Gespräche mit Adler Group - Bezirk verhandelt über Notunterkunft im Steglitzer Kreisel

Mo 31.03.25 | 14:37 Uhr
  10
Baustelle Wohnhaus Überlin, Steglitzer Kreisel, Schloßstraße, Steglitz, Berlin (Quelle: dpa/Schoening)
dpa/Schoening
Audio: rbb 88.8 | 31.03.2025 | Jana Schmidt | Bild: dpa/Schoening

Im Erdgeschoss des Steglitzer Kreisels könnte es in der zweiten Jahreshälfte eine neue Notunterkunft für Obdachlose in Berlin geben. Das sagte der im Bezirk Steglitz-Zehlendorf zuständige Sozialstadtrat Tim Richter (CDU) am Montag.

Das Gebäude am südlichen Ende der Schloßstraße steht seit Jahren leer, darüber ragt die Bauruine des einstigen Büroturms in die Höhe. Der Komplex gehört der Adler Group.

Zuvor hatte die "Berliner Morgenpost [Bezahlinhalt] darüber berichtet.

Adler Group will Gebäude-Ensemble verkaufen

Eine Sprecherin des Konzerns bestätigte die Gespräche: "Wir stehen derzeit in Austausch mit der Berliner Kältehilfe und dem Bezirk in Bezug auf die mögliche Nutzung der Räumlichkeiten im Sockel des Steglitzer Kreisels." Dabei gehe es zunächst um die Wintersaison 2025/2026. Die Adler Group will das Gebäude-Ensemble mit Hochhaus und Sockel an einen neuen Investor verkaufen.

Die Zeit für eine neue Kältehilfe-Einrichtung drängt: Der bisher noch genutzte Standort in Wannsee mit 30 Plätzen soll bald schließen, sagte Richter. Dort gebe es gravierende bauliche Mängel. In der neuen Unterkunft im Steglitzer Kreisel seien sogar mehr Plätze als in der bisherigen realistisch.

Sendung: rbb 88.8, 31.03.2025, 15:30 Uhr

Nächster Artikel

10 Kommentare

Wir schließen die Kommentarfunktion, wenn die Zahl der Kommentare so groß ist, dass sie nicht mehr zeitnah moderiert werden können. Weiter schließen wir die Kommentarfunktion, wenn die Kommentare sich nicht mehr auf das Thema beziehen oder eine Vielzahl der Kommentare die Regeln unserer Kommentarrichtlinien verletzt. Bei älteren Beiträgen wird die Kommentarfunktion automatisch geschlossen.

  1. 10.

    „Eine Notunterkunft ist ja eine gute Sache, löst ja aber das Problem dieses Hochhauses nicht.“

    Das Problem mit diesem Hochhaus wird wahrscheinlich nicht ganz so zügig zu lösen sein. Mit etwas Recherche im Internet lässt sich recht schnell ersehen, mit wem man es bei der Adler Group zu tun hat und welche Firmenverflechtungen es vor Jahren schon gab und immer noch gibt. Was somit sämtlichen Kaufinteressenten der Eigentumswohnungen auch möglich war. Ergo hält sich mein Mitleid gegenüber der Käufer ebenfalls in Grenzen.

    Sicherlich sollten der Senat und die Bezirke ihren Umgang mit möglichen Investoren, nicht nur aufgrund der Erfahrung mit dem Kreisel, überprüfen und überdenken. Gegen eine temporäre Nutzung als Notunterkunft spricht das nicht. Natürlich einzig zu einem reellen Pachtzins.

  2. 9.

    Denen wird es dennoch weit besser als den Obdachlosen gehen. Mein Mitleid mit den Käufern von Luxuswohnungen hält sich daher in Grenzen.

  3. 8.

    Was ist eigentlich aus den Käufern geworden, die glaubten, irgendwann einen grandiosen Blick über Berlin haben zu können? Von denen redet niemand mehr. Die haben viel Geld verloren. Streiten die noch einzeln vor Gericht oder ist das schon erledigt. Das könnten Sie auch mal recherchieren, lieber rbb. Eine Notunterkunft ist ja eine gute Sache, löst ja aber das Problem dieses Hochhauses nicht.

  4. 7.

    Charles Dickens lässt grüßen. Wie man mit den Ärmsten einer Gesellschaft umgeht … was für ein Spiegel der Verhältnisse und Ethik!

  5. 6.

    Man sollte schlichtweg nichts mehr mit dieser Bauruine machen und einfach so wie sie ist bis zum Einsturz als Wahrzeichen der Berliner Baupolitik stehen lassen. Das wäre die billigste und ehrlichste Lösung. Vielleicht schafft vorher der 3. Weltkrieg eine Lösung, aber der Berliner Politik ist das mit Sicherheit nicht zuzutrauen.

  6. 5.

    Ist doch ein geniales Vorgehen, diese nutzlos vor sich hingehenden Gebäude zu nutzen. Und dies für Menschen, die es dringend brauchen . Der Senat oder das Bezirksamt dürfen sich natürlich nicht von dieser Adlergroup über den Tisch ziehen lassen.

  7. 4.

    Das hat den/ die Eigentümer bislang nicht gekümmert, das Gebäude steht seit Jahren, ohne dass etwas saniert wurde, leer.
    Würde mich für die Obdachlosen jedenfalls sehr freuen und ich würde mir wünschen, dass am Leopoldplatz das leerstehende Karstadt- Gebäude ebenfalls für die Obdachlosen und/ oder Drogenabhängigen genutzt werden würde.

    Menschen sollten mehr zählen, als leerstehende Gebäude.

    Vielleicht würden dann auch die herzlosen und kriminellen Anschläge auf Obdachlose aufhören, war ja gerade wieder letzte Woche ein Zelt angezündet worden.

  8. 3.

    Geht es hier um eine Notunterkunft oder eher um eine Nothilfe für die Adler Group? Werden wir im Nachgang wieder lesen, dass Mieten teurer als kaufen gewesen wäre? Sollten genau diese kritischen Fragen nach dem letzten Vorgang in Lichtenberg nicht sofort durch die Presse gestellt werden?

  9. 2.

    Eine gute Idee, rund um den S Bahnhof Steglitz , ist die Zahl der Obdachlosen, die unter menschenunwürdigen Bedingungen sich dort aufhalten, immer größer geworden. Das gibt dieser Bauruine wenigstens einen Sinn und verbessert die Situation der Menschen dort vor Ort.

  10. 1.

    Ist die Kältehilfe erstmal drin, wie kriegt der Eigentümer später die Personen dann raus?