elterrnhaus!!!

  10. 27.

    Wenn der Hausmeister erst ein Tablet braucht, um dann die Reinigung der Toiletten zu dokumentieren, wundert es mich nicht, dass die WCs so schmutzig sind. Was für ein Aufwand. Sie können doch einfach ein paar Leute einstellen, die gut putzen.

  11. 26.

    Ich habe während meines Studiums gut drei Jahre abends montags bis freitags in einer Schule als Reinigungskraft gearbeitet. Ich gebe der fehlenden Hygiene allen die Schuld. Reinigungskräfte arbeiten teils schlampig, weil sie entweder keine Lust (mehr) auf diese Arbeit haben oder zu wenig Zeit erhalten. Jedes Jahr wird der Zuschlag dem günstigsten Reinigungsbetrieb gegeben, man möchte ja sparen. Also um günstig zu bleiben, wird an der Zeit gespart, da Reinigungskräfte nach Tarif bezahlt werden. Zudem sind zu viele Schüler und Schülerinnen unanständig. Was alles schon auf den Toiletten gefunden wurde... das schreibe ich nicht nieder.

  12. 25.

    Ja, wie Lehrertoiletten insbesondere die der Damen aussehen entzieht sich sicherlich den meisten hier. Werde mal in meinem Bekannten—und Verwandtenkreis nachfragen ,habe da 3 Kandidatinnen. Ach ja, verdreckte Autobahntoiletten hab ich schon erlebt. Raststättentoiletten die Kostenpflichtig sind noch nicht. Hier gehts aber um Schulklos die nutzt erfahrungsgemäß kein Reisender Autofahrer

  13. 24.

    Komisch, dabei wird doch massig Geld in die Bildungseinrichtungen gepumpt (Ironie).

  14. 23.

    „einige Schüler: innen kein Frühstück einnehmen“
    In den Schulen wird aus gutem Grund das richtige Deutsch gelehrt. „Schüler:innen“ gibt es da nicht. Wie wollen Sie denn den Schülern erklären, dass „Mörder:innen“ von Journalisten nicht gebraucht wird? Versuchen Sie mal eine ungeschlechtliche geniale Grammatikregel zu verbessern...

  15. 22.

    Ach so? @Sven
    Dann sollte das bei den Lehrern ganz genauso laufen: auch die sollten ihre Toiletten selber putzen.
    Offenbar scheint es in Deutschland einen Nachholbedarf in Sachen Hygiene und Putzkunde zu geben - und Rücksichtnahme gegenüber dem Nächsten.

  16. 21.

    Da bin ich ganz Ihrer Meinung! Hier wird so getan, als ob sich die Toiletten selbst kaputt machen und beschmutzen.
    Übrigens, nur so am Rande: Wenn junge Katzen stubenrein werden sollen, stupst man sie mit der Nase in ihr daneben gegangenes Geschäft ;-)

  17. 20.

    Beobachten Sie mal auf einer Autobahntoilette den Selbstreinigungsvorgang. Da werden kurzfristig Stellen sichtbar,die sonst unter der Brille versteckt sind, ich bin sicher, Sie werden Ihre Meinung schnell ändern.

  18. 19.

    Das Papier fällt doch nicht von alleine runter. Auf den Straßen sieht es doch auch nicht anders aus. Da fehlt Erziehung zur Ordnung. Können ja die anderen sauber machen.

  19. 18.

    Vermutlich meinte der Kommentierende die kostenlosen Toiletten an den Parkplätzen. Die sind wirklich krass manchmal (und ich bin froh als Mann im Stehen auf Abstand pinkeln zu können). Die Bezahltoiletten in den richtigen Raststätten sind auch nach meinen Erfahrungen tiptop und meist durchgängig beaufsichtigt (möchte zu dem Preis für einmal Pinkeln auch sein).

  20. 17.

    Au Backe, das ist wirklich krass. In dem Falle nehme ich meine Anmerkung oben zum Hausmeister-Budget zurück, das scheint es ja zu geben, aber gegen solche Zustände kommt man zumindest als HWS nicht an. Ich bin entsetzt.

  21. 16.

    Ich denke auch, dass da zumindest bei beschädigter Ausstattung ein Knackpunkt ist, wenn alles erst "gesammelt", beantragt, ausgeschrieben oder sonstwas werden muss. Es müsste ein anteiliges Budget für so etwas geben, wo kleinere Anschaffungen und Ersatzteile (natürlich mit Beleg etc.) direkt vom Hauswerker in Eigenregie angeschafft werden können.

  22. 15.

    Weil man nicht nach jeder Pause Neue anbringen kann.
    Gilt auch für Klopapier, Klobürste, Handtücher, Seife.

  23. 14.

    Dann haben sie sicherlich noch nie Lehrertoiletten gesehen, insbesondere die der Damen. Beschreibungen möchte ich ihnen ersparen und nein, es handelt sich keineswegs um Einzelfälle.

  24. 13.


    Meistens stinken die Klos ziemlich, trotz Reinigung. Da würde nur sanieren helfen. Dafür gibt's kein Geld. Ansonsten wird auf die Böden uiniert und gekackt, alles unter Wasser gesetzt oder alles aus der Wand gerissen. In einer Grundschule! Ich arbeite da.
    Aber auch der Geruch in den Lehrerklos eine Zumutung! Uralte Klos, zum Teil ohne Lüftung!@@@

  25. 12.

    Na weil der Hausmeister nicht einfach in den nächsten Baumarkt gehen kann, um einen neuen zu kaufen, es sei denn, er Bezahlt ihn selbst.

  26. 11.

    Beinahe hätte ich Ihrem Kommentar zugestimmt ...
    jedoch Ihr Teil "die Lehrer, deren Toiletten und Waschräume sind das schlimmste in der Schule." hält mich davon ab.

    Nach meiner Erfahrung sind es wirklich die Schüler, die die Klo's in solche Zustände bringen.
    Daher finde ich es nur bedingt erforderlich, das Reinigungspersonal dafür verantwortlich zu machen.
    Leider darf man sicherlich heute die Schüler nicht mehr zum ,Kloputzen verknacken'.
    Oder evtl. doch mit Zustimmung der Erziehungsberechtigten?

  27. 10.

    Wenn man als SHM im Monat zwischen 50 und 60 zertretene, zerbrochene und mutwillig Beschädigte Toilettensitze gewechselt hat ist nach 3 Monaten das Jahresbudget erschöpft. Es gab mal eine Challenge in Berliner Grundschulen wer am schnellsten durch drauf herumspringen durch den Deckel bricht. Und das über Monate.

  28. 9.

    Ich weiß ja nicht an welchen Autobahnraststätten sie sich bewegen, die Toiletten, die ich dort kenne sind kostenpflichtig, sauber und gepflegt.

  29. 8.

    Ab einem gewissen Alter, sollten und können die Schüler selber für saubere Toiletten sorgen und unter Aufsicht Verantwortung übernehmen.

  30. 7.

    Als ehemaliger SHM kann ich nur sagen, zum Unterrichtsbeginn sind die Toiletten in den meisten Fällen Normgerecht gereinigt. Nach der 1. Pause sieht es aus wie Sau. Mittags nach der Zwischenreinigung ist es dann kurzfristig wieder für eine Stunde sauber. Klar sind zu 95% die Schüler selbst für den Zustand verantwortlich, oder die Lehrer, deren Toiletten und Waschräume sind das schlimmste in der Schule.

  31. 6.

    Das Bild zum Artikel: ein Toliettendeckel kostet 20 Euro, der Austausch ist in 10 Minuten erledigt. Warum funktioniert das nicht?

  32. 5.

    Sie meinen, die Schüler sollten sich ein Beispiel an den Autobahnraststätten nehmen, wo es die Erwachsenen "vormachen"? Disziplin auf öffentlichen Toiletten einzufordern ist so sinnlos wie zielführend. Der Schlüssel ist die Reinigung und Kontrolle.

  33. 4.

    Diese Problematik besteht seit Jahren an Berliner Schulen. Ich erinnere mich sehr gut daran, dass mein Sohn - wenn es Freistunden - ergaben, extra aus Charlottenburg, nach Spandau mit den Öffis gefahren ist, um zu Hause zu toilettieren!

    Es stellt sich - um drei Ecken gedacht - auch die Frage, könnte es sein, dass einige
    Schüler: innen kein Frühstück einnehmen, um Schultoilettengänge zu vermeiden?
    ES MUESSEN dringend mehr, dokumentierte, Reinigungsgänge in den Schulen durchgeführt werden. Das Thena sollte ebenso im Unterricht besprochen werden und gemeinsam mit allen Beteiligten Lösungsvorschläge erarbeitet werden!!!

  34. 3.

    Doch, doch, exakt das: die Schüler die Toiletten in wechselnden Teams putzen lassen (um vorzubeugen, dass bestimmte Typen sie mit Absicht vollsauen).
    Ist übrigens auch für das zukünftige Leben hilfreich, wenn man weiß, wie man eine Bürste bedient.

  35. 2.

    Letztlich verdrecken die SchülerInnen die Toiletten. Würden sie sich vernünftig benehmen, sähen die Toiletten auch nicht so schlimm aus

  36. 1.

    Da haben wir es wieder: Die Toiletten werden zu schlecht gereinigt: Wenn man sich natürlich die allerbilligste Reinigungsfirma engagiert, bekommt man u.U. solche ein Ergebnis. Ansonsten kann ich nur zu 90% vermuten ,und das wird auch so sein , sind die Schüler selbst die kleinen und großen Ferkelchen. Zu Hause bekommen die bestimmt die sprichwörtlichen Löffel lang gezogen