Regionalsprache -
In mehreren Dörfern im Norden Brandenburgs gibt es jetzt neue Ortsschilder auf Plattdeutsch.
Die zweisprachigen Tafeln wurden am Dienstag in zehn Orten der Kommune Wittstock (Ostrprignitz-Ruppin) angebracht, wie das Kulturministerium mitteilte. Der Behörde zufolge war im Jahr 2020 der Wittstocker Ortsteil Sewekow-Sävko das erste Dorf mit einer hoch- und niederdeutschen Ortstafel.
Berlinchen ist nun auch Berlinken und Dossow Doss
Neu hinzugekommen seien jetzt Babitz-Boats, Berlinchen-Berlinken, Dossow-Doss, Freyenstein-Freinsteen, Gadow-Jorro, Rossow-Rosso und Schweinrich-Schwienrich sowie Groß Haßlow-Grot Hasslo mit seinen Gemeindeteilen Randow-Ranno und Klein Haßlow-Kleen Hasslo, hieß es. Damit trügen künftig neun der 18 Wittstocker Ortsteile sowie zwei Gemeindeteile eine zweisprachige Ortstafel. In Brandenburg gebe es außerdem noch in Lunow-Luune im Barnim, Fredersdorf-Fräesdörp im Fläming und Bebersee-Beversee in der Uckermark Ortsschilder auf Plattdeutsch.
Schutz des Niederdeutschen in der Verfassung
Kulturministerin Manja Schüle (SPD) erklärte, es sei gut, dass die Sichtbarkeit der einzigen deutschen Regionalsprache durch zweisprachige Ortstafeln erhöht werde. Das Niederdeutsche gehöre zum kulturellen Erbe und zur Zukunft Brandenburgs, stifte Identität und bereichere das Land.
Niederdeutsch ist den Angaben zufolge eine germanische Sprache, die mit dem Englischen und Friesischen verwandt ist. Sie werde derzeit in acht Bundesländern gesprochen, hieß es. Das traditionelle niederdeutsche Sprachgebiet in Brandenburg reiche vom Fläming über
Havelland, Prignitz, Uckermark und Barnim bis zum Oderland. 2022 wurden Schutz und Pflege der Sprache in die Landesverfassung aufgenommen.
Sendung: rbb24 Brandenburg Aktuell, 25.03.2025, 19:30 Uhr