Oberverwaltungsgericht - Bundesregierung muss Luftreinhalteprogramm nachbessern

Di 23.07.24 | 12:11 Uhr
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Symbolbild: Dichter Verkehr herrscht auf der Autobahn A100, am 23.11.2020. (Quelle: Picture Alliance/Jochen Eckel)
Video: rbb|24 | 23.07.2024 | Mirja Fiedler / Cathrin Bonhoff | Bild: Picture Alliance/Jochen Eckel

Die Bundesregierung muss ihr Luftreinhalteprogramm strenger gestalten. Das hat das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg entschieden. Die Klage der Deutschen Umwelthilfe ist damit erneut erfolgreich.

Die Bundesregierung muss ihr Nationales Luftreinhalteprogramm in Teilen nachschärfen. Das hat das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg (OVG) am Dienstag entschieden. Die bisher aufgelisteten Maßnahmen reichten nicht in allen Punkten aus, um die europäischen Ziele bei der Reduzierung des Ausstoßes von Luftschadstoffen zu erreichen, so die Richter.

Damit hat die Deutsche Umwelthilfe (DUH) erneut - zumindest teilweise - erfolgreich gegen die Bundesregierung geklagt. Erst Mitte Mai hatte das Oberverwaltungsgericht (OVG) entschieden, dass die Bundesregierung ihr Klimaschutzprogramm nachschärfen muss.

Die DUH wirft der Bundesregierung vor, nicht genug gegen den Ausstoß von etwa Ammoniak, Stickoxiden oder Feinstaub zu tun und das aktuelle Programm auf Grundlage veralteter Daten beschlossen zu haben. Die Regierung bestritt dies bislang.

Das Urteil ist nicht rechtskräftig. Wegen der grundsätzlichen Bedeutung ließen die Richter eine Revision beim Bundesverwaltungsgericht in Leipzig zu.

Die Klage der DUH ist bereits seit 2020 anhängig und bezog sich ursprünglich auf das nationale Luftreinhalteprogramm 2019. Dieses ist zwar inzwischen aktualisiert, aus Sicht der Umwelthilfe reicht das aber nicht aus. Das aktuelle Programm basiert auf Emissionsprognosen von 2021. Die DUH kritisiert, dass Maßnahmen mit eingerechnet worden seien, die dann abgesagt oder abgeschwächt wurden.

Sendung: rbb|24 , 23.07.2024, 13:00 Uhr

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78 Kommentare

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  1. 78.

    Na da bin ich wohl der falsche Ansprechpartner, da ich nichts geleugnet habe. Der Begriff des "Klimaalarmisten" ist natürlich eine Retourkutsche auf die Angriffe gegen Skeptiker, die aus Erfahrung und Kenntnis der Zusammenhänge zwischen staatlichen Forschungsgeldern und erwarteten Forschungsergebnissen, zurückhaltender auf die Verkündigungen des IPCC reagieren als der Rest der Gesellschaft. Wenn auch die Vorgänge beim sogenannten " Climatgate" heute gern heruntergespielt werden, ein fader Beigeschmack bleibt.
    Inzwischen haben ja manche begriffen, dass Angst und Panikmache eher kontraproduktiv sind und oft missbraucht werden, um dem Normalo die Kosten für die Präventionsmaßnahmen allein aufzudrücken, während die Co² Fußabdrücke der Oberschicht die Dimension von Dinosauriertapsen erreichen.

  2. 77.

    Es ist eine bekannte Strategie von Klimawandelleugnern den menschgemachten Klimawandel kleinzureden oder von "Klimaalarmisten" zu sprechen.

  3. 76.

    "Klimawandelleugner"
    Komische Schlussfolgerung, wo doch im Beitrag von "Transparenz" gar nichts übers Klima gesagt wurde.
    Derzeit gibt es immerhin 34 aktive Vulkane weltweit und weitere 28, die so vor sich hin köcheln.
    2010 brach der Eyjafjallajökull in Island aus und sorgte für mehrere Tage für Flugverbote wegen der Staubwolke. Ein Einfluss von Vulkanen auf das Klima wird von "Klimaalarmisten" gern heruntergespielt. Klimaprozesse laufen aber in der Regel sehr komplex bzw. chaotisch ab. Ich würde also abwarten was die Wissenschaft noch so zu tage fördert und nicht jedem staatlichen Institut blind vertrauen (siehe RKI- Files).

  4. 75.

    "Wann werden endlich Vulkanausbrüche und der Saharastaub verboten? "

    Klimawandelleugner und deren Unkenntnis der Materie.

    "Rund 500 Millionen Tonnen Staub werden jedes Jahr in der Sahara produziert. Durch den Anteil an Nährstoffen wie Calcium und Magnesium spielt der Saharastaub eine Rolle bei der Versorgung der Wälder. Beispielsweise erreichen jährlich 40 Millionen Tonnen Staub die Regenwälder des Amazonas. Aber auch auf der Iberischen Halbinsel liefert der Saharastaub einen wichtigen Beitrag zur atmosphärischen Düngung."

  5. 74.

    Wann werden endlich Vulkanausbrüche und der Saharastaub verboten?

    Von Atomkraftwerken statt Kohle, Frackinggas....rede ich schon gar nicht mehr.
    Das will die DUh da--ja auch nicht.

    Ich stell mir vor, wir sind 2029 CO2-neutral--und dann rußt uns ein Vulkan die ganze Bilanz zusammen.
    Das wird Klagen geben.
    So viele Bäume zusätzlich könnte man ja gar nicht pflanzen. Und außerdem würden diese Bäume unser ganzes Grundwasser wegsaufen....was wiederum zur Dürre führen wird--und wieder Klagen kommen werden....

  6. 73.

    Was erzählen Sie da eigentlich? Welche Halluzinationen haben Sie? Ich lese da nichts von AfD. Diese Diskussion entgleitet ihnen offenbar völlig. Stößchen !,,

  7. 72.

    Ach und Sie meinen, die Regierung wird abgewählt? Das glaube ich nicht, aber Ihr Wunsch zeigt, daß Sie ernsthaft meinen, diese AfD würde alle Probleme ,,packen''! Naiv oder....was?

  8. 71.

    Nein, kein Spaß am Dienstag. Abgase liefern einerseits Grundstoffe für eine photochemische Ozonbildung, andererseits reagiert NO mit Ozon. Dieser wird dadurch abgebaut. Es ensteht Sauerstoff und NO2.

  9. 70.

    Ach Matzes, aus Ihnen trieft es nur so von Unkenntnis der Materie! Es ist nachgewiesen, wie belastend diese Art von Heizungen sind, sowohl für unsere Lungen, als auch für unsere Umwelt! Mein Auftrag für Sie: lesen Sie mehr Fachliteratur und gehen Sie auf eine Volkshochschule!

  10. 69.

    meine Meinung! Bei uns in der Kleinstadt sinkt es allabendlich zum Himmel, von Herbst-Frühling, durch dieen Feinstaub! Und was folgt für uns? Lungenkrebs!

  11. 68.

    Das bestreitet niemand jedoch wäre es töricht die Zahlen mit derlei Hinweisen schönzureden.
    So ist lt. Volker Treier vom DIHK der Wert exportierter Ware von April 24 auf Mai 24 um 3,6 % gesunken. Das Statistische Bundesamt als Quelle gibt außerdem eine um 6,7% niedrigere Industrieproduktion im Mai 24 zum Mai 23 an.
    Gründe sind u.a. der geringere Export von Waren nach China. Weniger Produktion = weniger Emission.

  12. 67.

    @Matzes|Dienstag, 23.07.2024 | 19:16 Uhr
    >>Vielleicht sollten sie sich mal mit dem Thema befassen, ehe sie über die Stillegung von Kaminen und Pelettheizungen nachdenken..<<
    Ja, habe ich. Aber da muss ich nicht "nachdenken", denn Öfen, die die Grenzwerte von 2010 nicht einhalten müssen Ende 2024 sowieso ausgetauscht oder nachgerüstet werden. Leider bringt durch Lobbyarbeit der einschlägigen Industrie der Austausch der Brenneinsätze nicht wirklich was (einfach mal die Meßergebnisse der DUH um Axel Friedrich recherchieren)

    >>Das was an Elektrofiltern angeboten wird, ist kaum praxistauglich.<<
    Doch sind sie mittlerweile und fast überall einbaubar, ABER eben nicht für nen Appel und ein Ei. 14 Jahre sind Zeit genug gewesen sich drum zu kümmern.

    >>Aber in dieser Beziehung passen sie ganz wunderbar zu Herrn Resch, viel labern, aber nix tun.<<
    Tja, wer keine Fakten versteht und sich nicht informiert sollte nicht mitreden.

  13. 66.

    Matzes:
    "Antwort auf [Peter Schmidt] vom 23.07.2024 um 18:42
    ... Aber in dieser Beziehung passen sie ganz wunderbar zu Herrn Resch, viel labern, aber nix tun."

    Sie verkennen offenbar die Aufgabe von Journalismus: Es ist nicht die Aufgabe von Journalisten, etwas zu verändern, sondern zu recherchieren und zu berichten!

  14. 65.

    Matte:
    "Antwort auf [Frank ] vom 23.07.2024 um 17:53
    Ich halte mich an die Fakten. Alle wirtschaftlichen Kennziffern zeigen signifikant nach unten. Selbst die Lobbyverbände der Industrie z.b. Herr Russwurm laufen Sturm gegen die Regierungspolitik. Vielleicht lesen sie mal das Handelsblatt bevor sie andere hier beleidigen."

    Dass die Lobbyverbände gegen Klimaschutz sind, das wundert mich überhaupt nicht!

    Und es kommt nicht nur auf "wirtschaftliche Kennziffder" an. Anderenfalls dürften wir keinerlei Klimaschutz machen, hätten dann wunderbare wirtschaftliche Kennziffern, aber in letzter Konsequenz dann keine lebenswerte Umwelt mehr!

  15. 64.

    Russwurm ist Cheflobbyist der BDI, der macht wofür er bezahlt wird und das Handelsblatt ist so was ähnliches wie deren Zentralorgan.

  16. 63.

    Vielleicht sollten sie sich mal mit dem Thema befassen, ehe sie über die Stillegung von Kaminen und Pelettheizungen nachdenken.. Das was an Elektrofiltern angeboten wird, ist kaum praxistauglich. Aber in dieser Beziehung passen sie ganz wunderbar zu Herrn Resch, viel labern, aber nix tun.

  17. 62.

    Russwurm....das Geschäft des Kaufmanns ist jammern.
    Die Flaute ist unbestritten, nachdem was Sie (und vor allem die AfD) suggerieren müssten wir Massenarbeitslosigkeit wie in den 30er Jahren haben. Das Gegenteil mit fehlenden Fachkräften ist der Fall.

  18. 61.

    Ich halte mich an die Fakten. Alle wirtschaftlichen Kennziffern zeigen signifikant nach unten. Selbst die Lobbyverbände der Industrie z.b. Herr Russwurm laufen Sturm gegen die Regierungspolitik. Vielleicht lesen sie mal das Handelsblatt bevor sie andere hier beleidigen.

  19. 60.

    Üblicherweise lassen Gerichte den Gesetzgeber Spielräume , da es nicht ihre Aufgabe ist aktive Politik zu betreiben. Sie stellen nur fest das die Maßnahmen nicht ausreichen und somit nachgebessert werde muss. Um eben die Verfassungsmäßigen Grundsätze zu genügen. Wenn die Politik aber dieses Urteil ignoriert was sich schon andeutet werden Gerichte auch Maßnahmen anordnen. Genau das scheint offenbar das Ziel der Politik zu sein, sich mit unbequemen Entscheidungen nicht unbeliebt zu machen. Aber der Schuss geht deutlich nach hinten los, denn um so mehr Zeit vergeht und so einschneidender müssen die Maßnahmen sein um die Verfassungsmäßigen Grundsätze zu erfüllen. Da ist relativ egal welcher Schaden entsteht, die Schäden in der Zukunft sind deutlich größer. Die Lobby der Industrie hat 30 Jahre Zeit gehabt ihre Prozesse umzustellen. Das wusste auch schon Angela Merkel 1994 als Umweltministerin!

  20. 59.

    DUH, bitte gleich weitermachen!
    Nächstes Thema: Kaminöfen und Pelletheizungen MÜSSEN endlich effektive Elektrofilter gegen Feinstaub bekommen - egal wie alt oder neu! Ansonsten zwingenderweise Stilllegung.

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