Beliebter Routenplaner - Outdoor-App von Potsdamer Firma Komoot verkauft

Mo 24.03.25 | 15:05 Uhr
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Symbolbild:Eine Hand hält ein Handy mit einer Wander-App vor einen Waldweg.(Quelle:picture alliance/J.Tack)
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Audio: rbb24 Inforadio | 24.03.2025 | Sören Hinze | Bild: picture alliance/J.Tack

Die in Brandenburg entwickelte Outdoor-App Komoot für Wander- und Radtouren mit Sitz in Potsdam ist an das italienische Tech-Unternehmen Bending Spoons verkauft worden. Das gab Bending Spoons mit den Worten "We've acquired komoot!", also zu Deutsch "Wir haben komoot erworben!", auf Instagram bekannt.

Über den Kaufpreis und die Konditionen für die Übernahme ist bislang nichts bekannt, wie mehrere Medien wie die "Wirtschaftswoche" oder "Golem" übereinstimmend berichten.

Komoot-Gründer Markus Hallermann wird zitiert, dass die App durch die Übernahme durch den italienischen Konzern weiter wachsen solle und für die "Skalierung" eine "andere Denkweise und andere Fähigkeiten als der Aufbau eines Unternehmens" erforderlich seien.

Nach Firmenangaben wurde Komoot im Jahr 2010 von sechs Freunden aus Deutschland und Österreich gegründet. Aktuell arbeiten rund 150 Mitarbeitende für das Potsdamer Software-Unternehmen, das sich auf Navigation im Outdoor-Bereich spezialisiert und seinen Firmensitz an der Havel hat.

Rund 45 Millionen Nutzende zählt die App derzeit. Laut "Wirtschaftswoche" ist sie profitabel und erwirtschaftete 2023 einen Umsatz von 36 Millionen Euro. Die Gründer hielten dem Medium zufolge den Großteil der Anteile an Komoot.

Bending Spoons kaufte schon Evernote und WeTransfer

Bending Spoons ist ein italienisches Technologieunternehmen, hat seinen Sitz in Mailand und wurde 2013 gegründet.

2020 beauftragte die italienische Regierung Bending Spoons damit, die offizielle Corona-App zu entwickeln. Das Unternehmen hat in der Vergangenheit mehrere App-Firmen aufgekauft, etwa das Notiz-Tool Evernote und WeTransfer, worüber sich große Daten verschicken lassen. In diesen und weiteren Fällen entließ Bending Spoons laut Medienberichten einen Großteil der Belegschaft.

Auch Brightcove, Issuu, Meetup, StreamYard und seit Neuestem eben Komoot gehören zu Bending Spoons Repertoire, das nach eigenen Angaben von mehr als 300 Millionen Menschen monatlich genutzt wird.

Sendung: rbb24 Inforadio, 24.03.2025, 11:35 Uhr

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15 Kommentare

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  1. 15.

    Die App ist profitabel, also eigentlich alles gut.
    Ich übersetze mal den PR-Sprech mit dem Wachstum: Bei 45 Millionen Nutzern sind 36 Millionen Euro Umsatz viel zu wenig. Wir werden diesen weiter steigern und dabei auch die Marge möglichst erhöhen.

    Ich gehe mal davon aus, dass es ein dreistelliger Millionenbetrag ist, den die bisherigen Eigentümer erhalten. Da kann man schon mal schwach werden.

  2. 12.

    Das beste an Komoot war der Rutenplaner und dass man jene dann an andere Apps übertragen konnte. Da gibt es für mich nämlich bessere. Nun auch egal.
    Es steht wohl außer Frage, dass das zukünftige Engagement der Gewinnmaximierung bei gleichzeitiger Entwicklungs- und Supportreduzierung steht. Das war in solchen Situationen nie anders.
    Schade.
    Aber ich habe auch Verständnis für die alten Besitzer. Auch wenn sie ihren Kunden damit gut zeugen was sue von ihnen halten. Ich weiß nicht ab welcher Summe ich schwach geworden wäre. Wurde gar selbst gesucht?

    (Wenn Ihr schon 90% der Kommentare nicht veröffentlicht, implementiert wenigstens eine Vorschau, damit man wenigstens eine Screenshots machen kann. Wir sind auch Menschen.)

  3. 11.

    Und der nächste Heuschreckendeal...
    Die 150 in Potsdam Beschäftigten sollten sich warm anziehen. Der italienische Käufer hat noch nie eine komplette Belegschaft länger gehalten bei Zukäufen.

    Und: Ein Umsatz von 36 Mio. kann nicht erwirtschaftet, sondern bestenfalls gemacht werden. Ein Gewinn oder Verlust kann erwirtschaftet werden.... Das nur mal so nebenbei, werte N-tv'ler...

  4. 10.

    „Ab wie vielen Millionen Gewinn, ist mir Idealismus egal? „
    Profitabel ist was? Geld wechseln...von einer Tasche in die andere Tasche ist ein Grund im Bett zu bleiben.

  5. 9.

    "Ab wie vielen Millionen Gewinn, ist mir Idealismus egal? "
    Ab wann er Ihnen egal ist, weiß ich nicht. Ich kann nur sagen, erst mit einigen Millionen kann man sich Idealismus leisten ;-)
    Zuvor wird man um Realismus nicht herum kommen, wenn man überleben will.

    "da sie niemand mehr weiter entwickelt"
    Woher wollen Sie das wissen?

    "Ab wie vielen Millionen, wäre mir das Schicksal meiner eigenen Entwicklung egal?"
    Tja, in der Geschäftswelt sind Emotionen nicht zielführend. Mit den eingenommenen Mio.s können sich die Gründer bzw. Eigentümer neuen, spannenden Projekten widmen, die sie ihren "Schmerz" sicher schnell vergessen lassen. Schauen Sie sich die Samwers an...

  6. 8.

    Die App Komoot ist meine tägliche Begleitende auf Dienstwegen. Es gibt leider sehr wenig Alternativen dafür, wenn es um die Aufzeichnung von Bewegungsdaten in Echtzeit geht. Das Aufsrbeiten und Zusammenführen der Bewegungsdaten kann Komoot auch gut. „Gebettelt“ wurde bei Komoot schon länger. Allerdings sind die Machenden unkreativ, was die Gegenleistung für ein Jahresabo angeht. Ich vermute, Komoot ist Datenbrokern in die Hände gefallen. Das war es dann.

  7. 7.

    Die Frage, die mich interessieren würde: Ab wie vielen Millionen Gewinn, ist mir Idealismus egal?

    Es ist doch offentichtlich, dass die App danach untergeht, da sie niemand mehr weiter entwickelt. Die neue Muttergesellschaft wird die CashCow auspressen, bis eine neue App sie überflügelt. Schade.
    Ab wie vielen Millionen, wäre mir das Schicksal meiner eigenen Entwicklung egal? Ich kann es nicht beantworten.

  8. 6.

    So sehe ich das auch!

    und was Gründer bzw. Unternehmer mit ihrem Eigentum machen, ist noch immer deren Sache.

  9. 5.

    Ich hoffe, die App bleibt so gut wie sie ist. Ich nutze sie oft.

  10. 4.

    Echt schade! War echt angetan von Komoot und nutze die Premiumversion. Besonders gut fand ich auch den Support, der sehr zeitnah reagierte und Probleme löste. Das ist ja dann bestimmt Geschichte...
    Je größer ein Unternehmen wird, je mehr zusammen geschlossen wird, je mehr Service soll es wohl geben, leider immer nur in der Theorie. Das wird dann meine letzte Premium-Mitgliedschaft sein.

  11. 3.

    Stimmt so nicht ganz. Gute Leute werden gesucht, aber Bezahlung oder Bedingungen sind nicht mehr so gut wie früher. Oder die Firmen scheuen gute Leute umzuschulen bzw. ihnen eine Chance zu geben etwas neues zu lernen.
    Und zu viele Firmen denken sich: wird schon die KI machen

  12. 2.

    Gute Leute werden überall gebraucht! Das gilt heute mehr denn je.

  13. 1.

    Der Verkaif erfolgte (an den Mitarbeitern vorbei) an die italienische Firma Bending Spoons. Diese Firma hat schon in der Vergangenheit mehrere bekannte Anwendungen zusammengekauft hat, darunter Evernote, WeTransfer oder Streamyard. In den meisten Fällen wurde dann als erstes, die Masse der Mitarbeiter entlassen.
    Auch in diesem Fall wurden diese bereits angekündigt und daher werden die Arbeitsplätze in DE sich in Luft auflösen.

    Also wie bei so vielen vielversprechenden Startups: Erst ein Unternehmen auf den Schultern von besonders engagierten Mitarbeitern aufbauen, dann Kasse machen und die Mitarbeiter in die Wüste schicken (lassen).