Ein fast perfekter Saisonstart - Eisbären Berlin dank personeller Kontinuität und guter Teamchemie in Topform

DEL-Spitzenreiter und CHL-Achtelfinalist: Die Eisbären schauen auf einen überragenden Saisonstart zurück - auch dank eines treffsicheren Neuzugangs. Sportdirektor Richer hat nur bedingt Recht, wenn er sagt: "Wir haben noch nichts erreicht."
Ein einziger Sieg hat gefehlt, um Vereinsgeschichte zu schreiben und einen neuen Rekord aufzustellen. Am 3. November verloren die Eisbären Berlin nach Verlängerung gegen die Schwenninger Wild Wings und verpassten somit eine neue Bestmarke: In der Deutschen Eishockey Liga (DEL) wäre es für die Hauptstädter der 12. Sieg in Serie gewesen.
Nichtsdestotrotz schauen die Eisbären – als amtierender Deutscher Meister – auf einen mehr als gelungenen Saisonbeginn zurück. In der DEL befinden sich die Berliner nach 16 Spieltagen in der Spitzenposition vor den Verfolgern aus Ingolstadt, Bremerhaven, München, Mannheim und Köln. In der prestigeträchtigen Champions Hockey League steht das Team von Cheftrainer Serge Aubin im Achtelfinale.
Eins von zwei Saisonzielen wurde bereits erreicht
Dieser Tage können die Eisbären zum ersten Mal in der Saison 2024/25 verschnaufen. Das nächste Pflichtspiel steht erst in der kommenden Woche auf dem Programm. "Die Stimmung ist sehr gut. Die Pause tut uns aber gut, unser Programm war seit Saisonbeginn richtig hart – wir haben drei Mal, manchmal auch vier Mal pro Woche gespielt", sagt Stéphane Richer, Sportdirektor der Eisbären, im Gespräch mit rbb|24. "Wir geben den Jungs eine komplette Woche frei. Sie werden sich gut erholen, aber auch individuelles Training absolvieren, um dann am Sonntag wieder gut ins Teamtraining zu kommen."
Nach der Pause reisen die Eisbären am 13. November (20 Uhr) nach Sheffield, um im ersten von zwei Duellen mit den Steelers um den Einzug ins Viertelfinale der Champions Hockey League zu spielen. Das Rückspiel findet am 19. November (19:30 Uhr) im Wellblechpalast statt. In der DEL empfangen die Berliner als nächstes – im "Sheffield-Sandwich" – die Löwen Frankfurt (17.11., 14 Uhr).
"Es ist noch früh in der Saison. In unserer Serie haben wir viele sehr enge Spiele gewonnen, teilweise in der Verlängerung. Die DEL ist sehr ausgeglichen, wir haben noch nichts erreicht – aber natürlich einen guten Start gehabt", betont Richer. "Vor der Saison haben wir uns zwei Ziele gesetzt: Wir wollten in der CHL endlich den nächsten Schritt machen und die erste Runde überstehen, was uns gelungen ist. Und in der DEL wollten wir erstmal eine gute Vorrunde spielen, was wir bis jetzt gemacht haben, und aus einer Top-4-Platzierung in die Playoffs gehen."
Langjährige Säulen im Kader - und ein glückliches Händchen bei den Neuverpflichtungen
Ein wesentlicher Faktor für den Erfolg der Eisbären: personelle Kontinuität. Richer selbst ist seit Mai 2017 als Sportdirektor im Amt, Aubin folgte zwei Jahre später als Cheftrainer und führte die Eisbären in seinen ersten fünf Saisons zu drei Meistertiteln. Der Kader ist eingespielt, die Chemie stimmt. "Im Kern spielt unser Team seit mehreren Jahren zusammen. Die Mischung mit den neuen Spielern funktioniert, weil sie schnell ihre Rolle in der Mannschaft gefunden haben", meint Richer. "Die Jungs zeigen seit dem Trainingslager gute Leistungen, der Mannschaftsgeist ist super, wir haben eine gute Kabine."
Ein Punkt, den Jakob Wegener unterstreicht. Der 21-Jährige ist seit 2009 Eisbären-Fan, seit fünf Jahren "Fankurven-Gänger", wie er sagt – und ein Teil des Podcasts "Puckgeflüster", in dem sich Wegener zusammen mit vier Freunden über das Berliner Eishockey austauscht. "Die Eisbären haben den besten Punkteschnitt der Liga, die meisten Tore geschossen und sind genau da, wo sie sein wollen", so Wegener im Gespräch mit rbb|24. "Säulen wie Jonas Müller oder Kai Wissmann, die wieder ein verlässliches Duo bilden, sind die Spieler mit der meisten Eiszeit in der Liga und seit Jahren im Verein. Und im Sommer haben die Eisbären extrem gut nachverpflichtet, zum Beispiel Stürmer Gabriel Fontaine geholt, der aktuell drittbester Scorer der Liga ist."
Es sei "Meckern auf hohem Niveau" - und dennoch macht der langjährige Eisbären-Anhänger ein Manko aus. "Ab und zu müssen die Eisbären ihr Spiel noch besser über die ganzen 60 Minuten durchziehen", sagt Wegener. "Das beste Beispiel war das Spiel gegen Schwenningen, in dem sie innerhalb von 17 Sekunden zwei Tore kassiert und den sicher geglaubten Vereinsrekord für die meisten Siege am Stück im Prinzip hergeschenkt haben. Im Großen und Ganzen kann man aber echt zufrieden sein, viele Baustellen gibt es wirklich nicht."
Stéphane Richer ist ebenfalls zuversichtlich, dass die Eisbären auch in dieser Saison wieder zu einem tiefen Run in den Playoffs imstande sind. Eine weitere Bestmarke soll schließlich weiter nach oben geschraubt werden: Der DEL-Rekordmeister will seinen elften Titel. "Die Mannschaft hat gezeigt, dass sie in wichtigen Momenten die entscheidenden Tore erzielen kann und einen Weg findet, um zu gewinnen", sagt Sportdirektor Richer. "Es spricht für den Charakter des Teams, immer die richtigen Antworten zu geben."
Sendung: DER TAG in Berlin & Brandenburg, 05.11.2024, 18 Uhr
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