Alba-Managerin Svenja Brunckhorst - "Es ist unglaublich, was hier aufgebaut wurde"

Noch im Sommer schrieb Svenja Brunckhorst mit der olympischen Goldmedaille im 3x3-Basketball eines der Märchen der Spiele von Paris. Inzwischen ist sie Managerin bei Alba Berlin. Und staunt dabei über die Leistungen anderer.
rbb|24: Svenja Brunckhorst, nachdem Sie ihre aktive Karriere auf dem Höhepunkt und mit der olympischen Goldmedaille im 3x3-Basketball beendet haben, stecken Sie mitten in Ihrer ersten Saison als Managerin für den Mädchen- und Frauenbasketball bei Alba Berlin. Schon richtig angekommen im Schreibtisch-Job?
Svenja Brunckhorst: Sehr, würde ich sagen. Auch, weil das Vereinsumfeld bei Alba extrem gut ist. Ich wusste vorher nicht so genau, wie groß der Klub ist und auf welche Abteilungen man alles zurückgreifen kann. Es ist schon unglaublich, was hier in den letzten Jahren aufgebaut wurde. Und ich freue mich sehr, ein Teil davon zu sein.
Ihre Stelle allerdings wurde neu geschaffen.
Deshalb ging es für mich in den ersten Monaten auch darum, zu sehen, wie der Status quo ist, wo ich mich einbringen kann, wie die Abläufe funktionieren. Mädchen- und Frauen-Basketball, das ist schließlich eine große Bandbreite, da geht es vom Kita- und Schulsport bis zum Erstliga-Team.
Die Frauen-Mannschaft ist im vergangenen Jahr sensationell deutscher Meister geworden. Im zweiten Bundesliga-Jahr überhaupt.
Wir können sehr happy damit sein, wie alles läuft. Wir sind nun auf Kontinuität bedacht und deshalb froh, dass uns überhaupt nur eine Spielerin verlassen hat im Vergleich zu vergangenen Saison.
Wieviel Potential steckt noch im Team?
Der Aufstieg war sehr, sehr steil. Jetzt kommt so ein bisschen die Stabilisierungsphase, das merkt man. Die Mannschaft ist jetzt zumeist der ganz klare Favorit, geht ganz anders in die Spiele rein als in der letzten Saison. Aber das macht sie extrem gut. Vor allem auch dann, wenn es zu Beginn mal nicht so läuft, weil sie dann hintenraus trotzdem die Spiele gewinnt. Man merkt der Mannschaft auch an, dass sie erfahrener ist und mental einen ganz, ganz großen Step gemacht hat.
Neu in dieser Spielzeit sind die Einsätze im Eurocup gewesen.
Das ist natürlich für den Verein etwas extrem Tolles. Wir haben gesehen, dass es eine große Umstellung war. Und leider das Pech, dass wir kein Eurocup-Spiel dabei hatten, in dem die Mannschaft komplett war. Das war ein doofes Timing und ein großes Learning, dass es international ein bisschen anders aussieht. Aber sonst ist es sportlich immer noch genau das, was wir uns vorstellen. Wir sind auch in der Bundesliga wieder oben mit dabei, mehr als dabei. Ich bin sehr zufrieden, wie es sportlich aussieht.
Was waren die größten Herausforderungen auf europäischem Parkett?
In den ersten Spielen waren es die Physis und der Spielstil. Diese Umstellung auf eine ganz andere Härte und Schnelligkeit. Und dann natürlich die Doppelbelastung. Wir hatten nur eine Spielerin dabei, die zuvor schon einmal Eurocup gespielt hat. Es hat ein bisschen gebraucht, das individuell anzupassen. Einfach auch, weil so viel mehr Talente unterwegs sind, viele Spielerinnen mit WNBA-Erfahrung (die amerikanische Profi-Liga, Anm. d. Red.). Aber man hat auch gesehen, dass es von Spiel zu Spiel besser geworden ist.
Was kann man noch mitnehmen aus der Teilnahme? Hat es sich finanziell gelohnt?
Hauptsächlich war es ein Schritt, den wir als Verein gehen wollten. Wenn wir den weiblichen Bereich weiter pushen wollen, wenn wir professionelle Strukturen aufbauen wollen, ist es unumgänglich, dass wir Eurocup spielen. Finanziell haben wir eher draufgezahlt.
In der Bundesliga gibt es - wie auch im letzten Jahr - einen Zweikampf mit Keltern.
Sie haben ein unglaublich tolles Team dieses Jahr, das muss man zugeben. Sie stehen auch zurecht in der nächsten Runde des Eurocup. Darüber freue ich mich sehr, auch, weil unsere Liga somit international attraktiver wird. Und natürlich sind sie einer der Hauptkonkurrenten um die Meisterschaft. Aber es kommen auch andere Mannschaften nach. Saarlouis spielt eine sehr gute Saison aktuell. Freiburg hatte eine Durststrecke, kommt jetzt mit seinen vielen, deutschen Talenten aber langsam in den Rhythmus. Mir macht die Liga mit ihren vielen, verschiedenen Philosophien auf hohem Niveau jedenfalls viel Freude.
Wie nehmen Sie die Zuschauer-Resonanz wahr?
Zu unserem Christmas-Game vor Weihnachten waren über 2.200 Fans in der Halle. Das ist für Frauen-Hallensport schon eine Ansage. Ich glaube auch, dass mehr und mehr Leute Frauenbasketball auf dem Schirm haben, die Vereine kennen. Und ich glaube, dass Alba da einen riesigen Job macht, sich auch deutschlandweit zu präsentieren.
Zu einer rosigen Zukunft gehören auch die entsprechenden Talente auf dem Platz. Sind die nächsten Alba-Stars bereits in der Pipeline?
Auf jeden Fall! Wir hatten zuletzt den Wintercup von Alba, mit vielen Top-Talenten. In der U16 sieht man viele Talente. Wir haben Spielerinnen aus der WNBL (der Weiblichen Nachwuchs-Bundesliga; Anm. d. Red.), die auch schon in der ersten Liga mitspielen und an der Tür zur ersten Mannschaft klopfen. Es kommt viel nach und da machen die Trainer und Trainerinnen hier im Nachwuchs einen wirklich guten Job.
Vielen Dank für das Gespräch.
Das Interview wurde geführt von rbb|24-Sportreporter Lukas Witte.
Sendung: rbb 24 Inforadio, 07.01.2025, 14:15 Uhr
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