Krise der Automobilbranche - Kyritzer Autoteilehersteller schickt 150 Mitarbeiter in Kurzarbeit

Do 20.03.25 | 12:05 Uhr
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Eine Nahaufnahme einer Hand bei der Arbeit. (Quelle: imago images)
Audio: Büro Perleberg | 20.03.2025 | Björn Haase-Wendt | Bild: imago images

Die schwächelnde Automobilbranche hat nun auch Auswirkungen auf den Kyritzer Autoteilehersteller Alutrim. Er hat seine 150 Mitarbeiter zum 1. März in Kurzarbeit schicken müssen. Das bestätigte Geschäftsführer Olaf Leifheit dem rbb am Donnerstag auf Nachfrage.

Demnach wird am Standort im Landkreis Ostprignitz-Ruppin sechs Monate lang nur von Montag bis Donnerstag gearbeitet. Für die ausfallende Arbeitszeit am Freitag erhalten die Mitarbeiter Kurzarbeitergeld. So sollen die Jobs erhalten werden. Grund seien weniger Aufträge, so Leifheit. Zuerst hatte die "Märkische Allgemeine Zeitung" darüber berichtet.

Alutrim will unabhängiger von Automobilbranche werden

"Der Automobilmarkt ist aktuell schwach und der Absatz der Fahrzeuge läuft nicht so wie geplant", erläuterte Leifheit. "Dadurch haben wir weniger Abrufe für unsere Bauteile, die wir für den Automobilsektor fertigen." Alutrim stellt Zierleisten aus Aluminium und Lautsprecherabdeckungen aus Edelstahl her.

Die deutsche Automobilbranche steckt seit Monaten in einer Krise. Gründe sind die internationale Konkurrenz, hohe Investitionen etwa im Bereich der E-Mobilität und im Gegenzug zu wenig Autoverkäufe [tagesschau.de].

"Wir schauen nach neuen Bereichen, nach neuen Geschäftsfeldern", teilte der Geschäftsführer des Autoteilezulieferers weiter mit. Alutrim müsse unabhängiger von der Automobilbranche werden. Er habe die Bereiche Medizin, Bahn und erneuerbare Energien im Blick, so Leifheit. Erste Anfragen würden auch schon vorliegen.

Der Kyritzer Standort ist demnach aber nicht in Gefahr. Pro Jahr investiert Alutrim nach eigenen Angaben rund 800.000 Euro.

Sendung: Antenne Brandenburg, 20.3.2025, 5 Uhr

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7 Kommentare

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  1. 7.

    Die Entscheidung, Kurzarbeit einzuführen, um Arbeitsplätze zu erhalten, zeigt Verantwortung. Die Mitarbeiter sind das Herzstück des Unternehmens, und ihre Sicherheit und Motivation sind der Schlüssel, um gestärkt aus dieser Krise hervorzugehen. Alutrim hat erkannt, dass Diversifikation der Schlüssel zur Zukunft ist.
    An die Mitarbeiter: Bleibt motiviert und engagiert! Gemeinsam könnt ihr diese Herausforderung meistern. Krisen sind oft der Beginn von etwas Neuem.
    An die Führung: Weiter so! Euer Mut, neue Wege zu beschreiten, ist inspirierend. Nutzt die Chancen, die sich euch bieten.
    Die Zukunft gehört denen, die sich anpassen und innovativ denken. Alutrim hat das Potenzial, gestärkt aus dieser Krise hervorzugehen – und vielleicht sogar noch stärker zu werden als zuvor.

  2. 6.

    Mich wundert dieses nicht denn heute dreht jeder den Euro dreimal um bevor dieses Ausgegeben wird. Wer kann sich denn noch einen Neuwagen leisten wenn die Lebenshaltungskosten schon enorm hoch sind.

  3. 5.

    Na wenn sie das sagen! Da haben sie bestimmt viel mehr Fachkenntnis als der Geschäftsführer des betroffenen Unternehmens!
    Unmöglich solche Kommentare.

  4. 4.

    Zierleisten und lautsprecherabdeckkungen gibt's auch bei e-autos. In der Medizin und bei erneuerbaren Energien schon weniger. Ich glaub nicht, dass diese Gedanken so unbedingt zielführend sind.

  5. 3.

    Die Wirtschaft will aber Wachstum, Wachstum, Wachstum - aber wieviel Wachstum soll es denn sein? Irgendwann ist halt Schluß mit dem Überkonsum, entweder weil der Kunde nicht mehr will oder kann. Und die Firmen müssen sich flexibler aufstellen und nicht nur einer Branche hinterherlaufen.

  6. 2.

    Tja, wieviel Autos haben Sie in den letzten Jahren gekauft? Vielleicht liegt da der Fehler? Der Markt ist gesättigt, fast jeder hat ein oder zwei Autos (außer in Berlin) und will halt auch nicht ständig neu kaufen sondern lieber reparieren oder im besten Fall jahrelang keine Werkstatt von innen sehen müssen. Immer mehr Dinge herstellen, immer mehr Konsum, darin seh ich keine Zukunft. Lieber ordentliche gesunde Lebensmittel anbauen, die benötigen wir alle und immer.

  7. 1.

    Und das werden nicht die letzten sein !